Harun Yahya


Einleitung



Denken Sie einen Augenblick über die Dinge nach, die Sie tun, wenn Sie am Morgen erwachen. Sie öffnen die Augen, atmen, recken sich, stehen auf und laufen umher, essen und bekleiden sich. Sie sprechen mit ihren Angehörigen und hören, was diese Ihnen sagen. Dann gehen Sie nach draußen, oder schauen durch das Fenster hinaus und sehen den strahlend blauen Himmel; Sie mögen selbst die Vögel vor ihrem Ihrem Fenster singen hören. Während Sie ein fallendes Blatt beobachten, sehen Sie die reifen Äpfel am Baum. Sie spüren die Wärme der Sonne und den Wind auf Ihrem Gesicht. Es sind Menschen auf der Straße, die zu Fuß oder in ihren Autos irgendwo hingehen. Kurz gefasst, ein neuer gewöhnlicher Tag hat für Sie begonnen. Was Sie sehen und hören sind ganz alltägliche Dinge, und so brauchen Sie nicht bewusst darüber nachdenken.

Nun versuchen Sie auf eine andere Weise zu denken. Nehmen Sie an, Sie hätten seit Ihrer Geburt in einem einzigen Raum gelebt. Dieser Raum ist vollkommen geschlossen und hat nicht einmal ein kleines Fenster, durch das Sie nach draußen sehen könnten. Er hat nur ein paar einfache Möbel für Ihre Grundbedürfnisse. Nehmen Sie an, dass Sie in diesem Raum, in dem Sie Ihr Leben fristen, nur mit ein paar Arten von Speisen und Getränken versorgt werden, die Ihnen das Überleben ermöglichen. Wir wollen annehmen, dass es keinerlei Kommunikationsmittel, wie Telefon, Radio oder Fernsehen in dem Zimmer gibt, durch welche Sie Information von draußen erhalten könnten, und daher hätten Sie keinerlei Kenntnisse über irgend etwas, mit Ausnahme einiger weniger Dinge.

Dann nehmen Sie an, dass Sie aus diesem Raum, in dem Sie Ihr ganzes bisheriges Leben verbracht haben, hinausgeführt werden und die Außenwelt zum ersten Mal sehen. Was würden Sie in solch einer Situation über die Welt denken?

Die Fülle der Ansicht, die sich Ihren Augen bietet, das Vorhandensein des Lichts, die Wärme der Sonne, die auf Ihr Gesicht trifft, die tiefblaue Farbe des Himmels und die rein weißen Wolken, all das würde Ihnen sicher fast die Sinne benehmen.

Glitzernde Sterne, die am Nachthimmel erscheinen, Berge, die sich in ihrer Majestät bis in den Himmel erheben, Flüsse und Ströme, deren Schönheit alle Menschen bezaubert, Seen und Meere, Regengüsse, die der Erde Leben bringen, grüne Bäume, farbenreiche Veilchen, Gänseblümchen, Nelken, Lilien und Rosen mit ihren angenehmen Düften, Früchte, wie Orangen, Wassermelonen, Pflaumen und Pfirsiche, von denen jede ihren eigenen Geschmack beschert, Katzen, Hunde, Kaninchen und Gazellen, die Regungen des Mitgefühls und der Fürsorge in uns erwecken, Schmetterlinge in ihrer Farbenpracht und ihrem ästhetischen Charme, Vögel und Unterwassergeschöpfe...

Wenn Sie all diese Dinge sehen, wird es Ihnen fast schwindelig, und Sie wollen wissen, wer diese wundervollen Erscheinungen zusammengestellt hat. Wenn Sie die Farben der Früchte sehen und ihre Aromen einatmen, wollen Sie wissen, wer sie so verführerisch gefärbt hat und ihnen solche anziehenden Gerüche gab. Wenn Sie eine Melone kosten oder in einen Apfel beißen, erkennen Sie, wie ausgezeichnet und unterschiedlich ihr jeweiliger Geschmack ist, und Sie wundern sich, wie diese süße Substanz in solch eine, mit einer festen Schale eingehüllten Form gelangte. Wenn Sie die Samen der Frucht in einer festgelegten Anordnung sehen, wollen Sie wissen, wer ihr Design erstellt hat.

Jedes neue Ding, das Sie sehen und jede neue Information, die Ihnen zugänglich wird, erwecken neue Begeisterung in Ihnen. Sie versuchen Grund und Ursache von allem zu ergründen. Sie lernen, dass Melonen ihre Samen brauchen, um sich zu vermehren, dass Vögel ihre Federn haben um fliegen zu können, dass das Licht von der Sonne ausgestrahlt wird, und dass Sauerstoff und Wasser lebensnotwendig für alle Lebewesen sind. Sie lernen über die Bedeutung des Vorhandenseins von Seen und Meeren, über die Tatsache, dass alle Art von Information über die Pflanzen, verschlüsselt in ihren Samen vorhanden ist, sowie viele andere faszinierende Einzelheiten. Jedes Stück von Information, das Sie zur Kenntnis nehmen, ermöglicht es Ihnen diese Herrlichkeit selbst noch tiefer zu verstehen.

Darüber hinaus wird Ihr Erstaunen noch weiter wachsen, wenn Sie sich bewusst werden, dass das, was Sie zu lernen begannen, nur einen winzigen Bruchteil der Charaktereigenschaften der Lebewesen ausmacht, die auf der Erde existieren, dass, in der Tat alles, in einer allumfassenden gegenseitigen Abhängigkeit zusammenarbeitet, dass es Geschöpfe gibt, die Sie nicht sehen können und Stimmen, die Sie nicht hören können, und dass es wunderbare Systeme im Universum gibt.

Während sich Ihnen diese detaillierten Stücke von Information eins nach dem anderen eröffnen, wird Ihr Geist wiederholt die gleichen Fragen stellen. Wie kamen all diese wunderbaren Lebewesen ins Dasein? Wie kam ich selbst ins Dasein? Da alles einen Sinn und Zweck hat, wozu bin ich hier?

Wenn Sie aus dem Raum, in dem Sie so viele Jahre verbracht haben herauskommen, werden Sie nachsinnen und nach Antworten auf Ihre Fragen suchen, da Sie solch eine Vielfalt wundervoller Perspektiven der Schöpfung auf der Erde entdecken werden. Jede Antwort auf Ihre Fragen wird dieses Element enthalten: "Mit Sicherheit gibt es da ein Wesen, das all diese Dinge macht." Da Sie nicht durch einen achtlosen Geist gelähmt sind und die Dinge nicht durch einem Vorhang der Angewohnheit betrachten, werden Sie gewiss zu der Folgerung kommen, das alles von einem Schöpfer erschaffen worden ist. Das ist es in der Tat, was der Mensch tun sollte: Dinge nicht aus Gewohnheit zu sehen und hinzunehmen, sondern Fragen zu stellen...

Ebenso, wie es Ingenieure gibt, welche die Stahlbetonbrücken entworfen haben, über die wir täglich fahren, so gibt es auch einen Designer, Der die Struktur unserer Knochen entworfen hat, deren Stärke der des Stahls verglichen wurde. Niemand kann behaupten, dass rohes Eisenerz und Kohle gemischt werden können, um dann durch Zufall Stahl zu bilden, und wiederum, dass der Stahl mit Zement verbunden wird, um in gleicher Weise Brücken zu bauen. Jedermann weiß, dass die Urteilsfähigkeit eines Menschen, der solche Dinge behaupten würde, bezweifelt werden muss.

Und dennoch, trotz dieser Tatsache, gibt es Leute, die es wagen zu behaupten, dass alle lebendigen Dinge auf der Erde, das Firmament, die Sterne, kurz gesagt alles, durch Zufall ins Dasein geriet. Einem intelligenten Menschen jedoch, der innehält und über diese Dinge nachdenkt, ist es offensichtlich, dass solche Behauptungen eines ungeplanten, unwillkürlichen Entstehens völlig irrational sind.


Die Absurdität des Zufalls



Die Leute, welche die Theorien des Zufalls erfinden und unterstützen, sind Produkte einer materialistischen und evolutionistischen Mentalität. Indem sie behaupten, dass das Universum keinen Anfang und kein Ende hat, und dass es nicht die Schöpfung eines Schöpfers ist, erklären diese Leute, dass Milliarden von Galaxien, die ihrerseits aus Milliarden von Sternen bestehen, all die Himmelskörper, Planeten, Sterne mitsamt den perfekten Systemen, die ihre Existenz aufrechterhalten, als Ergebnis unkontrollierter Zufallsereignisse entstanden seien. In ähnlicher Weise behaupten sie, dass trotz der phantastischen Ordnung im Universum, auch die Lebewesen durch Zufall ins Dasein kamen.

Im Licht dieser Information erscheint es, als betrachteten sie den "Zufall" als eine schöpferische Macht. Doch irgend eine andere Wesenheit als Gott, als eine schöpferische Macht zu betrachten, ist nichts anderes als Götzendienst. In anderen Worten, die Evolutionisten huldigen einem Götzen, namens "Zufall". Das wird jedem sehr klar, der sich etwas näher mit der darwinistischen Literatur befasst.

Es gibt zahllose Beispiele von lebenden Geschöpfen, die nach dem Glauben der Evolutionisten von dem "Götzen des Zufalls" geschaffen wurden. So glauben die Evolutionisten z.B., dass die erste lebendige Zelle, die der Ursprung aller Lebewesen gewesen sein soll, das Erzeugnis dieses Götzen war. Diesem Glauben entsprechend kamen eines Tages als Ergebnis von Blitz, Regen und verschiedenen anderen natürlichen Phänomenen eine Anzahl von Atomen zusammen, um ohne irgendwelche vorherige Planung Aminosäuren zu bilden. Diese Aminosäuren verbanden sich dann ihrerseits um Proteine hervorzubringen, welche die Grundlage der Körperzellen aller Lebewesen darstellen. Dieser Vorgang wurde durch die "Macht des Zufalls" bewerkstelligt.

Daraufhin formten die Proteine dann auf diese Weise sofort die erste lebende Zelle, wiederum durch Zufall. Das Werk des Zufalls war damit jedoch noch nicht zu Ende.

Entsprechend der evolutionistischen Sophistereien war der Götze "Zufall" selbst die treibende Kraft hinter dem Aufkommen der Millionen von Spezies auf der Erde. Er brachte zuerst einen Fisch ins Dasein, und da er fand, eine einzige Art von Fisch sei nicht genug, gestaltete er Hunderttausende von Fischspezies, und da Hunderttausende von Fischspezies nicht genug waren, brachte er zusammen mit ihnen noch andere Meergeschöpfe ins Dasein und schaffte eine Umwelt von atemberaubender Pracht am Meeresboden. Dann dachte dieser selbe Götze "Zufall", dass das Unterwasserleben nicht genug war, und so nahm er einige strukturellen Änderungen im Körper eines Fisches vor, die ihn befähigen würden, an Land zu leben. Mit Hilfe von allmählichen Änderungen, die aufs Geratewohl stattfanden, trug es sich so zu, dass die Flossen des Fisches in Füße verwandelten und die Kiemen zu Lungen wurden, so dass der Fisch in der Luft atmen konnte. Und trotzdem gab es noch nicht die Vielfalt der Spezies, die wir heute sehen, und so fuhr "Zufall" angeblich fort mit seiner Zauberei...

Wie wir im Weiteren an vielen Beispielen sehen werden, können lebende Organismen nur überleben, wenn ihre Organe vollständig entwickelt und voll funktionsfähig sind. Versagen oder Funktionsstörungen einiger Organe würden den Tod eines Organismus innerhalb weniger Minuten oder höchstens in ein paar Tagen hervorrufen. Den Behauptungen der Evolutionisten gemäß jedoch, hat der Götze "Zufall" die Einzelheiten der lebendigen Dinge in vollkommener, fehlerloser Weise, bewusst und sorgfältig über Millionen von Jahren hinweg erdacht, entworfen und gestaltet.

Wie wir aus diesen Beispielen ersehen können, ist der Zufall für die Evolutionisten eine Art Gott, der machen kann, was er will, jedes beliebige Ding unversehens gestalten und ein Tier in ein anderes verwandeln kann. Zusätzlich zu all diesen Fähigkeiten kann er Farben, Aussehen und Geschmack aller lebendigen und nicht-lebenden Dinge in der höchst ästhetisch vorstellbaren Weise anordnen.

Der Götze "Zufall" teilt den Früchten gemäß der Saison Vitamine zu und macht sie saftig und nahrhaft. Er gewährleistet, dass ihr jeweiliger Geruch und Geschmack überall ähnlich ist. Zudem verfügt er über das Wissen darüber, wie all die Information, die eine Pflanze jemals benötigen wird, in einem winzigen Samenkorn untergebracht wird.

Was wir bisher erwähnt haben, stellt die generellen Richtlinien der Postulate dieser materialistischen und evolutionistischen Mentalität dar. Gewiss ist es für jeden Menschen, der über Vernunft und Gewissen verfügt, eine offensichtliche Tatsache, dass all die gegebenen Beispiele nicht durch Zufall realisierbar sind, der jedoch die einzige Ursache ist, welche die Evolutionisten anzubieten haben. Man stelle sich nur einmal diese Frage: Können Zufälle in der Weise zusammentreffen, dass sie Autobahnen und Speditionsunternehmen hervorbringen und zudem Gewähr leisten, dass das gesamte Transportwesen problemlos funktioniert? Zweifelsohne ist es unmöglich, dass solche Dinge zufällig zustande kommen können. Ebenso, wie es unmöglich ist, dass ein Speditionsunternehmen durch Zufall zustande kommt, kann auch das Blutkreislaufsystem des Körpers nicht von ungefähr entstehen. In der gleichen Weise, wie es einer Gruppe von Leuten bedurfte, den Eiffelturm zu entwerfen, jede einzelne seiner Stahlstreben herzustellen, auf genau bestimmte Größen zuzuschneiden, die Teile entsprechend des Bauplans zusammenzufügen und ihn stabil zu machen, gibt es eine Macht, welche die Knochen im menschlichen Körper erschuf. Diese Knochen, die alle die erforderlichen Größen haben, wurden in optimaler Weise, entsprechend dem Design des menschlichen Körpers placiert, und durch das Aneinanderfügen dieser Knochen wurde ein starkes Skelett geschaffen. Das ist eine Macht, die alles in sich einschließt und allem, was es in der Natur gibt, überlegen ist. Sie kann mit nichts verglichen werden. Der Inhaber dieser Macht ist Gott, der Schöpfer der Himmel und der Erde und all dessen, was sie beinhalten.

All die bisher gezogenen Vergleiche und die Beispiele, die in diesem Buch gegeben werden, behandeln nur einen minimalen Teil der Vielfalt von Gottes Kunstfertigkeit in der Schöpfung. Es werden z.B. nur einige generelle Eigenschaften der Schmetterlinge erwähnt, wohingegen ganze Seiten von Büchern alleine über die Augen der Schmetterlinge geschrieben wurden. Darüber hinaus gibt es viele verschiedene Spezies von Schmetterlingen, von denen jede einzelne eine ihr zueigne spezifische Ausstattung hat. In diesem Buch werden nur einige Charakteristiken des menschlichen Körpers in genereller Weise behandelt, wobei umfangreiche Bücher und Forschungsarbeiten zum Thema des Knochengerüsts alleine erhältlich sind. Es gibt ganze Bücher, die der Hornhaut des menschlichen Auges, den Flügeln eines Insekts, oder selbst nur der Substanz dieser Flügel gewidmet sind.

All das liefert konkrete Beweise für die Existenz Gottes. Gott umfaßt alles mit Seinem Wissen, und jeder, der das versteht, wird unverzüglich die Herrlichkeit erkennen, die überall in der Schöpfung zutage tritt. Jeder Mensch erfasst die Größe Gottes entsprechend dem Ausmaß seiner eigenen Weisheit und seines Gewissens. Entsprechend ist es auch die höchste Pflicht eines Menschen, der begonnen hat, die Allmacht und unendliche Kunstfertigkeit Gottes zu erkennen, sich dem wahren Schöpfer dieser Schönheiten, die er betrachtet, zuzuwenden und sein Leben in der, von Gott gebotenen Weise zu führen. Gott erklärt Seine Stellung im Quran in folgender Weise:

Derart ist Gott, euer Herr! Es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Schöpfer aller Dinge. So dient Ihm alleine. Er ist der Hüter aller Dinge. (Sure 6:102 – al-An’am)

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