Harun Yahya

GLAUBEN WIE ES GOTT WILL, NICHT WIE DIE MENSCHEN ES WOLLEN


Gotthat den Menschen bis ins kleinste Detail vorgeschrieben, welchen Charakter sie haben sollten und wie sie ihr Leben führen müssen. Dass man einen wahren Glauben hat, kann man nur dann behaupten, wenn man die Befehle Gottes vollkommen ohne Ausnahmen einhält; nur dann kann man wirklich behaupten, gläubig zu sein.

 

Doch leider wehrt sich ein Teil der Menschheit absolut gegen solch einen Charakter. Diese Menschen wollen sich nicht Gott so hingeben wie Gott es befiehlt, sondern sie schaffen sich lieber ein eigenes Modell, das ihrem Egoismus zuspricht. Deshalb erfinden sie Gesetze und Prinzipien mit der Behauptung, der Glaube müsse zu diesen Prinzipien passen.

 

Nur entsprechend diesen Gedanken und Prinzipien akzeptieren sie den Glauben.

Doch leider ist dies ein großer Irrtum, denn wirklichen Glauben hat man nicht, wenn man selbst Prinzipien und Gesetze erfindet, sondern wenn man die Gesetze Gottes beachtet.

 

Gott beschreibt diese Menschen, die nach ihren eigenen verstrickten Gedanken leben, im Quran so:

 


Was fehlt euch nur? Wie urteilt ihr denn? Oder habt ihr ein Buch, dem ihr entnehmen könnt, dass ihr alles erhaltet, was ihr wünscht? Oder habt ihr eine Zusage von Uns, bindend bis zum Tag der Auferstehung, dass ihr erhalten sollt, was ihr befehlt? Frage sie, wer von ihnen dafür wohl bürgen kann? (Sure al-Qalam, 36-40)


Die Irrtümer jener, die leben wie sie wollen

 

So zu leben wie man selbst es will, anstatt wie es Gott befiehlt, bringt die Menschen auf Irrwege und führt zu falschem Handeln. Zu Lebzeiten unseres Propheten Muhammed haben die Heuchler zum Beispiel mit solchen Täuschungen versucht, die Gläubigen vom rechten Weg abzubringen. Gott beschreibt die Heuchlern und Ungläubigen:


Und damit Er die Heuchler und Götzenanbeter bestrafe, die über Gott übel denken. Über sie bricht Unheil herein. Gott zürnt ihnen und verwirft sie und Er hat die Hölle für sie vorbereitet. Was für ein schlimmes Ende! (Sure al-Fath, 6)


Falsche Einschätzungen fallen immer auf deren Urheber zurück, und Sieger waren immer unser Prophet und seine Wegbegleiter.


„Wünschen sie sich etwa die Rechtsprechung aus der Zeit der Unwissenheit?“ (Sure al-Ma’ida, 50)


Der Grund, der diese Menschen zu solchen Ergebnissen führt, ist, dass sie nicht Gottes Befehlen folgen, sondern ihrem eigenen Willen. Doch Gott sagt im Quran:


„... Wer aber richtet besser als Gott, für Leute, die im Glauben fest sind?“ (Sure al-Ma’ida, 50)


Die den eigenen Willen und ihre Begierden vergöttern

 

Der Grund, warum sich diese Menschen vom richtigen Glauben abwenden, ist, dass sie ihre Begierden in den Vordergrund stellen. Sie handeln nach ihren Wünschen und Begierden. Natürlich erhalten diese Menschen nicht Gottes Einverständnis. Hinzu kommt noch, dass sie sich selbst und ihrer Umgebung große Sorgen bereiten, finanziell und privat.

 

Gott sagt im Quran, dass die Begierde des Menschen ihn zum Schlechten führt.


Doch ich will mich nicht selbst reinwaschen. Seht, der Mensch ist zum Bösen geneigt, es sei denn, dass mein Herr Sich seiner erbarmt. Mein Herr ist fürwahr verzeihend und barmherzig. (Sure Yusuf, 53)


In einem anderen Quranvers steht geschrieben, dass die Begierde einen Menschen in große Schwierigkeiten bringen kann:


Wenn die Wahrheit ihren Neigungen gefolgt wäre, wahrlich, Himmel und Erde und was darin ist, wären dann gewiss zu Grunde gegangen. Wir überbrachten ihnen ihre Warnung, doch sie kehrten sich von ihrer Warnung ab. (Sure al-Mu`minun, 71)


Der Glaube passt am besten zum Menschen, so wie ihn Gott gesandt hat. Es bringt viele Sorgen und Probleme mit sich, wenn die Menschen versuchen, den Glauben ihrer Kultur, ihren Wünschen und ihren Bedürfnissen anzupassen. Ein Mensch, der nicht nach dem Quran lebt, will, dass alles seinem Willen und Bedürfnissen angepasst wird. Für ihn ist es wichtig, dass seine Begierde befriedigt wird, doch zu welchen Ergebnissen das führen kann, darüber möchte er nicht nachdenken, und wenn er nachdenken würde, dann würde ihm seine Begierde die eigenen Wünsche als wichtiger darstellen. Wenn man jedoch den Bedürfnissen entsprechend lebt, wird man immer danach schauen, dass es einem selbst gut geht.

 

Soll der Mensch etwa haben, was immer er sich wünscht?

 

Wenn das Gegenteil von dem geschieht, als das, was der Mensch in seiner Begierde geplant hat, kommt es zu zum Quran unpassenden Verhaltensweisen wie Wutausbrüchen oder, Beleidigungen, die den Menschen dazu bringen, egoistisch, gefühllos und arrogant zu werden. Solche Menschen lieben am meisten sich selbst. Auch wenn sie behaupten, Ihre Familie, Freunde und Menschen ihres Umfelds zu lieben, ist diese Art Liebe nur in ihrer eigenen Begierde begründet. Sie achten nicht auf Gottes Einverständnis und darauf, ob sie mit dem Himmel belohnt werden. Ihnen ist das irdische Leben wichtiger. Das wird jedoch solchen Menschen schaden. Jemand, der ständig versucht, seine Begierde zu befriedigen, wird immer wieder mit neuen Sorgen konfrontiert. Anstelle innerlicher Ruhe und Zufriedenheit treten Angst, Verzweiflung und Unzufriedenheit. Weil der Mensch nicht bedenkt, dass alles was er besitzt, Gottes Geschenk an ihn ist, macht er sich – anstatt Gott zu danken – Gedanken darüber, was wohl wäre, wenn er all das verlieren würde und sich die Dinge anders entwickelten, als er geplant hat. Dadurch werden Seele und Psyche sehr belastet.

 

Eine andere Besonderheit der Menschen, die nach ihren Bedürfnissen leben ist, das Sie sehr oberflächlich lieben. Sie sind nicht zuverlässig in ihrer Liebe. Ihre Liebe ist mit Voraussetzungen verbunden, und wenn diese Vorrausetzungen nicht erfüllt werden, verzichten sie auf die Liebe, die Ihnen als ein Wert gegeben wurde.

 

Wir sehen oftmals, dass Eltern von ihren Kindern nicht respektiert werden, dass kein Vertrauen da ist. Auch im Freundeskreis beobachten wir immer wieder, wie schnell Freundschaften in die Brüche gehen. Solche Fälle sind für ungläubige Menschen moralisch ein großes Unheil. Schließlich ist auch Liebe ein großes Geschenk Gottes. Der Mensch ist veranlagt, das Bedürfnis von Zuneigung, Liebe und Geborgenheit zu haben. Er braucht zuverlässige, liebevolle und vertrauenswürdige Menschen um sich. Ungläubige Menschen jedoch die nach ihrer Begierde leben und sich den Befehlen Gottes widersetzen, leben leider entfernt von diesen Geschenken Gottes. Im Namen der Liebe schaffen sie eine Lebensatmosphäre in der es kein Vertrauen, kein Mitgefühl und keine Zuneigung gibt.

Die wahre Liebe nach dem Quran

 

Muslime lieben Gott am meisten. Sie wissen, dass Gott alles aus guten Gründen erschafft. Alles was sie erleben, wird ein positives Ergebnis haben, schließlich wurde auch alles in ihrem Schicksal von Gott vorausbestimmt. Sie sind für jeden Moment, den Gott ihnen schenkt, dankbar. Sie vertrauen Gott, sie verlassen sich auf Gott, sie dienen nur Gott.

 

Gott ist der Zuverlässige Freund und Helfer der Gläubigen. Die Liebe der Muslime zu Gott wird im Quran so erklärt:

 


Und doch gibt es Leute, die neben Gott Ihm angeblich Gleiche setzen und sie lieben, wie man (nur) Gott lieben soll: Aber die Gläubigen sind stärker in der Liebe zu Gott. Wenn die Frevler nur sehen würden, wenn sie die Strafe sehen, dass alle Kraft Gott gehört und dass Gott streng im Strafen ist. (Sure al-Baqara, 165)


 

Das was sie lieben und begehren, lieben und begehren sie in dem Bewusstsein, dass Gott es erschaffen hat, und sie bewundern Gottes große Kunstfertigkeit. Sie lieben mit Geduld, Gutmütigkeit und Zuneigung. Die Hilfsbedürftigkeit und Schwäche der Menschen sind für sie ein Grund, Verständnis und Mitgefühl füreinander zu haben.

 

Ihnen ist auch bewusst, dass im irdischen Leben alles vergänglich ist und das es die ewigen Schönheiten im Jenseits gibt. In dieser Welt ist alles mangelhaft, im Jenseits aber ist alles perfekt. Wenn der Mensch hier ständig mit den Menschen zusammen wäre, die ihm viel bedeuten, die sie sehr liebt, wenn der Mensch durchgehend bewundert würde und alles so wäre, wie er es sich wünscht, könnte trotzdem er nicht glücklich werden, weil hier alles vergänglich ist und alles irgendwann vom Tod beendet wird. Im Jenseits ist das Leben ewig. Muslime wissen, dass Freundschaften, für unendliche Zeit abgeschlossen werden. Deshalb ist es ihnen sehr wichtig, einen guten Charakter zu haben. Ihre Erwartungen sind nicht auf das irdische Leben begrenzt. Deshalb genießen sie auch wirklich alles, was ihnen von Gott geschenkt wird.

 

Aus diesem Grund sind die Gläubigen von Angst und Verzweiflung, wie die Ungläubigen sie haben, befreit. Sie wissen sehr gut, dass nicht die Menschen ihre Erwartungen und Wünsche erfüllen, sondern dass es Gott ist. Sie wenden sich zu Gott und haben die Hoffnung, dass, wenn sie ihr Leben so akzeptieren, wie es Gott möchte, Gott sie auf das Schönste belohnen werde.

 

Es gibt große Unterschiede zwischen den Menschen, die ihr Leben so leben, wie Gott es will und denen, die so leben, wie sie selbst es wollen:

 

Soll denn der, welcher klaren Beweisen seines Herrn folgt, denen gleich sein, denen ihre Missetaten im besten Licht erscheinen und die lediglich ihren Gelüsten folgen? (Sure Muhammed, 14)

 

Schlussfolgerung

 

Den Glauben richtig zu leben ist nur dann möglich, wenn man Gottes Befehle und die Sunna unseres Propheten genau befolgt. Über Gottes Offenbarungen hinaus sich selbst in irgendwelche Ideen und Vorstellungen zu verstricken, bringt dem Menschen nur Verlust.


“… Darum richte zwischen ihnen nach dem, was Gott hinabsandte. Folge nicht ihren Neigungen…“ (Sure al-Ma’ida, 48)


 Gott sagt den Menschen in diesem Vers, dass Maß und Wegweiser des Lebens der Quran ist. Jeder, der einen anderen Weg sucht, wird erfolglos sein.


Und das (gute) Ende ist für die Gottesfürchtigen.“ (Sure al-Qasas, 84)


Damit sagt Gott, dass die gläubigen Muslime, die Seinen Befehlen folgen, in dieser Welt und auch im Jenseits ein glückliches Leben führen werden. Doch diejenigen, die nach ihren Wünschen und ihren Begierden leben wollen, leben in einem großen Irrtum:


Doch wenn sie dir keine Folge leisten, dann wisse, dass sie nur ihren Vorlieben folgen. Wer aber ist in größerem Irrtum, als wer seinen Vorlieben - ohne Rechtleitung von Gott - folgt? Siehe, Gott leitet kein ungerechtes Volk. (Sure al-Qasas, 50)

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