Harun Yahya

DEM QURAN ZUFOLGE IST ES FARZ (PFLICHT), DASS SICH DIE MUSLIME VEREINEN


 

Allah befiehlt im Quran, dass die Gläubigen eine Einheit bilden, sich gegen die Ungläubigen verbünden, einander als Geschwister betrachten und lieben, einander mit Empathie, versöhnlich und schützend behandeln, und sich mit größter Sorgfalt davor in Acht nehmen, auseinander zu driften, sich zu trennen und auseinander zu fallen. Dem Quran zufolge ist es Farz (Pflicht) für die Muslime, eine Gemeinschaft zu bilden. In den Versen wird wie folgt befohlen:

Und haltet allesamt an Allahs Seil fest, und zersplittert euch nicht, und gedenkt der Gnadenerweise Allahs euch gegenüber als ihr Feinde wart und Er euere Herzen so zusammenschloss, dass ihr durch Seine Gnade Brüder wurdet, und als ihr am Rande einer Feuergrube wart und Er euch ihr entriss. So macht euch Allah Seine Zeichen klar, auf dass ihr euch leiten lasst, (Sure Al Imran, 104)

Die Gläubigen sind Brüder. Darum stiftet unter eueren Brüdern Frieden. Und seid gottesfürchtig, damit ihr Barmherzigkeit findet. (Sure Al-Hudschurat, 10)

Und gehorcht Allah und Seinem Gesandten und hadert nicht miteinander, damit ihr nicht kleinmütig werdet und euere Kraft euch verloren geht. Und seid standhaft; siehe, Allah ist mit den Standhaften. (Sure Al-Anfal, 46)

Die Ungläubigen sind (auch) einer des anderen Beschützer. Wenn ihr nicht entsprechend handelt, entsteht Zwietracht und großes Unheil auf Erden. (Sure Al-Anfal, 73)

Und die, wenn sie unterdrückt werden, sich zur Wehr setzen; (Sure Asch-Schura, 39)

Allah liebt fürwahr diejenigen, welche auf Seinem Weg in Schlachtordnung kämpfen, so als wären sie eine festgefügte Mauer. (Sure As-Saff, 4)

An dieser Stelle werden nur einige wenige Verse wiedergegeben, die vom Bündnis der Gläubigen handeln. An diesen Versen und an der allgemeinen Aussage des Quran werden folgende Dinge zweifelsfrei deutlich:

* Die Einheit der Muslime,

*  die geschwisterliche Verbundenheit in Liebe und Fürsorge,

*  das Meiden von Auseinandersetzungen und Diskussionen,

*  dass sie einander als Schutzherren und Freunde fungieren,

*  dass sie einander in jeder Hinsicht helfen und schützen,

* dass sie einander beratend zur Seite stehen,

* es ist ihnen befohlen, wie eine festgefügte Mauer eine Front gegen die  Ungläubigen zu bilden und sich mit ihnen wissenschaftlich auseinanderzusetzen.

Demnach ist eine gegenteilige Handlung, dass heißt:

* nicht vereinend sondern separatistisch zu sein,

* seinen Muslimischen Geschwistern nicht mit Liebe und Mitgefühl zu begegnen,

* seinen Muslimischen Geschwistern gegenüber nicht versöhnlich, schützend und stützend sein

* bei der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit den Ungläubigen, keine Front - wie eine festgefüge Mauer - zu bilden, verboten.

Wenn die Islamische Welt eine starke, entschlossene, wohlhabende Zivilisation bilden und auf allen Sektoren der Welt richtungsweisend und federführend sein möchte, müssen die Muslime als eine Einheit handeln. Das Fehlen dieses Bündnisses hat die Zerrissenheit und den Groll der Muslimischen Nationen zur Folge; dass die Islamische Welt nicht gemeinsam die Stimme erhebt hat zur Folge, dass die unterdrückten Muslimischen Völker wehrlos sind. In Palästina, Kaschmir, Ostturkestan, Moro und an vielen anderen Orten, warten arme Frauen, Kinder und alte Menschen in Not, auf die Befreiung von der Unterdrückung. Die Verantwortung für diese Menschen trägt in erster Linie -vor allen Anderen- die Islamische Welt. Die Muslime dürfen die Worte unseres Propheten (sav) „ ein Muslim darf einen anderen Muslim nicht unterdrücken und in Gefahr zurücklassen“ nicht aus Ihrem Gedächtnis streichen.

Dass die Muslime auf der Welt bisher keine starke und aktive Türkisch-Islamische-Union gegründet haben, ist ein tragisches Fehlen. Falls ein starkes Bündnis gewährleistet werden würde, würden solche Probleme, wie sie heute gegenwärtig sind, würde man entweder überhaupt nicht begegnen oder alle zu lösenden Probleme, würden man in einer unvorstellbar kurzen Zeit lösen.

Es ist absolut natürlich, dass in der Islamischen Welt verschiedene Kulturen, Traditionen und Auffassungen bestehen. Wichtig ist, diese Unterschiede unter dem Dach einer Glaubensgemeinschaft, einem pluralistischen, solidarischen Bündnis zu vereinen. Unterschiede in der Ansicht, Philosophie und Ausführung sind Dinge, die in jeder Gemeinschaft üblich sind. Dass die Muslime, der Islamischen Moral entsprechend, trotz aller Unterschiede, einander als Geschwister gelten, darf nicht vergessen werden. Unabhängig der Rasse, Sprache, Land, Konfession, sind alle Muslime Geschwister. Aus diesem Grund sind die Unterschiede in der Islamischen Welt als eine Bereicherung zu bewerten, und dürfen nicht die Grundlage für Auseinandersetzungen unter den Muslimen bilden und sie von den Hauptthemen fern halten; sie an der Lösung dringender und immenser Probleme hindern und in Konflikten und Trennungen ausarten.

In den Beziehungen der Muslime untereinander ist nicht die Rasse ein Maßstab, die ethnische Zugehörigkeit, Eigenschaften, wie die Sprache, der Status, die Position oder Macht des Gegenübers, sondern sein Glaube und sein guter Charakter.

Die Liebe der aufrichtigen Gläubigen zueinander, entwickelt sich abhängig von der Furcht und Obacht des anderen vor Allah, seiner innigen Liebe unserem Schöpfer gegenüber, seiner guten Werke und seinem guten Charakter. Falls jemand die Tatsache, sein Leben dem Wege Allahs gewidmet zu haben, in all seiner Art und Handlung beweist, in jedem Augenblick die Gunst und Barmherzigkeit Allahs erwartend, gute Werke vollbringt, fühlen die Gläubigen ihm gegenüber Liebe und Hochachtung. Die Hautfarbe dieses Menschen, seine Abstammung, seine finanziellen Möglichkeiten gelten nicht als Kriterien, diese Dinge haben keinen positiven oder negativen Einfluss auf Ihre Liebe. Die selben Kriterien müssen auch den Maßstab der Beziehungen Muslimischer Gemeinschaften untereinander bilden. Die Grundlage der Beziehung zweier Muslimischer Gemeinschaften, muss der im Quran angegebene Maßstab sein.

Muslime müssen, falls Umstände entstehen, die ein gemeinsames Handeln verhindern, sich über folgende Fragen Gedanken machen:

„Ist dieses Thema so wichtig, dass es eine Vereinigung des Islam schädigen kann?“

„Stellt es ein Thema dar, in dem es keine Übereinkunft geben kann?“

„Ist es vorzuziehen, statt sich mit der ungläubigen Ideologie auseinanderzusetzen, sich mit einer anderen Muslimischen Gemeinschaft zu beschäftigen?“

Jeder, der diese Frage gewissenhaft beantwortet, wird sehen, dass es vorrangig ist, sich von den endlosen Diskussionen fern zu halten und eine auf der Moral des Quran basierende Übereinkunft der Muslime zu gewährleisten.

Die Islamische Welt, muss die Andersartigkeit und die Unterschiede beiseite lassen und sich auf die Tatsache berufen, dass alle Muslime „Geschwister“ sind und mit der wunderbaren Moral, die diese geistige Brüderschaft mit sich bringt, der gesamten Welt ein gutes Beispiel präsentieren. Dass alle Gläubigen miteinander verschwistert sind, ist eine Huld und eine Gabe Allahs. Die aufrichtigen Muslime sollten unserem Schöpfer für diese Gabe Dank erweisen und dürfen den Befehl Allahs „zersplittert euch nicht“ nicht vergessen.

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