Harun Yahya

DER ISLAM HAT IM VERLAUF SEINER GANZEN GESCHICHTE DEM MITTLEREN OSTEN FRIEDEN UND HARMONIE GEBRACHT

Palästina und insbesondere sein Herz, Jerusalem, ist für Muslime seit dem Beginn der Geschichte des Islams heilig gewesen. Da die Muslime Palästina als heilig ansehen, haben sie alles unternommen, um der Region Frieden und Harmonie zu bringen. Wir werden in diesem Artikel auf einige historische Fälle eingehen.

 
Es gibt zwei Hauptgründe, warum Jerusalem für Muslime heilig ist: Es ist die erste Richtung, an die Muslime es gewöhnt waren, sich bei der Verrichtung ihrer Gebete zu wenden. Von dort, von der Al-Haram Moschee zur Al-Aqsa Moschee, ist der Prophet Mohammed zum Himmel aufgestiegen, eines der größten Wunder, die der Prophet vollbracht hat. Mit anderen Worten der Ritt von Mekka nach Jerusalem. Diese Tatsache wird im Quran wie folgt berichtet:
 
Gepriesen sei Der, Der Seinen Diener des Nachts von der unverletzlichen Moschee (Almasdschidil-haram) zur fernsten Moschee führte, deren Umgebung Wir gesegnet haben, um ihm einige von Unseren Zeichen zu zeigen. Gewiss, ER ist Der Allhörende, Der Allsehende. (Sure al-Isra': 1)

 
In den Geschichten des Quran über die Propheten werden in vielen Versen, die auf palästinensische Regionen verweisen, diese als 'gesegnete und heilige Länder' erwähnt. Im obengenannten Vers über den Aufstieg zum Himmel wird die Al-Aqsa Moschee wie ein Land beschrieben, 'dessen Umgebung Allah gesegnet hat.' In der Sure al-Anbiya, in der die Migration der Propheten Abraham und Lot nacherzählt wird, wird die gleiche Gegend als ' ein Land beschrieben, das Allah gesegnet hat.' Außerdem sind die palästinensischen Länder, in denen viele Propheten, die aus Israel stammen, gelebt, im Namen Allahs gekämpft haben und auf dem Feld der Ehre gefallen oder dort gestorben sind und begraben wurden, auch aus diesen Gründen für Muslime heilig.

 
Infolgedessen haben die Muslime in den letzten 1.400 Jahren immer für Frieden und Ruhe in Jerusalem und Palästina gesorgt.

 
Der Frieden und die Gerechtigkeit, die vom Kalifen Omar nach Palästina gebracht wurden

 
Bis zum Jahre 71 n.Chr. war Jerusalem die Hauptstadt der Juden. Aber in diesem Jahr hat die römische Armee einen Feldzug gegen die Juden durchgeführt, und sie aus dem Gebiet in eine öde Gegend verbannt. Während der Zeit der jüdischen Diaspora, waren Jerusalem und seine Umgebung ein verlassenes Land.

 
Jedoch wurde Jerusalem mit der Annahme des Christentums während der Zeit des römischen Kaisers Constantin noch einmal sehr interessant. Römische Christen bauten Kirchen in Jerusalem. Das Niederlassungsverbot für Juden in der Region wurde aufgehoben.
Palästina blieb bis zum 7. Jahrhundert ein römisches Gebiet (Byzanz). Die Perser eroberten das Gebiet für kurze Zeit, aber Byzanz eroberte es später zurück.

 
Die Eroberung der Region im Jahr 637 durch islamische Armeen stellt einen wichtigen Wendepunkt in der Geschichte Palästinas dar. Mit dieser Eroberung traten in Palästina, das jahrhundertelang Schauplatz von Kriegen, Verbannungen und Massakern war und häufig in den Besitz unterschiedlicher Glaubensgemeinschaften geriet, die jedesmal Anlass zu neuen Grausamkeiten gaben, Frieden und Ruhe ein.

 
Palästina wurde von Omar, dem zweiten Kalif nach dem Propheten, eingenommen. Die Einnahme von Jerusalem durch Omar, die bisher nicht gekannte Toleranz, Reife und Freundlichkeit, die er gegenüber Menschen verschiedenen Glaubens zeigte, waren der Beginn einer herrlichen Periode. Die britische Historikerin und Expertin des Mittleren Ostens, Karen Armstrong, beschreibt die Eroberung von Jerusalem durch Omar in ihrem Buch Holy War:
 
Der Kalif Omar betrat Jerusalem auf einem weißen Kamel und wurde vom Richter der Stadt, dem griechischen Patriarchen Sophronius eskortiert. Der Kalif bat zuerst darum, unverzüglich zum Tempel Mount gebracht zu werden. Dort kniete er nieder und betete an der Stelle, an der sein Freund Mohammed seine Nachtreise gemacht hatte. Der Patriarch beobachtet dies mit Entsetzen und dachte, dass dies seine letzten Tage sind. Er vermutete, dass die "letzten Tagen" sich endlich näherten. Folglich bat Omar, die christlichen Tempel zu sehen und während er in der Kirche des heiligen Sepulchrums war, kam die Zeit für das muslimische Gebet. Höflich lud der Patriarch ihn ein, zu beten, wo er war, aber Omar lehnte liebenswürdig ab, dort zu beten. Wenn er niederknien würde, um in der Kirche zu beten, erklärte er, würden die Muslime dort zum Gedenken eine Moschee errichteten, und das würde bedeuten, dass die Kirche des heilige Sepulchrums zerstört werden würde. Aus diesem Grund verließ Omar die Kirche und betete ein wenig entfernt von ihr. An der Stelle, direkt gegenüber vom heiligen Sepulchre wurde dann auch tatsächlich eine kleine Moschee errichtet, die dem Kalifen Omar gewidmet ist.

 
Eine weitere, große Moschee wurde von Omar auf dem Tempel Mount errichtet, um die muslimische Eroberung zu symbolisieren, zusammen mit der al-Aqsa Moschee, die an die Nachtreise von Mohammed erinnert. Die Christen hatten diese Stelle, an der sich der zerfallene Tempel der Juden befand, jahrelang als Müllhaufen der Stadt benutzt. Der Kalif half den Muslimen, mit seinen eigenen Händen den Abfall zu beseitigen. Durch die Errichtung von zwei Gotteshäusern haben die Muslime den Islam damit in der drittheiligsten Stadt des Islams angesiedelt.1

 
Kurz gesagt; Muslime brachten 'Zivilisation' nach Jerusalem und ganz Palästina. Anstelle des barbarischen Glaubens, der keinen Respekt für den heiligen Wert anderer Menschen zeigt, und der die Menschen allein wegen ihrer Glaubensunterschiede ermordeten, herrschte dort nach der Eroberung durch Omar die gerechte, tolerante und gemäßigte Kultur des Islam. Nach der Eroberung lebten die Muslime, Christen und Juden zusammen in Frieden und Harmonie in Palästina. Die Muslime versuchten nie, die Menschen zum Islam zu zwingen, aber einige Nicht-Muslime, die sahen, dass der Islam die wahre Religion ist, haben aus eigenem freien Willen den Islam gewählt.

 
Frieden und Harmonie in Palästina dauerten solange, wie diese Region sich unter der Herrschaft der Muslime befand. Jedoch am Ende des 11. Jahrhunderts kamen ausländische Invasoren in die Region und das zivilisierte Land von Jerusalem wurde in barbarischer und grausamer Weise geplündert. Diese Barbaren waren die Kreuzfahrer.


 
Die Grausamkeit der Kreuzfahrer

 
Während die Anhänger der drei Religionen in Frieden und Harmonie in Palästina lebten, entschieden die Christen in Europa, Kreuzzüge zu unternehmen. Nach einem Aufruf von Papst Urban II am 25 November 1095 an den Rat von Clermont machten sich mehr als 100.000 Menschen aus ganzem Europa auf, "das heilige Land von den Muslimen zu befreien" und um den sagenhaften Reichtum des Ostens zu finden. Nach einer langen und zermürbenden Reise, vielen Plünderungen und Gemetzel an Muslimen erreichten sie 1099 Jerusalem. Die Stadt fiel nach einer Belagerung von fast fünf Wochen, und die Kreuzfahrer zogen ein. Die von ihnen dabei verübten Grausamkeiten stellten vieles in den Schatten, was die Welt bisher erlebt hatte. Alle Muslime und Juden in der Stadt wurden niedergemetzelt. Ein Historiker beschrieb die Zustände so, "...ermordeten sie alle Arabers und Türken, die sie fanden..., ohne Rücksicht darauf, ob es ein Mann oder eine Frau war." 2 Einer der Kreuzfahrer, Raymond of Aguiles prahlte mit dieser Gewalttätigkeit:
 
Wundervolle Ansichten waren zu sehen. Einige von unseren Männern (und diese waren die barmherzigsten) schnitten die Köpfe ihrer Feinde ab; andere schossen sie mit Pfeilen, damit sie von den Türmen stürzten; andere quälten sie länger, indem sie sie in Flammen warfen. Ein Haufen der abgeschnittenen Köpfe, Hände und Füße waren auf den Straßen der Stadt zu sehen. Deswegen war es sehr schwierig, auf den Straßen zu gehen. Aber diese waren sehr wenig, wenn sie damit verglichen wurden, was am Tempel von Solomon geschah... Im Tempel und im Portal von Solomon ritten Männer in Blut bis zu ihren Knien.3

 
In zwei Tagen ermordete die Armee der Kreuzfahrer ca. 40.000 Muslime in der oben beschriebenen barbarischen Weise. 4 Der Frieden und die Harmonie in Palästina, die seit Omar eingekehrt waren, endete in einem schrecklichen Gemetzel. Die Kreuzfahrer übertraten alle ethischen Gesetze des Christentums, einer Religion der Liebe und des Mitleids, und verbreiteten Terror angeblich unter Berufung auf das Christentum.

 
Die Gerechtigkeit Saladins

 
Die barbarische Armee der Kreuzfahrer machte aus Jerusalem ihre Hauptstadt, und gründete ein lateinisches Königreich, dessen Grenzen sich von Palästina bis nach Antiochia erstreckten. Jedoch konnten sich die Kreuzfahrer, die Rechtlosigkeit und Unterdrückung nach Palästina gebracht hatten, nicht lang halten. Saladin vereinigte alle muslimischen Königreiche unter seiner Fahne in einem Heiligen Krieg und besiegte die Kreuzfahrer in der Schlacht von Hattin im Jahre 1187. Nach der Schlacht wurden die beiden Führer der Armee der Kreuzfahrer, Reynauld von Chatillon und König Guy, vor Saladin gebracht. Saladin richtete Reynauld von Chatillon, dessen Grausamkeit gegen Muslime ihn weithin bekannt gemacht hatte. König Guy dagegen ließ er gehen, da er nicht die gleichen Verbrechen verübt hatte. Palästina erlebte noch einmal wahre Gerechtigkeit.

 
Unmittelbar nach Hattin und am gleichen Tag, an dem der Prophet Mohammed in einer Nacht von Mekka nach Jerusalem gebracht worden war, am Tag seines Aufstiegs, betrat Saladin Jerusalem und befreite es von der Besetzung der Kreuzfahrer, die 88 Jahre angedauert hatte. Als die Kreuzfahrer 88 Jahre zuvor die Stadt eingenommen hatten, hatten sie alle Muslime innerhalb der Stadt getötet. Aus diesem Grund hatten sie Angst davor, dass Saladin ihnen das Gleiche antun würde. Aber er rührte nicht einen einzigen Christen in der Stadt an. Er befahl nur den lateinischen (katholischen) Christen, die Stadt zu verlassen. Den orthodoxen Christen, die nicht Kreuzfahrer waren, wurde erlaubt, in der Stadt zu leben und ihren Gottesdienst auszuüben, wie sie es wollten. Die britische Historikerin Karen Armstrong beschreibt die zweite islamische Eroberung von Jerusalem mit den folgenden Wörtern:
 
Am 2 Oktober 1187 betraten Saladin und seine Armee Jerusalem als Eroberer und für die folgenden 800 Jahre würde Jerusalem eine muslimische Stadt bleiben... Saladin hielt sein Wort und eroberte die Stadt unter Einhaltung der höchsten islamischen Prinzipien. Er nahm nicht Rache für das Massaker von 1099, ganz wie der Quran es befiehlt (Sure an-Nahl: 127). Kein einziger Christ wurde getötet und es gab keinen Plünderung. Die Lösegelder wurden bewusst sehr niedrig angesetzt...

 
Saladin war durch die Notlage der Familien zu Tränen gerührt, die auseinandergerissen waren und er ließ viele von ihnen frei, wie der Quran es nachdrücklich verlangt. Sein Bruder al-Adil war durch die Notlage der Gefangenen so beunruhigt, dass er Tausende von ihnen für seinen eigenen Haushalt erbat und sie dann sofort freiließ...

 
Als Imad ad-Din den Patriarchen Heraclius sah, wie er die Stadt mit Pferdefuhrwerken verlies, die mit Schätzen beladen waren, drängte er Saladin, es konfiszieren zu lassen. Aber Saladin lehnte ab. Der Quran sagt, dass Eide und Verträge eingehalten werden müssen und es war wesentlich, dass die Muslime die rechtlichen Abmachungen einhielten... Heraclius zahlte sein Lösegeld von 10 Dinar wie jeder andere auch und wurde sogar mit einer speziellen Eskorte versehen, um seinen Schatz während der Reise zu sichern. 5




Richard Löwenherz war nicht sehr "adlig" .
Kurz gesagt, Saladin und die Muslime unter seinem Befehl behandelten die Christen mit großer Gnade und Gerechtigkeit, und sie zeigten ihnen gegenüber sogar mehr Mitleid als deren eigene Führer.
 
Nach Jerusalem setzten die Kreuzfahrer ihre Barbarei und die Muslime ihre Gerechtigkeit in anderen Städten in Palästina fort. Im Jahre 1194 hatte Richard the Lionheart (Richard Löwenherz), der als großer Held in der britischen Geschichte dargestellt wird, 3.000 Muslime, unter denen viele Frauen und Kinder, im Acre Schloss hinterhältig ermorden lassen. Obwohl die Muslime Zeugen dieser Grausamkeit waren, griffen sie nie zu den gleichen Methoden.
Sie hielten sich an Allahs Befehl "O ihr, die ihr glaubt! ... Der Haß gegen Leute verleite euch nicht zu Verfehlungen...." (Surat al-Ma'ida: 2) und sie verübten nie Gewalttätigkeiten gegen unschuldige Zivilisten. Sie wendeten nie unnötige Gewalt an, auch nicht gegen die Armeen der Kreuzfahrer, die sie besiegten.

 
Die Wildheit der Kreuzfahrer und die Gerechtigkeit der Muslime deckte erneut eine historische Wahrheit auf: Nur eine Verwaltung, die auf die Grundregel des Islams errichtet wurde, ermöglichte es den Menschen unterschiedlicher Religionen, in Palästina zusammenzuleben. Diese Tatsache wurde auch noch 700 Jahre nach Saladin, besonders während der osmanischen Periode, demonstriert.


 
Gerechtige und tolerante Herrschaft des Osmanischen Reiches

 
Im Jahre 1514 eroberte Sultan Selim Jerusalem und seine Umgebung. Damit begann die fast 400 jährige Osmanische Herrschaft in Palästina. Wie in anderen osmanischen Ländern auch sollte diese Periode Palästina Frieden und Stabilität bringen und das Zusammenleben der verschiedenen Religionen sichern.





Die Toleranz des Islams setzte sich im Osmanischen Reich fort. Kirche, Synagoge und Moschee koexistierten friedlich miteinander.




Das Osmanische Reich wurde durch eine Ordnung bekannt, das "Nations(Millet)-System" genannt wurde, ein System der Selbstverwaltung ethnischer und religiöser Gruppen. Die grundlegendste Eigenschaft dieses Systems war, dass Menschen unterschiedlicher religiöser Zugehörigkeit erlaubt wurde, ihrem eigenen Glauben gemäß und sogar ihrer Rechtsordnung entsprechend zu leben. Christen und Juden, die im Quran als die 'Menschen der Schrift' beschrieben werden, fanden Toleranz, Sicherheit und Freiheit im Osmanischen Reich.

 
Der wichtigste Grund dafür war, dass das Osmanische Reich, obwohl es ein islamischer Staat war, der von den Muslimen verwaltet wurde, kein Interesse daran hatte, seine Bürger zum Übertritt zum Islam zu zwingen. Im Gegenteil, der Osmanische Staat strebte an, Nicht-Muslimen Frieden und Sicherheit zu gewähren und sie so zu verwalten, dass sie mit der islamischen Regierung und Gerechtigkeit einverstanden sind.

 
Andere große Staate hatten zur gleichen Zeit eine viel gröbere, unterdrückendere und intolerantere Vorstellung von Regierung. Das Königreich von Spanien konnte die Anwesenheit der Muslime und Juden auf der spanischen Halbinsel nicht tolerieren und verübte Gewalttaten gegen beide Gemeinschaften. In vielen anderen europäischen Ländern wurden Juden allein wegen ihrer Religionszugehörigkeit unterdrückt (zum Beispiel wurden sie in Gettos eingesperrt) und wurden bisweilen Opfer von Massakern (Pogromen). Selbst untereinander fanden die Christen keinen Frieden; die Konflikte zwischen Protestanten und Katholiken im 16. und 17. Jahrhundert verwandelten Europa in ein blutiges Schlachtfeld. Der Dreißigjährige Krieg von 1618 bis 1648 war ein Resultat dieses Konfliktes zwischen Katholiken und Protestanten. Als Folge dieses Kriegs wurde Mitteleuropa in ein Schlachtfeld verwandelt und allein in Deutschland kam ein Drittel der Bevölkerung, 15 Millionen Menschen, um.

 
Angesichts solcher Zustände ist es eine unbestreitbare Wahrheit, dass die Osmanische Herrschaft außerordentlich menschlich war.

Viele Historiker und Politikwissenschaftler haben die Aufmerksamkeit auf diese Tatsache gelenkt. Einer von ihnen ist Prof. Dr. Edward Said, ein international bekannter Experte für die Geschichte des den Mittleren Osten an der Columbia Universität. Edward Said, der von einer christlichen Familie Jerusalems abstammt und an amerikanischen Universitäten seine Forschungen fortsetzt, empfahl in einem Interview in der israelischen Zeitung Ha'aretz das "Nations-System (Millet-System) des Osmanischen Reiches", um im Mittleren Osten permanenten Frieden zu stiften. Er sagte:
 
"So wie andere Minoritäten in der arabischen Welt leben können, kann auch eine jüdische Minorität (unter Arabern) leben... Es funktionierte sehr gut im Osmanischen Reich mit seinem Nationssystem. Dieses System scheint menschlicher zu sein, als das, was wir jetzt haben. 6

 
Die Moral des Koran: Die Quelle der islamischen Toleranz

 
Der wesentliche Grund für die Errichtung der außerordentlich toleranten, gerechten und menschlichen Herrschaft im Osmanischen Reich und in anderen muslimischen Staaten besteht darin, dass im Quran eine derartige Herrschaftsform gefordert wird. Der Grund für Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, Toleranz und zivilisiertes Verhalten, die Omar, Saladin, Sultane des Osmanischen Reiches und viele andere muslimische Herrscher an den Tag legten (eine Tatsache, die heute auch im Westen akzeptiert wird), war ihre Treue gegenüber Allahs Geboten, die Er im Quran offenbart hat. Im Folgenden sind einige der Gebote aufgeführt, die die Grundlage der islamischen Ansicht von Regierung bilden:





Eine historische Ansicht der muslimischen Toleranz zu den Christen: Muslimische Kuppel des Felsens nahe bei der christlichen Kirche.
Siehe, Allah gebietet euch, die euch anvertrauten Güter ihren Eigentümern zurückzugeben, und wenn ihr unter den Leuten richtet, nach Gerechtigkeit zu richten. Siehe, Allah - wie trefflich ist das, wozu Er euch mahnt! Siehe, Allah hört und sieht. (Sura an-Nisa: 58)

 
O ihr, die ihr glaubt! Tretet für die Gerechtigkeit ein, wenn ihr vor Gott Zeugnis ablegt, und sei es gegen euch selber oder euere Eltern und Verwandten. Handele es sich um arm oder reich, Allah steht euch näher als beide. Und überlasst euch nicht der Leidenschaft, damit ihr nicht vom Recht abweicht. Wenn ihr (das Recht) verdreht oder euch (von ihm) abkehrt, siehe, Allah weiß, was ihr tut. (Sura an-Nisa: 135)

 
Allah verbietet euch nicht, gegen die gütig und gerecht zu sein, die euch nicht wegen eueres Glaubens bekämpft oder euch aus eueren Häusern vertrieben haben. Allah liebt fürwahr die gerecht Handelnden. (Sura al-Mumtahina: 8)

 
Von der Politik heißt es 'Macht korrumpiert und absolute Macht korrumpiert absolut.' Dies bedeutet, dass jeder, der politische Macht erreicht, infolge der Möglichkeiten, die diese Macht ihm bietet, moralisch korrumpiert wird. Diese Regel trifft tatsächlich für die meisten Menschen zu. Denn diese Majorität bestimmt ihre Moral entsprechend den gesellschaftlichen Sanktionen. Mit anderen Worten; sie vermeiden Unmoral und Straftaten, nur weil sie sich vor der Missbilligung und Bestrafung der Gesellschaft fürchten. Die Macht gibt ihnen Stärke und verringert den sozialen Druck. Infolgedessen werden sie ganz leicht verdorben und degeneriert. Wenn sie absolute Macht besitzen, d.h. wenn sie eine Nation beherrschen, können sie alles tun, um ihren Hochmut zu befriedigen.

 
Das einzige Modell des Menschen, in dem das 'Gesetz der Korruption' nicht gilt, ist der aufrichtige Glaube an Allah. Die Annahme der Religion aus Furcht und Liebe vor Ihm und ein Leben entsprechend dieser Religion. Da ihre Moral nicht von der Gesellschaft abhängig ist, beeinflusst sie selbst die absoluteste Herrschaft nicht. Im Quran gab Allah den Propheten David als Beispiel eines idealen Herrschers, während er diejenigen beherrschte, die seine Berechtigung in Frage stellten, betete er in völliger Unterwerfung zu Allah. (Sure Sad: 24)

 
Die Tatsache, dass es in der Geschichte des Islams eine große Anzahl von gerechten, barmherzigen, demütigen und reifen Herrscher gibt, ist dieser Moral geschuldet, die Allah den Muslimen im Quran nahebringt. Solange ein muslimischer Herrscher Allah fürchtet, gibt es ausgeschlossen, das er verdorben, stolz oder grausam werden könnte. (Selbstverständlich gibt es in der Geschichte des Islams Herrscher, die verdorben waren und von der islamischen Moral abwichen, aber ihre Anzahl und ihr Einfluss waren sehr gering).

 
Zusammenfassung

 
Die Geschichte zeigt, dass der Islam das einzige Glaubenssystem ist, das eine gerechte, tolerante und mitleidsvolle Regierung im Mittleren Osten bietet. Der osmanische Frieden, der mit dem Rückzug des Osmanischen Reiches aus der Region zu Ende ging, ist noch nicht ersetzt worden. Nach dem Osmanischen Reich ging der Mittlere Osten zuerst in die Hände der europäischen Kolonialisten über und wurde dann das Ziel von Israels aggressiver Politik.


 
Es gibt einen wesentlichen Grund für den aktuellen Konflikt im Mittleren Osten: Die Tatsache, dass die beteiligten Seiten keinen Frieden stiften wollen. Israel sollte sich an die UN Resolution 242 halten, sich auf die Grenzen von vor 1967 zurückzuziehen und die Rechte der Palästinenser anerkennen. Die Palästinenser (und andere Araber) sollten Ziele wie "Israel in das Meer zu werfen" aufgeben und das Zusammenleben mit den Juden akzeptieren. Und sie sollten unter keinen Umständen ihren gerechten Kampf durch barbarische Terrorakte gegen Zivilisten besudeln.

 
Kurz gesagt; damit im Mittleren Osten Frieden erkehrt, müssen beide Seiten damit einverstanden sein, gemäßigt und tolerant zu sein, und sich ernsthaft darum bemühen, sich vom jüdischen Rassismus (Zionismus) oder vom arabischen Chauvinismus zu befreien. Der dafür erforderliche Einblick ist in den Tugenden zu finden, die die islamische Moral dem Mittleren Osten in den letzten Jahrhunderten vorgeführt hat.







1- Karen Armstrong, Holy War, MacMillan, London, 1988, S. 30-312- Geste Francorum, or the Deeds of the Franks and the Other Pilgrims to Jerusalem, trans. Rosalind Hill, London, 1962, S.913- August C. Krey, The First Crusade: The Accounts of Eye-Witnesses and Participants, Pinceton & London, 1921, S. 2614- August C. Krey, The First Crusade: The Accounts of Eye-Witnesses and Participants, Pinceton & London, 1921, S. 262 5- Karen Armstrong, Holy War, S. 1856- 18.8.2000, Ha'aretz Zeitung; MiddleEast.Org, August 2000

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