Harun Yahya

Der Islam und die Falle der Bigotterie

In letzter Zeit wurden in der islamischen Welt die Themen "moderner Islam" und "Islam und Moderne" häufig diskutiert. Wenn dies genauer untersucht wird, stellt sich sehr deutlich heraus, dass der Islam sowohl historisch als auch in Zukunft ein Verständnis für die modernste Lebensweise und das perfekte Sozialmodell für alle Menschen darstellt. Allerdings ist es an dieser Stelle sinnvoll zu klären, was der Ausdruck "moderner Islam" wirklich bedeutet, der von manchen Menschen oft missverstanden oder verzerrt wird.

Zunächst einmal ist der "moderne Islam" nicht die Anpassung des Islam an die Mentalität, den Lebensstil oder das Verständnis der Sittlichkeit und der akzeptierten sozialen Werte der Zeit. Weder bedeutet es, die Moral von der Essenz der Religion des Islams abzulenken.

Der moderne Islam ist nicht die „Möchtegerninterpretation“ des Islams durch abergläubische Philosophien wie Sozialismus, Kommunismus, Materialismus oder Darwinismus von Menschen mit Minderwertigkeitskomplexen, die die Größe des Islams nicht richtig begreifen können. Auch ist der "moderne Islam" überhaupt nicht bemüht, verschiedene degenerierte kulturelle Konzepte und verdrehte moralische Werte wie Homosexualität in den Islam zu integrieren, indem sie diese Perversionen als modern etabliert haben.

Der moderne Islam definiert die Tatsache, dass der nur auf den Koran basierende Islam, der frei von Aberglauben und Bigotterie ist, einen Begriff der Moderne lehrt. Dieser ist weit über die Wahrnehmung und das Verständnis dessen hinaus, was die meisten Menschen oder Gesellschaften verstehen. Der moderne Islam ist das perfekte System, das entstehen wird, wenn die Menschen in der aufrichtigsten Art leben, nachdem sie den Koran in der richtigen Weise verstanden haben. Es ist die wahre Anwendung von Demokratie und Freiheit.

Der moderne Islam, ist der Islam, wonach unser Prophet (Fsai) und seine Gefährten lebten. Die Zeit, in der diese gesegneten Menschen lebten, war eine Zeit in der, Freiheit, Demokratie, Gerechtigkeit und Menschenrechte vollkommen praktiziert wurde. Es war eine Zeit, in der es Glück, Bequemlichkeit, Gerechtigkeit und Aufrichtigkeit herrschten, und der Islam in seinem wahren Sinn die bequemste, leichte und angenehme Weise war zu leben. Wenn der Gesandte Gottes in dieser Zeit gelebt hätte, besteht kein Zweifel daran, dass er der modernste und unbestreitbar das schönste Beispiel der modernen Religiosität unserer Zeit wäre.

Der modernste zu sein ist nicht vom materiellen Konzept abhängig. Die Moderne bedeutet, die anständigste, die am meisten nachgeahmte, die beliebteste und beliebte Person in jeder Hinsicht wie Moral, Vernunft, Kultur, Verständnis, Bewusstsein, Aufmerksamkeit, Tiefe, Status, Haltung, Manieren, Verhalten, Persönlichkeit, Mode, Kunst und das Gefühl der Liebe am meisten imitiert zu sein.

Es ist offensichtlich, dass das Verständnis von Religion, die Denkweise und der Lebensstil, der im überwältigenden Teil der islamischen Welt heute vorherrscht, sich leider nicht mit dem oben beschriebenen Modell beschäftigt. Fakt ist, wenn der Islam erwähnt wird, kommt in der westlichen Welt ein System in Vorschein, das ganz gegen Moderne, Qualität, Ästhetik, Kunst, Wissenschaft und Freiheit ist.

Der einzige Grund für diese negative Wahrnehmung besteht darin, weil die Mehrheit der Muslime nicht dem im Koran erwähnten Islam folgt, sondern eine Religion der "Bigotterie", die mit Aberglauben und veralteten Praktiken gefüllt und somit weit entfernt vom Koran ist. Die Überzeugungen, Regeln, Bräuche und Traditionen der Stammeskultur der vergangenen Perioden definieren die soziale, kulturelle und moralische Grundlage dieses fanatischen Systems. Dieses abergläubische System,das auch als die "Religion der Vorfahren" bezeichnet und in vielen Versen des Korans schwer verurteilt werden kann, wird leider als die "Religion des Islams" unter der Mehrheit der Muslime und auch in der westlichen Welt heute anerkannt.

Frauen sind leider die größten Opfer von Stammeskulturen und unterliegen den stärksten Sanktionen, Unterdrückungen, Verboten und den Härten, die aus dieser Bigotterie stammen. Die Tatsache, dass Frauen als Menschen zweiter Klasse betrachtet werden, besteht darin, dass sie als Gegenstände der häuslichen und äußeren Gewalt, vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen und als Eigentum ihres Mannes oder ihrer Familie angesehen. Dabei werden sie wie eine Art Ware in die Ehe gezwungen. Ihnen werden humanitäre Rechte und Freiheiten, wie Bildung und Reisen entzogen. Sie sind leider sehr oft Opfer von Ehrenmorden und Steinigungen geworden. Solche Geschehnisse sind Sitten und Gebräuche einer verdrehten Denkweise, die von der männerdominierten Stammesordnung geerbt wird. Diese sind unmenschliche und brutale Praktiken,  welche alle gegen den Koran verstoßen.

Ehrenmorde, die alle 90 Minuten in der islamischen Welt begangen werden, gelten als gerechtes Handeln und werden den gesetzlichen Sanktionen nicht unterworfen. In einigen Ländern, in denen Ehrenmorde am häufigsten und praktisch legal sind, werden mehr als 1000 Ehrenmorde verdeckt und jedes Jahr ungestraft gelassen.

Während Bigotten im Namen des Islam behaupten, dass Frauen vernachlässigt und verwahrlost werden sollen, predigte der Gesandte Gottes und empfahl den Frauen stets gepflegt zu sein, denn Männer sollen nicht wie Frauen werden und Frauen nicht wie Männer. Beispielsweise zu Zeiten des Propheten Mohammeds (Fsai), färbten muslimische Frauen aus Pflanzen gewonnener Farbe, wie z. B. Henna, ihre Haare und trugen diese als Make-up auf.

Der einzige Grund, dass einige Muslime heute von den Möglichkeiten und Schönheiten entfernt sind, welche die zeitgenössische Zivilisation präsentiert, ist wegen der Tatsache, dass sie den Koran verlassen und in den Griff der Bigotterie gefallen sind. Gemäß dieser künstlichen Darstellung des Islams, haben diese Leute ihren Rücken auf Modernität, Freiheit, Wohlstand, Qualität, Wissenschaft, Kunst und Ästhetik, Malerei, Musik und der Skulptur gedreht. Außerdem sind Sie allen Arten von Ausbeutung, Leid, Armut und Katastrophen untergeordnet worden.

Der größte Grund für die westliche Welt und die globalen Mächte, den Islam als Bedrohung für ihre eigene Kultur und Zivilisation zu betrachten, liegt am großen System, welches gegen den Koran gespielt wird. Der Grund für die Entstehung von Konzepten wie "Islamophobie", ist auf die Angst und das Entsetzen von Radikalismus, Primitivität und Gewalt zurückzuführen, die wiederum ein wichtiges Gut des Bigottensystems sind.

Die Rückkehr zum wahren Wesen des Islams, d. h. zu einer reinen und wahren Religion, die ausschließlich auf dem Koran basiert, wird nicht nur für die Rettung, den Frieden, das Glück und die Sicherheit der islamischen Welt, sondern auch für die ganze Welt der Schlüssel sein. Dies ist nur durch Bildung möglich. Um dies zu erreichen, ist es wichtig, dass die Erziehung, die auf dem Wesen des Korans basiert, gestärkt wird. Gute, vernünftige Muslime müssen auch ihre Anstrengungen in wissenschaftliche Arbeiten stellen, die die Menschen erziehen. Dies ist der einzige Weg, um die Bigotterie, Wut und die Brutalität, die aus dem Radikalismus entsteht, zu beenden.

 

Adnan Oktar’s Zeitungsartikel, veröffentlicht auf „Egyptian Streets“:

 

https://egyptianstreets.com/2017/07/19/islam-and-the-trap-of-bigotry/ 

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