Harun Yahya

Unsere Erwartungen von dem neu gewählten Präsidenten der USA

Die Vereinten Nationen sind heute eine globale Macht, welche Einfluss auf einen großen Teil der Welt haben. Aus diesem Grund interessiert die in wenigen Tagen bevorstehende Präsidentschaftswahl diese Länder genau soviel wie die USA selbst. Zwischen ihnen, vor allem die Länder im Mittleren Osten, welche in letzter Zeit Schauplatz für militärische und politische Einsätze der USA sind.

Wie bereits bekannt, wurde der seit 30 Jahren andauernde militärischen Einsatz der USA, in Afghanistan, Irak, Syrien, Libyen, Jemen, mit dem Slogan „Kampf gegen den Terrorismus“, „Aufbau des Friedens der Demokratie und Sicherheit“ geführt und unterstützt. Doch es verwandelte sich zu einer zuvor nicht erlebten Katastrophe, Zerstörung und Unheil.

Die jetzt noch hart inständig geführten, militärischen und gewaltvollen politischen Methoden waren bis heute weder eine Lösung für den Terror, noch haben sie irgendwelche Vorteile der Region oder den Menschen die dort Leben gebracht. Ganz im Gegenteil hat die Gewalt zu einer noch größeren Gewalt geführt und radikale Elemente, die sich von Blut und Rache nährten, wurden noch fanatischer. Der regionale Terror ging in internationale Dimensionen über und wurde zu einer großräumigen, schwer zu bändigenden Gefahr.

Falsche Politik einiger amerikanischen Regierungen brachten sowohl wirtschaftliche Krisen und soziale Einbrüche mit sich. Ein Teil der amerikanischen Bürger, welche sich ihre Vorsteher als Vorbilder nahmen, haben plötzlich in jeder Lebenssituation, Gewalt als Basislösung verinnerlicht. Das amerikanische Krankheits- Kontrolle und Prävention Zentrum (CDC) hat bekannt gegeben, dass zwischen den Jahren 2004 – 2013 es 316.000 Menschen gab, die wegen Waffengewalt gestorben sind. Die amerikanische Regierung hingegen machte darauf aufmerksam, dass in dieser Zeitspanne es hingegen „nur“ 36 Menschen gab, die wegen Terrorismus verstorben sind.

Zwischen den Soldaten, die vom Afghanistan und Irakkrieg zurückkehrten, ist Selbstmord und  Drogenabhängigkeit sehr weit verbreitet. Jedes Jahr gibt es hunderte Selbstmorde im Militär und kein Ende in Sicht.

Die merkwürdige Tatsache ist, dass egal wer an die Regierungsspitze gelangt, ob das nun Rechte, Linke, Demokraten, Konservative oder nationalistische sind, sich die amerikanische Außenpolitik in keiner Ära verändert hat. Zum Beispiel sagte Obama, als er nach der Busch Regierung in das Weise Haus trat, dass er der militärischen Existenz der USA im Irak und Afghanistan ein Ende setzen wird. Dabei geht heute der militärische Einsatz der USA im Irak und in Syrien rasant weiter. Obama erklärte, dass er die Anzahl der Soldaten in Afghanistan bei 8400 belassen wird.

Auch wenn es im Ersten Augenblick so aussieht, als ob es eine widersprüchliche Situation wäre, erklärt es die Nachrichten und Analysen Webseite "http://www.salon.com" mit einem dort veröffentlichten Artikel sehr gut. Die Überschrift des Artikels: „Das ist keine Demokratie: Obama, Hillary oder Trump haben es nicht unter Kontrolle, der tiefe Staat steckt dahinter“ - ist die Überschrift des Artikels, welches die Situation schildert.

„Egal wer im Weisen Haus sitzt, die Außenpolitik wird sich nie wirklich ändern“.

Wenn man es aus dieser Perspektive bewertet, sind diejenigen welche im Hintergrund die amerikanische Außenpolitik lenken die Denkfabriken und deren Mitglieder, die eine Schlüsselrolle spielen und stets im Vordergrund stehen. Diese Einrichtungen sind große „Think Tanks“ wie Chatham House, CFR, Brookings Institution, Rand Corporation, Carnegie Endowment, CSIS.

Doch deren Mastermind und Lenker ist die weltweit einflussreichste Denkfabrik Chatham House, die im Jahre 1919 gegründet wurde und ihren Sitz in England hat. Der Vertreter dieser Einrichtung in den USA ist die CFR (Council of Foreign Relations). Diese aus Angelsachsen bestehenden tiefen Mechanismen reflektieren schon den von vornherein „vorbestimmten“ amerikanischen Präsidenten. Sie finanzieren sie, sie organisieren deren Kampagnen und leiten die Wahrnehmungspropaganda. Sie sind deren Ratgeber und eliminieren deren Gegner systematisch.

Im Jahre 2013 gab Chatham House seinen traditionell jährlichen Preis an Hillary Clinton. Es sieht so aus, als ob sie schon damals ihren Präsidentschaftskandidaten bestimmt hätten. Und natürlich ist es wieder dieselbe Organisation, welche ihren auserwählten Kandidaten in umfangreichen Sendungen oder direkt, das politische Programm welches sie nachgehen sollten vorhält.

Kurz vor den Wahlen im Mai 2016 wurde mit der Zusammenarbeit von Chatham House ein Forschungsbericht veröffentlicht, mit dem Titel: „Die Zukunft der amerikanischen globalen Leaderschaft – Vorschläge für Europa, Kanada und transatlantische Zusammenarbeit“.

Dies war für den zukünftigen Präsidenten wie ein Vorprogramm und Vorschrift. Diese Sätze in dem  Bericht waren auffällig:

"Die Präsidentschaftswahl 2016 dürfte nur einen begrenzten Einfluss auf die langfristigen Faktoren der amerikanischen Außenpolitik haben". Ob ein Republikaner oder ein Demokrat die Präsidentschaftswahl gewinnt, der nächste Bewohner des Weißen Hauses ist höchst wahrscheinlich und offensichtlich kämpferischer als Obama.

Kurz gesagt, wenn der neue US-Präsident dem Chatham-Haus nicht entkommen kann, ist das Schicksal was den Nahen Osten und die islamische Welt erwartet, ziemlich bedenklich.

Wenn der demnächst gewählte US-Präsident einen historischen Erfolg erzielen möchte, dann sollte er eine ernste Entschlossenheit und Willen aufzeigen und Politik wie auch Ideologien, die sich am tiefen Staat orientieren beiseite legen. Er sollte nicht auf Befehl des angelsächsischen tiefen Staates und die ihnen verbundene Rüstungsindustrie, Wirtschaft, Finanzsektor und der weltweiten Zentralbanken, die auf Befehl die sozialdarwinistische Politik anwenden unterstützen.

Der neue US-Präsident sollte in der Lage sein, eine neue Außenpolitik im Nahen Osten anzuwenden, die frei ist vom Einfluss Englands. Statt der voreingenommenen Berichte von Chatham House, dem CFR oder der Rand Corporation, sollte der neue Präsident rationalistische, rücksichtsvolle und humane Maßnahmen umsetzen, die den Menschen der Region Frieden, Komfort und Sicherheit bringen. Zudem sollte er dringend die nun durchschaubaren und weit gehassten Projekte wie das „Great Middle East Projekt“, welches beabsichtigt die Region durch Blutvergießen und Gewalt zu formen, schnell aufheben.

Anstatt den Islam von Graham Fuller, Bernard Lewis, der Quilliam-Stiftung oder über die britischen Denkfabriken zu lernen, sollten er es von der wahren Quelle des Islams, nämlich vom Koran lernen. Er sollte erkennen, dass die einzige Lösung zur Beseitigung des Radikalismus und Terrorismus darin besteht, die Menschen auf den wahren, vom Koran gepredigten Islam aufmerksam zu machen und ihre Politik in Bezug auf die islamische Welt auf Ideale aufzubauen wie Bildung, Gerechtigkeit, Frieden und Liebe. Im Ganzen sollte der neue Präsident mit einem sauberen neuen Blatt beginnen, voller Weisheit, Gewissenhaftigkeit und Vernunft, welches frei ist von den verborgenen Tagesagenden der Mechanismen des Tiefen Staates und den von ihren Mentoren auferlegten Dingen. Der Präsident sollte die Vorteile und Interessen der ganzen Welt und der gesamten Menschheit wahrnehmen, anstelle gewisser Machtgruppen. Er sollte als vorbildliches und führendes Modell für alle Länder dienen, die unter der rücksichtslosen Unterdrückung dieser Machtgruppen leiden.

Die Präsidentschaftswahl am 8. November wird also unter solch einer historischen und feinen Wende stattfinden.

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Dieser übersetzte Artikel von Herr Adnan Oktar wurde in der Zeitung Herald Tribune veröffentlicht.

 

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