Harun Yahya

Das Feuer breitet sich in den Westen aus

Am 13. November verloren rund 150 Menschen ihr Leben aufgrund terroristischer Übergriffe. Schießereien und Bombenanschläge fanden an sechs verschiedenen Orten gleichzeitig statt. Mehr als 350 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt.

In erster Linie verurteilen wir diesen grausamen Terror und die brutalen Morde, und beten um die Gnade unseres Herrn für all diejenigen, die diese Angriffe nicht überlebt haben und beten für die Verletzen für eine rasche Genesung.

Wir möchten noch einmal betonen, dass der Terrorismus keine Religion, Nationalität oder Glauben hat und auf keine Art und Weise legitim ist. Terror bedroht die Menschheit global, sie spricht gegen jegliche Tugend und Ethik und kann keinem bestimmten Land oder keiner bestimmen Region zugeordnet werden.

Dieses jüngste terroristische Massaker findet seinen Platz in der Geschichte Frankreichs als einer der blutigsten zivilen Massaker seit dem Zweiten Weltkrieg. Zur gleichen Zeit ist dies, gemessen an der Zahl der Opfer, der grausamste Terroranschlag in einer europäischen Stadt gleich nach dem Anschlag in Madrid im Jahr 2004.

Die französische Presse betitelte ihre Berichte mit Phrasen wie "Barbarei in Paris", "Dieses Mal Krieg", "Horror in Paris" und "Terror Massaker in der Mitte von Paris." Panik brach mit Fehlalarmen in verschiedenen Teilen von Paris, in denen zuvor der Ausnahmezustand unmittelbar nach den Anschlägen erklärt wurde, aus.

Straßen und Alleen wurden unter die strenge Kontrolle des Militärs gesetzt und die Grenzen des Landes wurden geschlossen. Dieser schreckliche Angriff, auch genannt als der 11. September Frankreichs, läutete die Nachricht, dass die Flammen im Nahen Osten nun den Westen erreicht haben.

Viele Journalisten und Beobachter haben die Bilder des Grauens dieser Orte verglichen. Diese glichen jedoch vielmehr einem Schlachtfeld als einem Terroranschlag. Nach den Anschlägen stieg die Alarmbereitschaft in verschiedenen Staaten der USA und in einigen europäischen Ländern gegen mögliche neue Terroranschläge. Folglich wurden Sicherheitsmaßnahmen auf den höchsten Stand gesetzt. Der deutsche Innenminister Thomas de Maizière sagt in Anbetracht der Terroranschläge sei für Deutschland "die Stufe der Bedrohung hoch". Das Spanien-Belgien Spiel wurde in Belgien abgesagt und die spanische Nationalmannschaft hat sich entschlossen, Brüssel sobald wie möglich zu verlassen, und in ihr eigenes Land zurückzukehren.

Nach den Anschlägen sagte der französische Präsident François Hollande, dass "Frankreich in seiner Vergeltung gnadenlos sein wird" und, dass diese Anschläge ein "Kriegsgrund" seien. Diese Worte waren eine Erklärung, dass der Westen seine Politik der Gewalt, welche er eingehalten hat, als eine Lösung gegen den Terror nicht aufgeben sondern erbitterter ausführen wird.

War denn die Methode Gewalt mit Gewalt zu unterdrücken, die seit Jahrzehnten angewandt wird, jemals erfolgreich?

Fand der blutige Terrorismus durch die aggressive Politik des Westen unter dem Motto "Krieg gegen den Terror" mit all seinen Kapazitäten und Technologien und hunderten von Milliarden an Militärausgaben ein Ende?

Oder, sieht es im Gegenteil so aus, dass dieser Terror - der als Funke begann, sich in ein Feuer verwandelte, das den gesamten Nahen Osten und die islamische Welt bedeckte - nun an den Türen des Westens klingelt? Und muss nun erwartet werden, dass sich dieses Feuer in Zukunft weiterhin mit Gewalt ausbreitet?

Die aktuellen Umstände zeigen, dass die zweite Version die Folge ist. Das Vorgehen ist zu einer Routine geworden. Diese Routine, die wiederholt erfolglos war, sollte sofort abgebrochen werden und die gleichen Fehler sollten nicht wiederholt werden. Gewalt ist das, was der Terror benötigt um zu gedeihen.

Offensichtlich ist, dass von einem Anstiften zu mehr Gewalt und Barbarei nur der Terror selbst profitiert. Weitere Aggression erzeugt lediglich zehnmal mehr Gewalt. Der Punkt an dem wir uns heutzutage befinden belegt diese Tatsache.

Unter dem Vorwand der "Terrorismusbekämpfung" Luftangriffe gegen die muslimische Welt zu tätigen, wird zu keinem anderen Ergebnis führen, als nur weitere Menschenleben unschuldiger Zivilisten zu fordern. Frankreich führte nur 48 Stunden nach den Anschlägen, Luftoperationen gegen die syrische Stadt Raqqa aus, jedoch wurden in der Tat auf keinerlei Terrorzentren gezielt.

Nur zivile Orte wie ein Sportkomplex, ein Krankenhaus und ein Museum wurden angegriffen. Es wird berichtet, dass eine große Zahl an Zivilisten, darunter auch Kinder, Babys, ältere Menschen und Frauen durch die Bombardierungen ihr Leben verloren.

Terrorismus - wie das Wort schon sagt - ist eine finstere Untergrundformation, die weder Gesetz noch Ordnung folgt. Es ist kein Ziel, das mit Bomben zerstört werden kann. Das Massaker an muslimischen Zivilisten unter dem Vorwand der Vergeltung, Abschreckung oder Prestige ist eine gewissenlose Strategie.

Die verheerenden Auswirkungen solcher menschenunwürdigen Tötungen von Zivilisten sind erfahrungsgemäß Hass, Wut und Rachegefühle - die in den Menschen der betroffenen Region gedeihen - welche sie in den Armen terroristischer Organisationen in den sicheren Wahnsinn treiben werden.

Die Luftangriffe sind gegen den Terrorismus nicht von Nutzen, im Gegenteil, sie multiplizieren lediglich die Zahl der wütenden, hasserfüllten und rachsüchtigen Selbstmordattentäter.

Das Ziel dieser Racheaktionen sind leider immer, wie auch in Paris, unschuldige Menschen. Dies ist jedoch ohne Bedeutung für einige westliche Waffenhändler, die für die explodierenden Gewinne durch den Verkauf von Waffenarsenal für die Kriege im Nahen Osten die Kriegstreiber sind, die im Dienst einiger internationaler Baufirmen vorarbeiten, die nur darauf, um die islamische Welt wieder aufzubauen.

Nach ihrer verzerrten Denkweise ist der Verlust von ein paar hundert oder wie wir es am 9/11 sahen von ein paar tausend Unschuldigen unerheblich, wenn als Gegenleistung durch Kriege im Nahen Osten, Einnahmen in Höhe von Trillionen von Dollar den islamischen Ländern in Rechnung gestellt werden können.

Die von den tiefen staatlichen Strukturen des Westens und ihren Geheimdiensten geplanten Terroranschläge sind nicht nur auf dieses begrenzt. All die künstlichen Krisen in den letzten Jahrzehnten, sollen die islamische Welt zerstören und zerfallen lassen.

Sie wollen eine mögliche Einheit und Solidarität verhindern, um sie dann gänzlich zu vernichten, weil sie den Reichtum der islamischen Welt und die natürlichen Ressourcen für die weltweite Nutzung der geheimen Kräfte vorsehen.

Auch mit solchen Terroranschlägen - die Mittel zum Zweck sind - wollen sie durch die Unterstützung rassistischer und rechtsextremer Organisationen aus den USA und Europa die Islamophobie fundamentieren, um die Muslime einheitlich aus der westlichen Gesellschaft zu entfernen.

Das Anstiften weiterer Feindschaften gegen Muslime ist eines der angestrebten Ziele, um einen umfangreichen sozialen Widerstand gegen den Flüchtlingszustrom erregen zu können. Die Tatsache, dass am Tag nach dem Angriff eine Reihe von europäischen Ländern ihre Absicht, Flüchtlinge auszusperren, deklarierten, zeigt dass der hinterhältige Plan langsam seine Früchte trägt.

Angesichts dieser Tatsache, gibt es eine Notwendigkeit an aufrichtigen Führungskräften, die sich gegen solche abscheulichen und egoistischen Pläne der tiefen Staaten und ihre gnadenlosen und unmenschlichen Methoden stellen.

Tapfere und tugendhafte westliche Politiker und Administratoren, die entschlossen sind, den Terrorismus mit Liebe, Frieden, Brüderlichkeit, Bildung und Wissenschaft zu überwinden, werden die geehrten Vorreiter auf dem Weg zum Frieden auf dieser Welt sein.

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http://weekly.ahram.org.eg/News/14835/21/The-%E2%80%98fire%E2%80%99-spreads-to-the-West.aspx 

 

 

 

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