Harun Yahya

Staaten sollten krebskranke Menschen unterstützen

Einer der am weit verbreitesten Krankheiten unseres Jahrhunderts ist Krebs.
Während sie ihr alltägliches Leben fortführten, haben sie infolge mancher plötzlich auftretender Symptome oder während keine Symptome zu sehen waren, während einer Routine-Gesundheitskontrolle erfahren, dass sie Krebs haben.
Ab diesem Zeitpunkt hat sich ihr Leben geändert.

Der Krebs ergreift die Menschen meist dann, wenn sie überhaupt nicht mit dieser Krankheit rechnen und verursacht bei ihnen sowohl physische als auch psychische Veränderungen, da der Krebs manchmal einen ausgesprochen schwierigen Heilungsprozess fordert. Dieser kostspielige Heilungsprozess kann manchmal Jahre andauern. Wenn neben den eigenen Schwierigkeiten des Krebses die negativen Nebenwirkungen der gegenwärtigen Behandlungsmethoden hinzugefügt werden, kann die Krankheit einen schweren Verlauf vorzeigen. All dies macht es erforderlich, dass die krebserkranke Person in seelischer Hinsicht gottvertrauend, geduldig, und in finanzieller Hinsicht stark ist.

Die Wahrheit jedoch ist, dass die meisten Menschen in der heutigen Zeit oftmals sowohl psychisch als auch finanziell in großen Schwierigkeiten stecken. Die materialistische Weltanschauung hat die Menschen in einen Zustand gebracht, in dem sie zornig, verletzlich, lieblos, ungeduldig, besorgt und depressiv sind. Die hohen Lebenshaltungskosten, Arbeitslosigkeit und niedrige Gehälter haben die meisten Menschen in eine finanziell schlechte Lage versetzt. Demzufolge ist es nahezu unmöglich, dass die Menschen den Krebs aufgrund finanzieller Nöte, ordentlich bekämpfen können. Und aus diesem Grund ist die Sterberate bei den Krebserkrankungen trotz den ganzen wissenschaftlichen Entwicklungen und Bestrebungen noch immer sehr hoch.

Die materialistische Sichtweise, die auf der Welt dominiert, veranlasste in der Gesundheitsbranche - wie es auch in vielen anderen Branchen üblich ist  - keine menschenbezogene, sondern eine geldbezogene Sichtweise.

Während kranke Menschen behandelt werden, möchte man an erster Stelle durch diese Menschen finanzielle Profite erzielen.
Dies hat zur Folge, dass krebskranke Patienten den meisten Schaden erleiden, weil Krebsmedikamente dermaßen teuer sind,
dass man den armen Menschen, die diese Krankheit bekommen, geradezu „sterbt“ sagt, weil sie sich diese nicht leisten können.
In vielen Ländern ist die Unterstützung durch den Staat für Krebskranke sehr ungenügend. Die Menschen werden beim Kampf mit dieser Krankheit alleine gelassen. Zum Beispiel betragen die jährlichen Kosten eines Krebsmedikamentes, das in der USA neu hervorgebracht wurde, mehr als 120.000 Dollar. Der Durchschnitt der jährlichen Kosten vieler Medikamente jedoch betragen nur rund 25.000 Dollar. Wenn bedacht wird, dass das jährliche Einkommen einer vierköpfigen Familie in den USA im Durchschnitt 52.000 Dollar beträgt, wird sehr schnell deutlich, dass die Kosten für die Medikamente ziemlich hoch sind. Auch die Versicherungsgesellschaften nähern sich den Anliegen der Krebskranken nur distanziert an. Ein Krebskranker, der eine Krankenversicherung besitzt, muss ungefähr 25% der Behandlungskosten aus der eigenen Tasche zahlen.

Lasst uns nun bedenken, was ein Krebskranker unter diesen Umständen erlebt. Der Patient, der erfahren hat, dass er Krebs hat und von nun an stets versucht, in einem positiven Gemütszustand zu bleiben, fängt an - als er von den hohen Kosten der Behandlung erfährt - darüber nachzudenken, wie er die Behandlungskosten begleichen kann. Damit er behandelt werden kann, verkauft er sein ganzes Eigentum, für das er sein ganzes Leben lang hart gearbeitet hat und für das er in sehr schwierige Situationen geraten ist.

In diesem Punkt ist es glasklar, dass eine sofortige Lösung notwendig ist. Es ist nicht richtig, die Menschen beim Kampf mit einer schweren Krankheit wie dem Krebs alleine zu lassen. Es ist eine Voraussetzung, dass die Staaten in Aktion treten und den Krebskranken unterstützen müssen . Dieser Umstand wird sowohl den Kampf der Krebskranken gegen den Krebs erleichtern als auch die Rate der an Krebs sterbenden Menschen deutlich verringern. Was können die Staaten bezüglich der Bekämpfung des Krebses machen?

Eigentlich kennt jeder die Antwort auf diese Frage. Das was getan werden muss ist, das erlernte Wissen mit Aufrichtigkeit anzuwenden.

Zuerst sollten die Staaten alle finanziellen Lasten von den Schultern der Krebskranken nehmen. Die Krebsmedikamente sollten den Patienten entweder kostenlos oder zu sehr niedrigen Preisen ausgehändigt werden. Es sollte gewährleistet werden, dass die Krebspatienten in den Krankenhäusern kostenlos behandelt werden. Dass dies durchgeführt wird, ist sehr wichtig, damit die Mehrheit, die den Krebs nicht bekämpfen können, weil sie kein Geld haben, am Leben bleiben und wieder gesund werden können.

Andererseits ist es eine Tatsache, dass Krebskranke diese Krankheit noch leichter bekämpfen können, wenn sie nicht depressiv werden. Durchgeführte Forschungen haben offen dargelegt, dass Personen mit stark ausgeprägter Spiritualität, standhafter im Angesicht von schweren Krankheiten bleiben. Deshalb ist es auch angebracht, dass die Staaten Vorkehrungen treffen, die gewährleisten, dass Kranke in spiritueller Hinsicht Unterstützung bekommen. Auf der anderen Seite ist es auch eine Voraussetzung, dass das Gesundheitspersonal speziell ausgebildet werden muss, damit es sie sich den Menschen, die mit einer schweren Krankheit wie Krebs zu kämpfen haben, auf eine richtige Art und Weise nähern und mit ihnen interagieren kann.

Es wäre vermessen zu behaupten, dass Länder, die nicht wissen, wie sie den Krebs bekämpfen sollen und die ihr Volk beim Kampf gegen den Krebs alleine gelassen haben, entwickelt sind. Mehr als das, keine gewissenhafte Gesellschaft würde zulassen, dass Krebskranke aufgrund ihrer Armut sterben. Menschen sollten mit modernsten Methoden behandelt werden, ohne dabei auf ihr Einkommen zu achten. Das Gegenteil würde eine große Grausamkeit darstellen. Das Menschenleben ist heilig und unbezahlbar. Deshalb sollten Staaten bei der Bekämpfung des Krebses umgehend in Aktion treten und den Krebskranken helfen.

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Im Diplomacy Post veröffentliches Artikel des Adnan Oktar:

http://www.diplomacypakistan.com/health/official-support-should-be-provided-for-cancer-patients/      

 

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