Harun Yahya

Die Grenzen der Türkei müssen sicher sein


Wie würde die USA reagieren, wenn an ihren Grenze erbitterte Kämpfe stattfinden würden, die sich auf 1000 km. Hinausstrecken? Wenn eine hohe Zahl an Flüchtlingen von 2 unterschiedlichen Ländern in ihr Land einwandern würde, wenn Luftangriffe die den Krieg antreiben, aber eigentlich den Krieg beenden sollten, angeordnet werden?

Sie würde an ihrer Grenze eine sofortige Sicherheitszone bilden, ohne auf einen Beschluss der UN zu warten und ohne die Sanktionen der NATO zu beachten. Die USA würde auch nicht auf die Einsprüche des internationalen Rechtes oder der Supermächte warten, sie würden tun was sie für richtig halten.

Einfach nur warten würde kein europäisches Land. Weder der Iran noch Russland würden das auch nicht tun. Keiner dieser Länder würde sich diese ernste Gefahr an der eigenen Grenze nur ansehen und warten was passiert. Aber die Dinge ändern sich wenn es um ein NATO Mitglied wie die Türkei geht, welches an einer kurdischen Region angrenzt und sich am Eingang des Mittleren Ostens befindet. Das Bedürfnis eines Sicherheitszone an der türkisch syrischen Grenze, welches seit Ende 2013 geplant ist und in den letzten Tage wieder angesprochen wurde, ist vom Außenminister der vereinigten Staaten John Kirby ganz einfach als „unnötig“ beschrieben worden.

Wobei ich mir sicher bin, dass die Erklärungen von Kirby bestimmt anders gewesen wären, wenn die Grenzen der PYD, ISIS und Assad´s Truppen sie selbst umzingeln würden. Die USA würde mit einer schnellen Entscheidung ihre Militärkräfte einmarschieren lassen und das Land an der Grenze wäre in kürzester Zeit besetzt worden. Warum auch immer ist es bei anderen Länder, welche in der selben Situation sind nicht bedeutend, auch wenn sie ein NATO Mitglied sind.

Es gibt natürlich einen wichtigen Grund in der Gegenwart dieser Bedrohung, was die Türkische Republik eine jämmerliche Stellung einnehmen lässt: Der benachbarte kurdische Teil Syriens.

Wie ich in meinen älteren Beiträgen mehrfach erwähnt habe, macht der Tiefe amerikanische Staat einen großen Fehler, da sie um jeden Preis ihre 100 Jahre alte Vision, nämlich die Gründung „Kurdistans“ dadurch zu verwirklichen versucht, in dem sie die Bedrohung ISIS als Vorwand andeutet und im Namen der Kurden eine Terrororganisation wie die PKK/PYD unterstützt.

Durch diesen Fehler den sie noch nicht so richtig wahrgenommen haben, möchten sie die Verwaltung der Nordgrenze Syrien´s in die Hände der PYD übergeben.

Diesem Projekt wurde letzte Woche der Startschuss gegeben, die USA hat Tal Abayad der PYD überlassen. Das nächste Ziel, um diesen Plan fortzusetzen ist es, die unter der Kontrolle von ISIS geführten Dscharabulus, welcher zwischen den Kantonen Afrin und Kobane liegt und durch die PYD kontrolliert wird, weiterzumachen. Der amerikanische Tiefe Staat glaubt, dass wenn sie diese Region der PYD überlassen und dadurch ein kurdischer Streifen entsteht, sie dann Mitverbündete sind. Deswegen sind sie von der Sicherheitszone beunruhigt, die von der Türkei verlangt wird. Die Türkei welche der Gefahr der PYD vollkommen bewusst ist, wird an ihrer Grenze keine Verstärkung und Entwicklung eines kurdischen Gebietes, aufgrund dass es in die Hände einer „kommunistischen Terrororganisation“ gerät, akzeptieren.

Aufgrund dessen ist der Vormarsch der PYD auf Dscharabulus eine große Bedrohung für die Türkei, welche nicht unterschätzt werden darf. Daher hat die Türkei die selben Rechte wie die USA, die EU, Iran und Russland nämlich ohne zu zögern, ohne die Zustimmung der internationalen Rechte oder der UN, nötige Maßnahmen zu treffen.

Die Türkei hat 11 Grenzübergänge, die sie mit Syrien teilt. Zum jetzigen Zeitpunkt sind 6 in den Händen der PYD/PKK, 2 der Grenzübergänge sind in den Händen der ISIS, 2 in den Händen der Gegner des Assad Regimes und 1ist in den Händen des Syrischen Regimes.

Es ist nicht zu verstehen, welche zusätzlichen Voraussetzungen des internationalen Rechtes noch erfüllt werden müssen. Die UN aber erwartet merkwürdigerweise von der Türkei, noch überzeugendere Gründe und Beweise für die Außenwelt. Anders gesagt, die internationale Gesellschaft hat gegenüber den Ereignissen an der Südgrenze der Türkei ihre Augen verschlossen und vertreiben ihre Zeit damit, die drei Affen spielen.

Die Türkei ist gezwungen eine Sicherheitszone in den Gebieten zu schaffen, vor allem in den Gebieten die unter der Kontrolle der PYD sind. Wenn dieser Plan nicht mit der UN zustande kommt, ist sich die Türkei bewusst, dass sie von einigen Mittelost-Ländern Unterstützung bekommen wird.

Es wird in diesem Gebiet geplant, außer den türkischen Soldaten, Militärkräfte der Staaten, welche die Türkei unterstützen und Gegner des Syrischen-Regimes sind, zu platzieren. Die Türkei wird im Gegensatz zu den Behauptungen, nicht in den Krieg ziehen. Behauptungen, dass der militärische Stützpunkt in Incirlik für die bewaffneten Predatoren geöffnet und manche Ziele bereits beschossen wurden, ist von der Regierungsbehörde mit klaren Worten abgestritten worden.

Wie die Zeitung „The Financial Times“ in ihrer Ausgabe vom 29. Juli bereits angedeutet hat, wenn Maßnahmen getroffen werden, um solch eine Sicherheitszone in Jordanien zu gründen, legalisiert dies die Forderungen der Türkei aus einer anderen Sichtweise noch deutlicher. Die Bildung solch einer Sicherheitszone spielt eine wichtige Rolle zugunsten des gesamten Gebietes. Somit wird die Ausbreitung der blutrünstigen Terrororganisation PYD, welche die dort lebenden Kurden unterdrückt und die Turkmenen und die Araber aus ihrem Gebiet verjagt, ein Ende finden.

Der amerikanische Tiefe Staat, handelt mit der Gefahr dieser Terrororganisation vollkommen unbewusst und hat zudem noch den Luxus unsere Grenzen so zu definieren, wie es ihnen gerade passt. Damit wird auch das aus der Welt geschaffen werden.

Natürlich gibt es auch eine Flüchtlingsdimension dieser Geschichte. Die Türkei ist stets ohne irgendwelche Einwände stolz darauf, für den Unterhalt von 2 Millionen Flüchtlingen aufzukommen. Syrische Flüchtlinge sind unsere Geschwister und werden solange sie wollen in der Türkei bleiben.

Aber für syrische Flüchtlinge, die nicht mit dem Status „Flüchtling“ ihr Leben weiterführen wollen, ist es notwendig in ihrem eigenen Land in einer Sicherheitszone ihr Alltag fortzuführen. Die in Frage kommende Sicherheitszone wird für die Kriegsflüchtlinge, welche in Jordanien und in der Türkei Zuflucht suchen, ein wichtiger Unterschlupf werden.

Die Türkei hat sich bei der Gründung einer Sicherheitszone sogar verspätet.

Diejenigen die es versuchen, die Gründung solch einer Sicherheitszone als einen Widerspruch und Kriegszusage gegen die von der USA geführte NATO darzustellen, sollten sich erst das grausame Bild mit dem die Türkei konfrontiert ist, aus der Nähe betrachten.

Was würden sie wohl tun, wenn die gleiche Situation ihr Land betreffen würde?

 

Der Beitrag von Adnan Oktar wurde in der Zeitung Arabic News veröffentlicht.

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