Harun Yahya

Und was ist mit den Menschen die Syrien zurückgeblieben sind?


Vor 4 Jahren waren sie noch Ärzte, Architekten oder vielleicht Lehrer. Sie hatten ein eigenes Auto, ihre Kinder besuchten eine gute Schule. Jeder von ihnen hatten Pläne für die Zukunft. Doch mit dem Krieg wurden all ihre Pläne zerstört. Von da an mussten sie aus Todesangst aus ihrem eigenen Land flüchten, sie mussten alles zurück lassen. Sie flohen vor dem Lärm der Bombenattacken und Waffenschüssen. Das einzige was sie wollten war nur noch zu überleben und ihre Kinder vor dem Grauen zu retten.

Nun ist es genau vier Jahre her, als das Grauen in Syrien begonnen hat. Wir haben wieder den Fastenmonat Ramadan erreicht, mit all seinem Segen, mit seiner Schönheit und seiner Wärme.

Die muslimische Gemeinde ist voller Freude, doch es ist eine eher herbe Freude. Jene die aus ihren Häusern geflohen sind verspüren diese traurige Freude, da sie aus ihren Häusern weit weg sind und diejenigen welche diese Menschen aufgenommen haben fragen sich, ob sie sie auch gut bewirten konnten, oder ob sie doch Heimweh haben.

Aber was ist aber mit den Menschen die in Syrien geblieben sind? Sie sind mit dem kalten Gesicht des Krieges täglich konfrontiert. Einerseits der psychische Druck der durch den Lärm der Bomben und Waffen entsteht, andererseits die Armut und das Leid der sich auch im Ramadan fortsetzt. Die Menschen sind angewiesen auf Hilfsgüter und können ihr Leben nur damit fortsetzen.

Es ist fast schon symbolisch das im Ramadan vor den Bäckereien Schlange gestanden wird um „Pide“ (Fladenbrot) zu kaufen, doch in Syrien gibt es diese Schlangen nicht. Nicht einmal der Duft von leckerem „Pide“ ist in den Straßen zu spüren, wenn die Zeit zum Fastenbrechen naht. Das geht deshalb nicht weil Syrien in Schutt und Asche steht. Überall ist es dunkel und düster, alles ist zerstört und steht unter dickem Staub. Weder gibt es die Mittel zum „Pide“ backen noch die Zutaten dafür. Die Menschen haben Schwierigkeiten Trinkwasser zu finden. Kleine syrische Kinder mit Bottichen die größer sind als sie selbst, stehen stundenlang in Reihen um an Wasser zu gelangen, während gleichaltrige Kinder in anderen Ländern vor Getränkeautomaten stehen, um mit dem Münzgeld in ihrer Hand sich das Wunschgetränk auszusuchen.

Es ist auch eines der schönsten Erlebnisse das im Ramadan die Lichter der Minaretten leuchten, und zwar pünktlich zum Zeitpunkt des Fastenbrechens. Das ist eine Tradition die nur im Ramadan ausgeführt wird. Doch in Syrien können die Menschen sich nicht auf die Beleuchtung der Moschee verlassen um sicher zu gehen das sie essen dürfen, denn in Syrien brennt weder ein Licht in den Moscheen noch kann man dort die Gebete verrichten. Die grausamen Streitkräfte zerstören dieses ehrenvollen Gebetsstädte. Hunderte Moscheen sind nicht mehr brauchbar wegen Bombardierungen.

Auch zu Sahur (Die Zeit bevor die Sonne aufgeht) werden die Menschen nicht durch Ramadan Trommler aufgeweckt, die üblicherweise zwischen den Gassen die Menschen mit Trommelgeräuschen aufwecken, damit sie ihr Essen vorbereiten und speisen können bevor die Sonne aufgeht. Die Menschen wachen durch Bombenlärm auf. Leider herrscht statt der Freude der Ramadan Trommler in Syrien, die Angst, Furcht und die Sorgen der Bomben.

Die Ramadan-Böller welche genau zum Sonnenuntergang angezündet werden um das Fastenbrechen zu signalisieren, sind eine andere schöne Tradition des Ramadans. Es löst Freude auf, es ist eine Schönheit des Ramadans und nur für diesen Monat speziell. Doch in Syrien ist das Einzige Geräusch was die Menschen hören, der Lärm der durch die Bombenangriffe aus der Luft ausgelöst werden. Dieser Lärm signalisiert das Menschenleben genommen werden und Blut vergossen wird.

So verbringen die Menschen den Sultan der 11 Monate in Syrien. Doch trotz dieser zahlreichen Missstände haben diese frommen Menschen eine enorme Lust und Leidenschaft ihre Gottesdienste durchzuführen.

Möge Allah das Grauen in Syrien schnellst möglich beenden und den nächsten Ramadan in Syrien ohne Krieg und Streitigkeiten uns Willkommen heißen.

 

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