Harun Yahya

Was sagt der Koran über das Zerstören von Kunstwerken


Eines der ärgerlichsten Geschehnisse der vergangenen Monate war die Zerstörung der Statuen durch die IS im Irak. Diese Statuen sind tausende Jahre alt und waren in dem Mosul - Museum im Irak ausgestellt. Mit dem Vorwurf, das diese alten Statuen Götzen symbolisieren, haben die IS sie alle zerstört und glaubten damit, dass sie gegen den Götzendienst ankämpfen und gewinnen könnten.

Dabei macht die IS wieder einmal einen Fehler bei der Interpretation. Es ist bekannt das die IS eine Organisation ist, welche unser Prophet bereits vor 1400 Jahren vorhersagte, das sie in der Endzeit auftreten werden. Die gewaltsamen Akte der ISIS welche auf ihre falsche Interpretationen des Islam zurück zu führen sind, werden durch den erwarteten Mahdi verbessert und richtig gestellt werden. Diese Informationen geben uns wieder die Hadithe. Laut diesen Überlieferungen wird IS zuletzt sich dem Mahdi anschließen, der sie zum wahren Islam rechtleiten wird. Sie werden den Islam welcher momentan auf Aberglauben gestützt ist aufgeben und sich dem wahren Islam, so wie er im Koran zu finden ist hingeben. In einer Umgebung in welcher der wahre Islam gelebt wird gibt es kein Kunsthass.

Als aller Erstes ist zu erwähnen das niemand diese Götzen anbetete. Und auch wenn jemand diese Statuen anbeten würde, wäre das die freie Wahl von jedem einzelnen und der Fehler von dem der es getan hat. Die IS wäre damit nicht verbunden. Gott sagt im Koran, dass es  kein Zwang in der Religion gibt und jeder frei ist an das zu glauben was er möchte. Die IS Mitglieder sollten auch akzeptieren, dass jeder frei ist in dem was er glauben und praktizieren möchte.

Das was die IS zerstört hat waren tausende Jahre alte Monumente welche bis vor kurzem existierten. Wie die Statuen des assyrischen Imperiums die an dem Eingangstor von Ninova zu finden sind, welche zwischen 700 und 612 vor Christi errichtet wurden. Es sind die berühmten Stiere mit den zwei Flügeln und menschlichem Kopf. Besser gesagt es sind auch unbezahlbare Kunstwerke. Diese tausende Jahre alten Erben, sollen die Kultur und die Zivilisation von damals darstellen. IS hat damit ein wichtiges Stück Weltgeschichte zerstört, aber hat auch gleichzeitig Kunstwerke kaputt geschlagen welche die islamische Kunst und Kultur wiedergaben.

Allah liebt Kunst und möchte dass Seine Diener es auch mögen. Allah hat das gesamte Universum  kunstvoll errichtet. Im Koran ist kein einziger Vers zu finden welcher Bildmalerei und Bildhauerei verbietet. Im Gegenteil werden Kunstwerke im Koran gepriesen. Zum Beispiel wird im Koran vom prunkvollen Tempel Salomaos berichtet, welcher voll mit Statuen verziert war. Prophet Salomo besaß ein hohes Verständnis für Kunst und ist gleichzeitig ein schönes Beispiel im Koran, welches uns den Wert der Kunst im Islam nahebringen soll.

Mit den Beweisen des Koran erkennen wir das der Tempel Salomos ästhetisch, schön und voll mit Kunstwerken war. Zu Beispiel ist das Erste Detail was im Tempel aufgefallen ist der Boden aus Glas, welches den Eindruck verschaffte als wäre es Wasser. Ein durchsichtiger Boden ist für die menschliche Seele eine Wohltat und verleiht eine ruhige Atmosphäre. Außerdem war diese Technik und dieser Fußboden damals sehr aufregend, denn es gab weltweit kein Beispiel dafür. Der Koran weist hin, dass die Pracht des Palastes auch eine sehr positive Wirkung auf die Königin von Saba hatte. Es wird erzählt das die Königin ihren Rock hochzog damit ihre Beine frei wurden, weil sie dachte dass es ein tiefer Pool sei. Die Königin war so sehr von der hochwertigen Kunst im Palast beeindruckt, dass sie den islamischen Glauben annahm.

Während der Koran solche Beispiele nennt, Kunst und viele andere Schönheiten lobt, haben fanatisch eingestellte Menschen die Behauptung vorgeführt, dass Kunst verboten wäre. Dies hat der islamischen Gesellschaft sehr geschadet. Die islamische Welt konnte sich nach diesen abergläubischen Annahmen über Bilderhauerei und Malerei nicht mehr weiter entwickeln. Gesellschaften welche Kunst nicht weiter entwickeln bleiben stehen, schwächen sich und sind geistlos. Sie sind nicht aufgeschlossen für Neues. Immer mehr verlieren sie ihre schöpferische Eigenschaft, ihr praktisches Denken und sie verlieren die Eigenschaft Details zu bewerten. Als eine Folge des Kunsthasses entsteht eine monotone Kultur, eine erstickende Langeweile, eine fehlende Sensibilität und dies führt letzten Endes zur Herrschaft des Fanatismus.

Als die islamische Zivilisation sich noch nicht vom Koran abwendete, war sie jahrhundertelang Vorbild und Vorreiter in Kunst und Wissen, sie beeinflusste damit die ganze Welt. Die Architektur von damals, die Kunst, die komplexen Stadtsysteme, die pompösen Villen, die wissenschaftlichen Erfindungen sorgen dafür das wir heute noch darüber staunen und sie geben uns Ideen für die Kunst von heute.

Als die Muslime sich dann immer mehr vom Koran abwendeten, als plötzlich verschiedene Konfessionen, Traditionen, Kulturen und Gruppierungen entstanden war das schlimmste, dass auch falsche Hadithe erfunden wurden. Das ist nicht der Islam. Das ist eine ganz andere neue Religion eine fanatische Ansichtsweise, welche die Muslime immer mehr in die Grube des Fanatismus stürzte. Dies hat die islamische Welt von allen Freiheiten von Kunst, Wissenschaft und alle den schönen Dingen die Allah für uns erschaffen hat distanziert. Und genau heute leiden die ISIS Militanten unter dem selben Problem. Sie haben auch den Koran vergessen und leben nach traditionelle Riten und erfundenen Hadithen.

Ein anderes Thema welches auch unbedingt angesprochen werden sollte ist, die Verbrennung von Büchern und die Zerstörung von Kunstwerken. Die Schuldigen versuchen damit ihr Ziel zu verwirklichen. Dies ist eine sehr primitive Methode, welche dann angewandt wird wenn Menschen Angst vor anderen Ideologien haben. Wie zum Beispiel auch die ersten Christen die im Jahre 391 die Bibliothek von Alexandria in Brand setzten, oder auch die beschämende Bücherverbrennung von Hitler, wie auch viele andere unzählige Beispiele die es in der Weltgeschichte gibt. Diese vielen Beispiele haben nie zum erwarteten Ziel geführt. Im Gegenteil es hat nur zu Zerstörungen in der Gesellschaft geführt.

Wenn die Anhänger der ISIS behaupten das sie den Islam ausleben wollen, dann müssen sie sich vor Augen führen das Allah im Koran möchte das seine Diener demokratisch und in Freiheit leben. Wenn es eine Ideologie einen Glauben oder auch schlichtweg Andersdenkende gibt, müssen die IS Mitglieder dies respektieren und lernen damit zu leben. Sie sollen nicht versuchen dies mit Zerstörung zu lösen, denn Allah sagt im Koran folgendes:

"... du bist kein Gewalthaber über sie.." (Sure Qaf, 45)

Trotz einer Menge offenkundigen Gebote Allah´s im Koran, ist es sehr verwunderlich dass die muslimischen Fanatiker den Islam radikal interpretieren. Gläubige sollten wissen, dass dieses Benehmen sehr störend ist und dass laut dem Koran Gewalt, Druck und Grausamkeiten im Namen des Islam verboten sind.

Bevor der Fanatismus noch mehr schaden anrichtet, ist es wichtig dem Westen wie auch den Muslimen zu schildern, dass die Lösung und Heilung dieser Krankheit nur der Koran selbst ist. Ruhe und Geschwisterlichkeit kann nur gewährleistet werden, wenn der Koran befolgt wird. Es geht nicht über Gewalt oder den Aufzwang von abergläubischen Riten.

 

Dieser Artikel von Herrn Adnan Oktar wurde in der Zeitung „Malaysian Insider“ veröffentlicht.

http://www.themalaysianinsider.com/sideviews/article/what-does-the-quran-say-about-destroying-art-harun-yahya

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