Harun Yahya

Eine Bedingung die zum Thema Armenien fehlt: Liebe


Das türkische Volk musste viele Schmerzen und Tragödien durchmachen, bis es zu dem Standpunkt von heute gelangte, sowie viele Völker im Mittleren Osten auch. Im erschreckenden Szenario des 1. Weltkriegs, hat sie ein ganzes Imperium verloren und Millionen von Menschen dazu. Während die Türkei die eignen Verluste gedachte, hat sie sich auch stets an die Verluste der Gegner erinnert. Deshalb wurde der Jahrestag des Gallipolikrieges mit den Anzaken, den Engländern und den Franzosen zusammen gedacht. Der Gedenktag des türkisch armenischen Inlandskrieges wurde im armenischen Patriarchat gedacht.

Das Thema Armenien ist ein beschämender Teil dieses dreckigen Krieges. Es war ein Krieg indem Armenier wie auch Türken sehr viele Verluste hatten, ein Schandfleck in der Geschichte, wo sich Geschwister gegenseitig massakrierten. In diesem Krieg starben viele. Es waren alle samt Osmanen. Armenier, Türken, Kurden, Römer waren Bürger des selben Staates die sich gegenseitig attackierten. Bei der Öffnung der Massengräber die zu dieser Zeit gehören, sah man das die Leichen der Armenier wie auch der Türken zusammen bestattet wurden. Es war grausam und fürchterlich, denn es war ein Krieg. Wenn man Kriege hinterfragt und danach grabt, werden immer Tote und Morde ans Licht kommen. Das ist auch der Grund warum sich keiner dafür ausspricht die fürchterlichen Kriege in der Geschichte in einer Kalkulation zusammen zu fassen. Ansonsten gäbe es auch die NATO nicht, weder Europa wäre gegründet, noch könnten Japaner in Amerika, Algerier in Frankreich oder Juden in Deutschland leben.

Trotz dessen wird von einer großen Gruppe versucht das Thema Armenien 1915 aktuell zu halten. Ein Teil von ihnen tut dies um wirklich Licht in die Vergangenheit zu bringen, doch der andere Teil nutzt dies für politische Zwecke aus, dies kann nun keiner mehr leugnen. Dazu sind die Aussagen des türkischen EU Ministers Herrn Volkan Bozkir, die er beim Besuch in der armenischen Kirche gemacht hatte sehr wichtig:

„Wenn eine tausendjährige Beziehung in dem Wort Genozid gefangen ist, wird dies weiter hin unserer Zukunft sehr viel Schaden bringen. Aus dieser Perspektive betrachtend, sind wir dagegen das dieses historische Geschehnis zu einem politischen Element verwandelt wird. Wir laden dritte Personen, wie auch dritte Parteien dazu ein sich nicht mehr zwischen uns zu stellen. Wir denken wir werden es nicht zulassen, dass diese dritten Personen welche nicht einmal in der Lage sind  Armenien auf der Landkarte zu zeigen und auch nicht das kleinste historische Zusammenleben mit unseren armenischen Geschwistern hatten, unsere ganze Geschichte zu pfänden.“

Diese Worte sind richtig. Aber auch wenn das die Türkei nicht zulässt, zeigen uns die Aussagen des Papstes und die darauf folgenden Aussagen und Urteile des europäischen Parlaments, das ein ernstes Druckelement im Hinterhalt wartet. Die Türkei sollte einen anderen Weg einschlagen, als die Aussagen dritter Länder und Institutionen über das Thema Armenien unbeachtet zu lassen.

Der Krieg im Jahre 1915 war kein Krieg zwischen Türken und Armeniern, sondern es war der 1. Weltkrieg. Beide Seiten hatten große Verluste und auch beide Seiten erlitten viel Schmerz. Doch es macht keinen Sinn sich da mitreißen zu lassen. Während einige Länder in der Vergangenheit stöbern, sollte die Türkei Wege suchen wie wir in Zukunft Armenien als Freunde zurück gewinnen könnten.

Als Erstes sollten die sich Staatsoberhäupter öfters treffen, darüber hinaus sollten Vorkehrungen in die Wege geleitet werden, welche die Grenzen beider Länder öffnen und das Visum aufheben wird. Die Türkei existierte seit Jahren mit seinen armenischen Bürgern. Sie sollten in der Lage sein die Türkei zu besuchen wann immer sie wollen. Sie sollten sich in der Türkei wohnhaft machen, hier weiterhin ihren Handel betreiben und ihre Gebete wie auch ihre Kunst hier weiter ausführen können. Das soll dazu führen das Armenien wirtschaftlich wohlhabender wird, denn ein reiches und glückliches Armenien ist für uns stets eine Freude.

Um das zu erzielen sollte die Türkei das Thema Karabag nicht als Erste Bedingung stellen, obwohl es eine große Verantwortung für die Türkei darstellt. Die politische Zunge ist unbarmherzig, stets egoistisch, profitgierig und fokussiert sich nur auf Land und Gut. Wobei doch die Beziehungen gegenüber Armenien nicht auf Politik sondern auf Liebe basieren sollte. Das wäre gemäß unserer tausendjährigen Beziehung. In einer Atmosphäre voller Liebe und Freundschaft, gibt es kein Problem welches nicht lösbar wäre. Das Thema Landeseigentum sollte aufgeschoben werden. Ohne eine Sicherheit in der Liebe zu gewähren und als Erste Bedingung das Thema Land anzusprechen, gibt der Türkei einen egoistischen Eindruck und würde nie dazu führen das sich Vertrauen aufbaut. Aus dem Thema Karabag eine unentbehrliche Bedingung zu machen, wird nur dazu führen das Thema in eine unlösbare Sackgasse zu verwandeln. Solange das besteht sieht es schwierig aus das Thema Armenien zu lösen. Das wiederum führt dazu, das dritte Personen weiterhin dieses Thema gegen die Türkei verwenden werden.

Es ist natürlich erfreulich das die türkische Regierung Kirchen wie die „Akdamar“ Kirche (Kirche zum Heiligen Kreuz) nach 95 Jahren für den Gottesdienst zur Verfügung stellte und das Eigentum des Vereins zurück gab. Auch ist es erfreulich das die Regierung im Umfang des Minderheitsschutzes unseren armenischen Bürgern verschiedene Rechte zuwies. Doch sollte die dauerhafte Offenhaltung solcher Kirchen, wie auch die Beheimatung unserer armenischen Geschwister in dieser Region eine weitere Entwicklung sein. Es wäre ein weiterer Erfolg, wenn wir unsere armenischen Geschwister in ihrer türkischen Heimat erneut Willkommen heißen könnten.

Unsere armenischen Geschwister sollten eines wissen, so wie in allen Ländern gibt es auch in der Türkei zwar wenige, aber hasserfüllte Menschen. In der Vergangenheit benutzten sie ein Fußballspiel, um diese Zusammenarbeit zu stören, man sollte diejenigen daran hindern diesen hässlichen Triumph erneut zu erlangen. Leute mit Hass gegen Armenier, die ohnehin keine Liebe für irgendjemand empfinden und schlichtweg die Hölle auf Erden leben, sind verrückt. Es ist äußerst wichtig deren Gerede und Tun nicht zu beachten. Freundschaft ist etwas, welches nur liebevolle Menschen erschaffen können.

Wenn unsere Beziehungen gegenüber Armenien rein von allem politischen Profit ist und nur auf Nächstenliebe basiert, dann könnten dritten Personen noch so oft dieses Thema versuchen für politische Zwecke zu nutzen, es wird ihnen nicht gelingen. Das ist notwendig um in den Mittleren Osten, wo sich Geschwister gegenseitig töten, Liebe hineinzubringen. Vielleicht werden dann die vereisten Herzen, welche denken das alles mit Realpolitik und politischen Profitberechnung zu lösen sei bemerken, dass sich Länder nur durch Nächstenliebe vereinen und verständigen können. Vielleicht wird es ihnen dann klar, das jahrelange politische Manöver, Sanktionen und Drohungen wie auch politische Probleme, welche nur allzu oft versucht wurden mit Bomben zu lösen, die Quelle der Lieblosigkeit ist. Vielleicht wird diese Freundschaft zwischen uns eine gute Lehre für diejenigen sein, die aus dem Thema vom 1915 einen politischen Profit erreichen wollen, doch aber ihre Augen schließen wenn es um den aktuellen, weltweiten, grauenvollen Genozid geht.

Das war der Artikel von Herrn Adnan Oktar welche in den Zeitungen Arab News & MSN News veröffentlicht wurde.

 

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