Harun Yahya

Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit


2015 hat rasant angefangen. In allen Kontinenten nehmen die Ereignisse nacheinander ihren Lauf. Der weit entfernteste und ruhigste Ort davon ist Europa. Eigentlich hat die EU seit langem ihre Garde vorbereitet und wartete nur noch besorgt ab. Zum Ersten Mal wieder konnte man die nationalsozialistischen Bewegungen in vielen europäischen Ländern verfolgen. In Schweden, der Schweiz und Österreich wurden islamfeindliche Bewegungen registriert. Die steigende Islamophobie spitzte sich jedoch in Deutschland mit der PEGIDA und ANTI PEGIDA Demonstrationen zu.

Frankreich ist im afrikanischen Kontinent ständig und konstant im Kampf gegen bewaffnete Organisationen. Zu diesen Ländern gehört die zentral afrikanische Republik, Tschad, Mauretanien, Burkina Faso und die Subsahara Afrika. In diesen Regionen kämpft sie gegen Anhänger der Al Kaida, ihre Strategie beruht sich darauf ihren Feind mit Waffen zu eliminieren. Frankreich ist durch diesen Kampf in Afrika mitverantwortlich für den Tod Tausender Zivilisten.

Viele Menschen verlieren bei diesen Kämpen ihr Hab und Gut und sind dann gezwungen von dort aus weiter zuziehen. Oder sie schwören Rache, weil ihre Verwandten durch französische Soldaten ermordet wurden. Somit schließen sich die Meisten von ihnen der Al Kaida, Al Shabaab oder dem Islamischen Staat IS an. Laut den Statistiken ist Frankreich das Land zwischen den europäischen Ländern, wo am Meisten die Menschen sich dem Islamischen Staat anschließen.

In den vergangenen Tagen hat der französische Innenminister eine Erklärung gemacht. Laut den Angaben des Ministeriums wurden 930 Franzosen und Menschen welche aus Frankreich abstammen ermittelt, die an den Kriegen in Syrien und dem Irak teilgenommen haben. Von diesen 960 Personen befinden sich 350 davon immer noch in dieser Kriegsregion. Zu diesen Zahlen kommt noch dazu, dass 36 Menschen von ihnen in den Kriegen gestorben sind. Genauso auffällig sind die Zahlen derer, welche erst nach Syrien und in den Irak gereist und anschließend wieder zurück nach Frankreich gekehrt sind.

Diese rückkehrenden Kämpfer und deren Zukunft bereiten der französischen Regierung die meiste Angst. Diese Menschen hatten eine Waffenausbildung hinter sich, haben an Gefechten teilgenommen und sich dem Dschihad gewidmet.

Die Befürchtungen der französischen Regierung hat sich bestätigt, denn einer der Charlie Hebdo Attentäter war der 34 jährige Said Kuasi, dieser wurde zuvor in Jemen von der Al Kaida ausgebildet.

Frankreich ist einer von den drei wichtigsten europäischen Ländern und Paris ist eines der wichtigsten und bekanntesten Städte weltweit. Es ist die Metropole Europas für Kunst, Politik und Industrie.

Nach den erlebten Geschehnissen im vergangenen Dezember, hat das Land in vielen Städten Vorkehrungen getroffen. Es wurden sogar Soldaten um Hilfe gerufen, nur damit Volk in Paris ein ruhiges Weihnachtsfest und einen angenehmen Silvester verbringen konnte. Nach dem 2. Weltkrieg war es das Erste Mal wieder, dass französische Soldaten die Stadt beschützten. 1080 Soldaten waren in und um Paris und am Eiffelturm im Einsatz.

Jedoch haben diese Vorkehrungen auch nichts genützt. Das Attentat auf die Redaktion der Charlie Hebdo brachte 12 Todesopfer und 10 Verletzte mit sich. Es wurde berichtet dass 2 von den Opfern Muslime waren. Am nächsten Tag wurde eine weiter Polizistin erschossen. In diesem Polizeieinsatz wurden 3 Terroristen und 4 Geiseln getötet, eine Geisel konnte laut den Berichten fliehen.

Als die Personalien der Täter veröffentlicht wurden, wandten sich die Blicke sofort zu den radikalen Islamisten und islamischen Terrorgruppen.

Die ganze Welt kämpft seit dem 11. September gegen islamische Terrororganisationen. In diesem Kampf ist es ihnen von Wichtigkeit, dass schwere Waffen eingesetzt werden. Wenn wir heute die Situation der ISIL analysieren, dann sehen wir dass der Waffeneinsatz kein Ergebnis gebracht hat. Der Kampf gegen diese Organisationen muss ideologisch sein, dies hat sich nun bestätigt.

Druck auf Muslime auszuüben, ihre Freiheit mit Gesetzen einzuschränken oder sie als Menschen zweiter Klasse zu behandeln hat bislang zu keinem positiven Ergebnis beigetragen.

Der Druck nach dem 11. September welche auf Muslime ausgeübt wird, hat nur zu neuen Geschehnissen geführt. Dieses Mal, also nach dem Pariser Attentat sollte eine andere Haltung an den Tag gelegt werden. Ein Großteil der Muslime in Frankreich kommt aus Maghreb. Es sollte nun nicht eine negativer Umgang gegenüber diesen Menschen entwickelt werden. Und vor allem sollten keine neuen Strategien entwickelt werden, welche diese Menschen noch mehr aus der Gesellschaft drängen werden. (Man hat es noch immer in Erinnerung als 2005 veröffentlicht wurde, wie schlecht Muslime in den Vorstädten behandelt wurden.)

Die Schwierigkeiten welche die Muslime nach dem 11. September erlebt haben, vor allem in den USA und den westlichen Ländern sollten sich nicht wiederholen. Westliche Staaten sollten es verhindern dass Muslime sich diesen Terrororganisationen anschließen, nämlich indem sie ihnen mit mehr Verständnis und Liebe entgegnen.

Wir alle verfolgen es, dass in letzter Zeit die nationalsozialistischen Gruppen in Europa ihren Aufstieg haben. Die Rechtsextremisten benützen die marode Wirtschaftslage in Europa als ein Propagandamittel um neue Anhänger zu werben und um ihre Politik durchzusetzen. Sie beschuldigen Muslime und Einwanderer an den schlechten Umständen. Sie benützen die Zukunftsängste des Volkes und üben somit Druck auf Muslime und Einwanderer aus.

Die Politik der europäischen Nationalisten basiert darauf, dass sie weder ihrer Ideologie noch ihrer Zivilisation etwas zukommen lassen wollen. Sie wollen dass alle Bürger ihre Ansichten vertreten und einen gewissen Lifestyle verfolgen. Deshalb haben sie das Ziel jene die nicht zu ihnen gehören zu isolieren, oder gar ganz aus ihrem Land zu vertreiben. Bewusst und systematisch werden diese Menschen diskriminiert, dies ist eine Gefahr für Europa. Diese Politik führt dazu, dass vielleicht eine zweite „Kristallnacht“ mitten in Europa gegenüber den Muslimen angezettelt wird.

Zudem ist es beunruhigend, dass die rechte und linke Fraktion welche der politischen Mitte nahe stehen zu dieser Gefahr sich nicht konkret äußern. Während die deutsche Regierung dafür wirbt dass die Kurden in der Türkei ein Recht darauf haben, in ihrer Muttersprache unterrichtet zu werden, haben sie keine Bedenken zu sagen dass die Türken in Deutschland zu Hause sich auf deutsch unterhalten sollen.

Die europäischen Länder sollten die Gründe der Radikalisierung in ihrem Lande genauestens recherchieren, um es aufhalten zu können. Vor allem beugen sie damit dem Rassismus vor und können somit die muslimischen Bürger besser in die europäische Gesellschaft integrieren. Dafür müssen die Regierungen in Europa ihre beharrende „von oben herab“ Politik in eine gemäßigte Politik ändern. Diese weiter entwickelte Politik werden auch die Muslime unterstützten. Vor allem islamische Gelehrte und Vorstände sollten darauf hinweisen, dass der Koran Gewalt und Terror ablehnt. Und dass die eigentliche Quelle dieser Gewalt auf die erfundenen Hadithe (Überlieferungen) basieren. Diese Tatsachen sollten sie offenkundig und mutig äußern und gegenüber diesen falschen Quellen einen intellektuelle Kampf beginnen. Die Geschehnisse sollten nicht mit Verschwörungstheorien zugedeckt werden, hinter denen sie sich dann verstecken, sondern es sollte klipp und klar gesagt werden dass Al Kaida, ISIL und ähnliche Organisationen sich irren. Die islamischen Gelehrten sollen diese Aufklärungsarbeit mit dem Westen und der USA zusammen angehen.

Das war ein Artikel von Herrn Adnan Oktar, welcher in der Zeitung „Arabian Gazette“ erschienen ist.

 

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