Harun Yahya

Was können die europäischen Länder gegen den Flüchtlingsansturm tun?


Mitten im offenen Meer sind dutzende Menschen hungrig und durstig auf einem kleinen Boot unterwegs...

So viele Leben die riskiert werden nur um einen Grenzzaun oder einen Fluss zu überqueren...

Gerade als sie denken dass sie gerettet wurden, werden sie auf eine niederträchtige Art behandelt..

Diese Worte sind eine zusammenfassende Beschreibung von dem was die Flüchtlinge seit geraumer Zeit erleben, während sie nach Europa flohen. Die letzten Jahre ist Europa einer großen Flüchtlingswelle ausgesetzt gewesen. Der Grund dafür ist teils wirtschaftlich teils aus Sicherheitsgründen.

Denn als zu den wirtschaftlich schlechten Lebensumständen auch noch die Lebensgefahr hinzukam, wollten diese Menschen in Länder flüchten und dort leben, in denen sie sich sicher sind. Meistens flüchten sie innerhalb des jeweiligen Landes, doch die Faktoren wie der „arabische Frühling“ oder die „internationale Wirtschaftskrise“ haben dazu geführt, dass die Zufluchtsorte immer mehr über die Landesgrenzen führen.

In Länder wie Spanien, Malta und Italien flüchten die Menschen aus Nordafrika, nach Griechenland flüchten sie aus dem Mittelmeerraum und Thrakien, nach Deutschland flüchten meist aus den Balkanländern. Den Flüchtlingsaufnahmerekord erhält die Türkei, mit den Flüchtlingen aus Syrien und dem Irak.

Obwohl die Türkei weniger entwickelt ist als Spanien, Italien, Griechenland und Deutschland, lehnt sie keine Flüchtlinge ab und bietet ihnen sogar weitaus mehr Chancen als die übrigen Länder. Die derzeitige UN Botschafterin Angelia Jolie, besuchte vor nicht langer Zeit die türkischen Flüchtlingslager und machte folgende Aussage: „Ich bin sehr dankbar für die offene Tür der Türkei, welche diesen Menschen erlaubte sich hier aufzuhalten und auch die Garantie gab, dass diese Flüchtlinge nicht gezwungen werden wieder zurück zugehen.“ Ende November besuchte Papst Francis die Türkei, lobte die Flüchtlingspolitik und rief die internationale Community auf die Türkei zu unterstützen.

Wenn sie europäische Länder betrachten werden sie fast kein vergleichbares Beispiel finden. Denn während Italien aussagte, dass sie Flüchtlingsschiffe auf hoher See nicht mehr retten werden, plant Griechenland an der Grenze zur Türkei Mauern zu bauen und Tiefe Gruben zu graben um Flüchtlingsströme zu dämmen. Deutschland hat währenddessen die Flüchtlingseinwanderungsgesetze verschärft um den Flüchtlingen aus dem Balkan ihre Zuwanderung zu erschweren. Eine ähnliche Veränderung hat die Schweiz in ihren Einwanderungsgesetzen vorgenommen. Diese verschärften Gesetze wurden von 78,5 % der Bevölkerung zugestimmt.

Die harten Zuwanderungsgesetze und Aufnahmebedingungen sind nicht die einzigen Probleme. Auch wenn die Flüchtlinge Grenzen und Seen überquert haben und nach zahlreichen Schwierigkeiten es schafften, in ein europäisches Land zu flüchten, hörte ihr Drama nicht auf. Eine Menge EU Länder haben nicht die Kapazität so viele Flüchtlinge aufzunehmen und stehen deshalb unter Druck. Doch keines dieser Argumente reicht aus, um die Menschenrechtsverletzungen zu rechtfertigen.

Viele Flüchtlinge in Europa sind Beleidigungen, schlechter Behandlung, Beschimpfungen ausgesetzt. Ein Aufklärungsvideo von Amnesty International zeigt Flüchtlingsopfer die folgendes sagen: „Ihr Europäer behandelt Tiere sehr gut. Bitte behandelt uns so wie eure Tiere. Wir sterben.“ Dies reflektiert die Realität.

Das europäische Gerichtshof hat im vergangenen Juni beschlossen, dass Malta einem somalischen Flüchtling Schadensersatz zahlen muss. Der Grund dafür war, dass der Flüchtling monatelang in einem Gefängnis gehalten wurde, wo er Hitze und Kälte ausgesetzt war, es wurde ihm auch nicht erlaubt raus an die frische Luft zu gehen. Er wurde in diesem Gefängnis gehalten, um dann zu einem späteren Zeitpunkt abgeschoben zu werden. Am Ende der Verhandlung sagte der Gerichtshof aus, dass das Urteil deshalb gefällt wurde, weil die Behandlung dieses Flüchtlings eine Erniedrigung der menschlichen Würde sei.

Ein anderes Beispiel für die Erlebnisse der Flüchtlinge wird auf der Homepage von Euronews gezeigt. Die Bilder stammen aus einem deutschen Flüchtlingsaufnahmecamp nicht aus Abu Ghraib (http://tr.euronews.com/2014/10/03/avrupa-da-multecilere-icler-acisi-muamele/). In den Aufnahmen ist zu sehen wie zwei Sicherheitsbeamte lachend einem algerischen Flüchtling seinen Kopf mit ihren Füssen treten. Der mit Handschellen versehene Flüchtling sagt: „Hört auf zu schlagen“, doch trotz dessen wird er gezwungen auf einer Matratze zu liegen, welcher voll mit Gebrochenem ist.

Dieser Zustand, welcher den europäischen Menschenrecht Standards und der Demokratie nicht entspricht, kann durch gerichtliche Verfahren aufgehoben werden. Bundesweite Gerichte wie auch die internationalen und europäischen Gerichte könnten behilflich sein, dass sich diese dramatische Situation der Flüchtlinge verbessert. Natürlich ist die Voraussetzung dafür, dass die internationalen Gerichte gerecht und unparteiisch arbeiten.

Eine andere Lösung wäre, dass die EU kleine Länder wie Malta bei der Flüchtlingsaufnahme unterstützt. Europa sollte menschenwürdige Aufnahmecamps finanzieren und Aufsichtsräte einstellen. Die Frauen, Kinder und älteren Menschen unter den Flüchtlingen, sollten auf die europäischen Länder verteilt werden, natürlich mit der Beachtung ihrer Menschenrechte. Außerdem sollte die EU ihre Grenzen für Flüchtlinge nicht dicht machen, sondern überwachte Grenzübergänge schaffen. Somit kann man jährlich hunderte Menschenleben retten, welche auf hoher See bei Schiffsbrüchen ums Leben kommen. Außerdem sollte das Erste was man mit einem Flüchtling macht nicht seine Inhaftierung sein. Dafür sollten Gesetze und Vorschriften geändert werden. Doch wenn man das Problem von Grund auf lösen möchte, muss man solch materielle Maßnahmen mit moralischen Werten stärken. Man muss die egoistische Haltung ändern und stattdessen eine aufopfernde, mildherzige, liebevolle Gemeinschaftsbasis schaffen, welche sich nicht davor scheut mit anderen Menschen teilen zu können. Die Regierung, zivilgesellschaftliche Einrichtungen und die Medien tragen bei dieser Aufgabe die größte Verantwortung. Eine vielseitige Kampagne könnte die Liebe und Hilfsbereitschaftsmoral von neuem erwecken und eine große Unterstützung sein das Flüchtlingsproblem zu lösen.

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