Harun Yahya

Der Aufstieg und das Ende des Antisemitismus


Unsere Welt hat bereits genug Brutalität erlebt. Von Hülegü, der sich damit rühmte während seiner gewaltsamen einwöchigen Randale in der Stadt Bagdad 200.000 Muslime getötet zu haben. Damit zerstörte er auch vollständig eine Jahrhunderte alte Kultur. Weiter geht es mit den Wikingern, die alles mit Gewalt und Folter an sich rissen, was für sie begehrenswert war. So ging es weiter bis zum modernen syrischen Regime, welches sich als Ziel sein eigenes Volk auswählte. Wir können sagen, dass unsere Erde einige grausame Gewalttaten erlebt hat.

Im Laufe der Geschichte wurden jedoch einige Gruppen mehr anvisiert als die anderen, wie zum Beispiel das jüdische Volk. Ihr Martyrium begann zu Zeiten des Pharao, der ihre Jungen tötete und ihre Mädchen am Leben ließ. Die Unterdrückung gegen Juden setzte sich während der Antike fort. Mal waren es Assyrer, mal die Römer und Babylonier, welche die Juden massakriert und verbannten und ihre Tempel und Städte zerstörten. Im Mittelalter wurden wieder die Juden zur Zielscheibe, man stempelte sie ab, diskriminierte sie und jagte sie wo immer sie Zuflucht suchten. Die Unterdrückung setzte sich in der jüngeren Geschichte fort, als sechs Millionen Juden von den Nazis vergast und getötet wurden.

Heute noch geht die Verfolgung weiter.

Antisemitismus in Europa hält sich in Form von Belästigung in öffentlichen Bereichen, beleidigende Kommentare und diskriminierendes Verhalten im sozialen Leben und mehr erschreckend in Form von brutalen Übergriffen fort. Der Vandalismus in Form von Plünderung jüdischer Geschäfte, brennende Autos geht weiter. In gewaltsamen Protesten skandierten hunderte "vergast die Juden", "tötet die Juden". Schüsse und Molotowcocktail-Attacken in Schulen oder wie zum Beispiel der jüngste Angriff in Creteil/ Frankreich, wo ein jüdisches Ehepaar zu hause brutal angegriffen wurde sind keine Seltenheit. Das Geschehnis war eine schreckliche Erinnerung an den Vorfall 2006, wieder in Frankreich, in der ein junger jüdischer Mann gefangen wurde, wochenlang gefoltert und dann nackt zum sterben überlassen wurde. Er starb später an seinen Verletzungen.

Frankreich ist nicht der einzige Ort, der dem Antisemitismus Zeuge ist. Von Argentinien bis Tunesien, von Irland bis Spanien, scheinen sich die Juden in einem ständigen Kreislauf von Hass zu befinden. Selbst in den USA, die für ihre unerschütterliche Unterstützung für Israel bekannt sind, ist das jüdische Volk vorsichtig bei der Preisgabe ihrer Identität oder der Ausübung ihrer religiösen Pflichten in der Öffentlichkeit. Vier Männer haben in Brooklyn grundlos einen 24-jährigen jüdischen Mann mit einer Kippa angegriffen. In New York ereignete sich ein Angriff auf ein 12-jähriges jüdisches Mädchen. Eine Gruppe von Mädchen warf eine Flasche gegen das 12-jährige Mädchen, eine andere unter ihnen schrie: "Du dreckige Jüdin!“. Ein anderer Überfall ereignete sich in Los Angeles / CA, wo ein jüdischer Mann von fünf männlichen Verdächtigen umzingelt wurde. Sie schrien "Heil Hitler!" bevor sie ihn attackierten. Das sind nur einige unter den beunruhigenden Vorfällen in den USA.

Der Nahe Osten ist die Heimat der schlimmsten Fälle von Antisemitismus. Vor allem nach dem jüngsten Gaza Israel Krieg ist der Hass gegen Juden unabhängig vom Alter, Geschlecht oder Beteiligung an irgendeinem Konflikt, erschreckend schnell angestiegen. Aber warum denken einige Menschen, dass es legitim sei Juden zu hassen?

In der Vergangenheit waren Juden auch nicht beliebt, weil es welche gab die glaubten dass sie hinterhältige Verschwörer seien. Denn die Gesellschaft machte Bekanntschaft mit „den Protokollen des Zion“. Es ist ein erfundenes antisemitisches Propagandamittel gewesen. Die Stimmung wurde weiter mit notorischen Lügen angeheizt, wie zum Beispiel die Ritualmordlegenden, welche die Juden als die wahre Verkörperung des Bösen darstellten. Heute ist der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern die treibende Kraft für den überall vorkommendem Judenhass, und wird oft als Deckmantel benutzt, um die Gewalt gegen jüdische Bürger auf den Straßen zu rechtfertigen.

Sicherlich können politische Institutionen oder Personen innerhalb einer Gemeinschaft Fehler machen. Doch deshalb die ganze Nation zu beschuldigen, ist laut dem Quran unmoralisch. Das jüdische Volk ist bekannt für ihr gemäßigtes und bescheidenes Auftreten. Sie sind ein ruhiges Volk, welche sich lieber mit ihren täglichen Routinen und religiösen Praktiken beschäftigen. Deshalb ist es umso überraschender, dass solch ruhige und zurückhaltende Menschen, zu oft in der Geschichte Opfer von Verfolgung wurden.

Jede Feindseligkeit gegenüber den Richtlinien von Israel, sollte auf eine höfliche Weise zum Ausdruck gebracht werden, ohne dass man die ganze Gemeinschaft dafür beschuldigt. Allah verbietet den Muslimen ein solches Verhalten. Im Quran warnt Allah die Gläubigen wie folgt:

“O die ihr glaubt, seid Wahrer (der Sache) Allahs als Zeugen für die Gerechtigkeit. Und der Hass, den ihr gegen (bestimmte) Leute hegt, soll euch ja nicht dazu bringen, dass ihr nicht gerecht handelt. Handelt gerecht. Das kommt der Gottesfurcht näher. Und fürchtet Allah. Gewiss, Allah ist Kundig dessen, was ihr tut. (Sure al-Maida, 8)

Es ist sehr natürlich, dass es gute und schlechte Menschen in jeder Gruppe, Gemeinschaft oder Nation gibt. Genau wie es zahllose Mörder, Lügner, Verbrecher und Menschen mit schlechter Moral sich in muslimischen Gemeinden befinden, so gibt es natürlich auch in jüdischen Gemeinden Menschen, die weniger lobenswert sind. Doch ist es eine äußerst absurde und lächerliche Aktion, Abneigung wegen einer Gruppe in ihrer Gesamtheit alle zu beschuldigen. Diese Auffassung ist kontra dem Quran.

Laut dem Quran werden Juden, als die „Leute der Schrift“ bezeichnet und sind zu respektieren, zu beschützen und mit Nächstenliebe zu behandeln. Allah erlaubt Muslimen jüdische Frauen zu heiraten, das allein erklärt das Ausmaß der Freundschaft und Nähe, welche Allah von uns verlangt. Wenn Menschen heiraten werden sie zu Lebenspartnern, Liebhabern, Vertraute und Gefährten. Allah erlaubt uns auch soziale Bindungen mit Juden wie zum Beispiel ein gemeinsames Abendessen in ihren Wohnungsstädten. Allah hat den Muslimen nie befohlen sie zu hassen, oder gar Juden und Christen zu diskriminieren. Gott lobt Juden in vielen Versen für ihre Hingabe und Frömmigkeit und in ihren Handlungen. In der Tat sind Juden ein großartiges Beispiel für Muslime mit ihrer unerschütterlichen Treue zum Propheten Moses.

All diese Fakten machen deutlich, dass es keine Grundlage, weder im Islam noch im Judentum gibt, die zu Spannungen führen könnten. Sobald jeder erkennt, dass Allah diese Welt für Liebe erschaffen hat und dass es gegen Allahs Willen ist feindselige Gefühle gegeneinander zu hegen, wird sich Brüderlichkeit und Frieden durchsetzen.

 

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