Harun Yahya

Was haben wir aus dem Jahr 2014 gelernt


Am letzten Tag eines Jahres möchten die Menschen daran glauben, dass im neuen Jahr sich alles verändert. Dass das Gleichgewicht anders verteilt wird, sodass eine neue Ordnung entsteht. „Soll ein besseres Jahr werden“ sagen die Menschen mit einem guten Vorsatz, schöner Erwartungen und voller Hoffnung. Natürlich ist das auch unser Wunsch, hoffentlich wird das Jahr 2015 für die ganze Menschheit ein noch besseres Jahr.

Diese Hoffnung soll weiter getragen werden, doch folgende Tatsache sollte man nicht vergessen: Ein neues Jahr ist kein Zauberstab, der die Dinge anders verlaufen lässt. Die Schwierigkeiten mit denen wir letztes Jahr konfrontiert worden sind, die giftigen Ideologien und der Hass, welcher von manchen mit Aufwand geschürt worden ist, werden nicht plötzlich verschwinden. Wir wünschen genauso dass im Jahr 2015 Frieden geschlossen wird, doch dafür muss man was tun.

Deshalb ist es hilfreich kurz zu analysieren, was im vergangenen mühsamen Jahr 2014 alles falsch gemacht wurde.

Das Jahr 2014 wurde mit dem jahrelangen syrischen Bürgerkrieg begonnen. Seit 2011 geht der Krieg weiter ohne dass irgendjemand einen Vorschlag gemacht hat, wie der Krieg ein Ende nehmen könnte. Das Jahr 2014 war zudem auch noch das Jahr welches am meisten Opfer gefordert hat. Die offizielle Zahl beruht sich auf 200.000 Menschen, doch die Dunkelziffer ist weitaus höher.

Die ISIS welche durch den syrischen Bürgerkrieg entstand, hat sich im Jahr 2014 einen eigenen Staat aufgebaut. Die strategischen Punkte Syriens und Iraks sind nun unter ihrer Kontrolle. Diese Terrororganisation, welche die Supermächte USA und die NATO ratlos ließen, war vielleicht auch ein Spiegel dafür wie falsch die Strategie des Westen im Mittleren Osten war. ISIS war das Ergebnis dieser falschen Strategie, die falsche Strategie war auch der Grund warum ISIS nicht gestoppt werden konnte.

Die Ukraine Krise entstand nur durch Habgier. Diese Habgier verwandelte das schöne europäische Land in einen Albtraum und hinterließ 3000 Opfer. Die EU ließ Russland aus und vor unterstützte die Ukraine, doch schaute bei den inneren Unruhen auch nur zu. Russland setzte keinen Schritt zurück, auch wenn es um einen ehemaligen Alliierten ging, der Trumpf geht weiter. Der herangeführte neue kalte Krieg sieht so aus, als ob es ein Projekt des amerikanischen Tiefenstaats wäre.

Während all dies passierte, wurde die grauenvolle Ebola Epidemie erstmals bekannt, doch kaum ein Land nahm es ernst. Die weltweiten Gesundheitsorganisationen sagten mit ihren eignen Worten folgendes: „Das Geld welches für dieses Problem in Arme Länder investiert wird, rentiert sich nicht“. Die Impfkampagne fing erst gegen Ende des Jahres an, als die Krankheit nach Europa und die USA sich verbreitet hatte, erst nachdem 6000 Menschen daran starben.

Ab 2014 gehörte die Krim nun Russland. Schottland machte einen Unabhängigkeitssprung, doch es blieb erfolglos.

Während Mittelafrika Zeuge eines fürchterlichen Völkermordes wurde, gingen die verängstigenden Angriffe des Boko Haram weiter. Eines der Aktionen was dazu führte dass weltweit die Aufmerksamkeit auf Boko Haram sich richtete, war das Kidnapping von 276 Mädchen. 223 von diesen Mädchen halten sie immer noch in Gefangenschaft.

Während das alles passierte sind im Irak allein im März durch radikale Aktionen 748 Menschen ums Leben gekommen. Der Krieg zwischen Palästina und Israel machte Schlagzeilen nebenher gingen die Gefechte im Mittleren Osten, in Europa und in Afrika weiter. Dazu kam noch das ein malaysisches Passagierflugzeug verschwand und ein anderes malaysisches Flugzeug über der Ukraine abgeschossen wurde. In Südkorea ging eine Fähre unter und riss 289 Menschen mit in den Tod. Bei dem Minenunglück in der türkischen Stadt Soma sind 301 Minenarbeiter ums Leben gekommen.

In 2014 sind viele Menschen zu Flüchtlingen geworden. Viele von ihnen erhofften sich in andere Länder eine neues Leben, doch auf dem Weg dahin haben sie ihr Leben verloren, weil ihre Fähre untergegangen ist. Im syrischen Camp Yarmouk sind viele Menschen verhungert.

Während die Anzahl der Flüchtlingen sehr anstieg, hat Europa gesetzliche Neureglungen eingeführt um die Einreise der Flüchtlinge zu erschweren. Die Europaparlamentswahlen haben dazu geführt das die rechts- und linksextremistischen Parteien die Hauptparteien abgelöst haben. Die Flüchtlingspolitik wurde zu einem beliebten Wahlthema der Politiker, denn es brachte viele Stimmen, weil immer mehr gegen Flüchtlingseinwanderung sind. Auch jetzt zum Ende des Jahres 2014 gehen die Flüchtlingsgegner Demo´s in Deutschland weiter.

Die Wirtschaftskrise hat plötzlich alle Euroländer getroffen. Am meisten die Länder Griechenland, Island, Zypern, Belgien, Italien. Die gesunkenen Erdölpreise haben am härtesten Russland und die Länder im Mittleren Osten getroffen. Eine reiche Welt hat sich plötzlich in eine von Menschenhand gemachte habgierige Welt verwandelt. Die NSA Abhöraufnahmen, die Bilder welche die Folter dokumentierten die seitens des syrischen Regimes durchgeführt wurden und letztendlich der CIA Folterbericht, waren veröffentlichte Reporte die das Jahr 2014 zeichneten. Doch eigentlich war es nicht mehr als Tatsachen in Bilder zu fassen.

2014 war ein schwieriges Jahr. Doch wenn wir zurückblicken, werden wir erkennen dass die Katastrophe seinen Lauf nahm, weil Gewalt gegen Gewalt, Habgier und Egoismus herrschte und die eigenen Gewinne statt Rettung von Menschenleben im Vordergrund standen. Und noch ein zweiter Rückblick zeigt uns, dass diese Katastrophen dem weltweiten Waffenhandel dienten. Und nicht zu vergessen der Versuch den Kalten Krieg künstlich wieder herzustellen diente nur den verschiedenen Lobbys, welche ihren Nutzen davon tragen werden. Vielleicht ist die Brutalität, welche wir alle bezeugen könnten, noch nie so umfangreich und beängstigend gleichzeitig gewesen.

Mit diesen Problemen werden wir auch das Jahr 2015 beginnen und keines dieser Sorgen wird sich durch eine Zauberstab in Luft auflösen. Wenn diese weltweite Gewaltpolitik kein Ende nimmt, darf sich auch keiner wundern, wenn diese Probleme nächstes Jahr sich verdoppeln. Wenn das Jahr 2014 vor allem für die Supermächte keine Lehre war und sie auf ihrer falschen Gewaltpolitik beharren, wird dieser Alptraum, welcher fast alle Länder eingeholt hat, sich noch weiter entwickeln bis zu einem Superalptraum.

Das Jahr 2014 hat der Welt folgendes gelehrt: Gewalt gegen Gewalt führt zur Vernichtung unseres Lebensraumes. Diese Methode ist falsch. Die angewandte Politik muss sich ändern. Das Ziel muss die Ursache der Gewalt sein. Die Erziehungsära muss auf eine liebevolle Art und Weise begonnen werden. Das Ausmaß der Brutalität ist ein Zeichen Allah´s, welches wir auf keinen Fall unbeachtet lassen dürfen. Solange die aktuelle Methode angewandt wird, werden die kommenden Jahre zu einem noch größeren Alptraum der mit vielen Schmerzen verbunden sein wird. Es wäre Schade wenn noch ein schreckliches Jahr vergehen müsste, bis diese Tatsache erkannt wird. Vergessen wir bloß nicht, dass das neue Jahr 2015 nichts verändern wird. Wir Menschen könnten Grund sein für Veränderungen, nicht das Jahr.

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