Harun Yahya

DER RECHTLICHE STATUS DER JUDEN UND CHRISTEN DER MUSLIMISCHEN GESELLSCHAFT


Die Juden und Christen, die in den Muslimisch eroberten Gebieten lebten, hatten nicht den Status eines Gefangenen sondern den eines “Zimmi” und erhielten damit bedeutende Rechte. Dieser Status wurde nicht-Muslimischen Untertanen zugebilligt, die mit der “cizye”, dafür eine Kopfsteuer zu entrichten hatten. Damit wurde ihnen die Sicherheit von Leben und Besitz und Religions- und Gewissensfreiheit garantiert. Siewaren ausserdem vom Militärdienst befreit und erhielten das Recht, bei Meinungsverschiedenheiten untereinander eine Lösung nach eigenem Recht zu suchen; wenn erforderlich, wurde die bezahlte Kopfsteuer auch zurückerstattet.

Die Einbehaltung der Kopfsteuer wurde oft falsch interpretiert und man versuchte, dies als Ungerechtigkeit darzustellen. Von der Muslimischen Bevölkerung behielt die Islamische Führung keine Kopfsteuer ein, denn diese war verpflichtet, Militärdienst zu leisten, während Nicht-Muslime von dieser Aufgabe befreit waren. Außerdem wurde die Kopfsteuer der Nicht-Muslime dazu verwendet, die Rechte von Nicht-Muslimen zu schützen und für bedürftige Nicht-Muslime zu sorgen. Wenn wir den Status des “Zimmi” und die Praxis der Muslimischen Führung bezüglich der Kopfsteuer betrachten, erkennen wir also, Vorurteile mancher Menschen unbegründet sind.

Unser Prophet sagte “wer den Zimmi unterdrückt oder ihm eine Last auflädt, die er zu schwach ist zu tragen, dessen Feind bin ich” und zeigte den Gläubigen, wie sie sich den Nicht-Muslimen gegenüber zu verhalten haben. Mit dieser Moral sahen die Muslime, dass es eine ihrer wichtigen Pflichten ist, die unter ihrer Herrschaft lebenden Nicht-Muslime zu schützen. Dem Muslimischen Rechstverständnis zufolge hatten die Nicht-Muslime manche Rechte erhalten, die der Staat zu schützen hat. Ein Artikel aus einem Vertag, der zur Zeit von des Kalifen Omar zwischen den Hira-Christen und den Muslimen beschlossen wurde, ist ein wichtiges Beispiel für die Einstellung der Islamischen Führung gegenüber den Nicht-Muslimen. Der Artikel besagt: “Wenn jemand von diesen - nachdem er reich war - kraftlos, alt oder durch Krankheit von Schmerzen geplagt oder arm wird, dieser und dessen Familie erhalten für die Dauer ihres Aufenthaltes auf Islamischen Boden Hilfe aus der Staatskasse.14 Eine weitere „Sozialleistung“ war die staatliche Hilfe aus der Staatskasse für Nicht-Muslime, die unfähig waren, ihre Steuern zu entrichten, sowie die Erleichterung ihrer Beschwernisse. Die Erklärung Omars, die dieser vor der Vereinbarung mit der Bevölkerung von Damaskus abgab, ist aufgrund der Sensibilität der Muslime bezüglich der Kopfsteuer und der Nicht-Muslime von Bedeutung:

Nehmt das Land, das Allah gewährte, nicht aus den Händen der Menschen und erlegt, wie im Buch Allahs bemerkt ist, die Kopfsteuer auf. Verlangt nicht mehr, wenn die Kopfsteuer von diesen bezahlt wird. Wenn wir das Land untereinander aufteilen, wird ihren Kindern nichts mehr übrigbleiben. Bleibt das Land bei seinen eigentlichen Besitzern, dann können die Muslime von dem leben was diese produzieren. Ihr könnt ihnen die Kopfsteuer auferlegen, aber ihr könnt sie niemals als Gefangene nehmen. Ihr könnt keine Ungerechtigkeit begehen, die diese kränkt oder ihnen Schaden zufügt, und ohne Recht könnt ihr deren Besitz nicht nehmen. Ihr seid verpflichtet, die Aufgaben zu übernehmen, denen ihr in den Abkommen mit ihnen zugestimmt habt.

Wie zu sehen ist, betrachteten die aufrichtigen Muslime, die der Quranischen Moral folgten, die Sicherheit von Leben und Besitz der Andersgläubigen als eine Verpflichtung. Ein weiteres Beispiel der Islamischen Moral, die der Prophet die Muslime lehrte, ist die Rückzahlung der Kopfsteuer, als während eines Krieges mit dem byzantinischen Heer die Islamische Armee die Christen nicht wie erforderlich schützen konnte.

Die freundschaftlichen Beziehungen, die die Islamische Welt in der Vergangenheit mit Juden und Christen einging, sind auch noch für die heutige Zeit ein wichtiges Beispiel. Die Islamische Moral erfordert, den Anhängern unerschiedlicher Religionen und Glaubensrichtungen tolerant zu begegnen, ihre Werte zu achten und ein Umfeld zu schaffen, das ein friedliches Zusammenleben ermöglicht. Deshalb ist die Verbreitung dieser Moral ein wichtiger Schritt zur Sicherung des Weltfriedens.

Toleranz und Verständnis der Muslime erfordern gleiches Verhalten von aufrichtig glaubenden Juden und Christen. Denn Allah befahl auch Juden und Christen, andere Menschen zu lieben und Vorreiter für Freundschaft und Frieden zu sein.

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