Harun Yahya

Die ganze Welt unterliegt der Krankheit der Lieblosigkeit


Die ganze Welt unterliegt der Krankheit der Lieblosigkeit  - Ebru Yilmazatila 

Jeden Tag sehen wir auf der Straße, im Verkehr, in der Arbeit, in den schriftlichen- und visuellen Medien die Gesichter der Menschen mit einer erstarrten, meinungslosen, leeren, traurigen, hochmütigen und einer streitwilligen Miene. Dahinter versteckt sich der Geist der Lieblosigkeit.  

Die Lieblosigkeit zeigt sich vorerst im Herzen der Person in Form von Sehnsucht nach Einsamkeit, sowie Unruhe. Es macht sich durch Unglück bemerkbar, danach kommen noch Stress, Depression, Egoismus, Eifersucht und schließlich Hass und Wut hinzu, bis es in einer krankhaften Aggressivität ausartet. Ein Teil der Menschen, dessen Herzen dieser Krankheit verfallen sind, päsentieren sich als intelligent und gebildet, hochmütig, allwissend. Sie halten Ansprachen in hohen Tönen, haben niemanden gern, lieben niemanden, meinen anderen Tipps geben zu müssen.  

Wenn man überlegt, ist die Wahrscheinlichkeit nicht gegeben, dass diese Personen eine Schönheit rühmen, eine gute Tat honorieren, jemanden ein Kompliment machen und damit das Herz gewinnen und schöne Liebessätze verwenden. Ihre Seelen sind wegen Egoismus, Stolz und Hochmütigkeit regelrecht zu Knochen erstarrt. Aber wenn es darum geht in Wut, Hass und Zorn zu verfallen, darin könnten sie mit Enthusiasmus aufgehen.  

Unter dem Einfluss des barbarischen Geistes, herbeigeführt durch die Lieblosigkeit, meinen diese Leute, niemanden wertschätzen zu müssen. Zum Beispiel hassen sie die Leute vom Land, aber die Leute aus der Stadt mögen sie auch nicht. Sie hassen die Armenier, lieben sie die Türken? Die mögen sie auch nicht. Sie hassen die Juden, mögen sie die Christen? Natürlich nicht. Die Alewiten, die Schiiten, die Wahhabiten? Niemanden mögen sie. Sind das alle, die sie hassen? Nein. Und Länder zum Beispiel? Gegen arabische Länder empfinden sie Wut. Sie sehen Israel als ihren Feind an. Die Vereinigten Amerikanischen Staaten? Die sind ihr Hauptfeind. Sie hassen ihren Chef, die Untergeordneten und die Übergeordneten, die Nachbarn und sogar Leute, die sie im Verkehr antreffen. Sie sind mit ihren Verwandten verfeindet. Es gibt so gut wie keinen Menschen, den sie lieben.  

Aufgrund ihrer wütenden Aussagen und ihrem Austausch auf sozialen Medienplattformen als Beispiel, machen sie sich offen bemerkbar. Da ihnen die Decke auf den Kopf fällt, versuchen sie jeden mit ihrer scharfen Zunge zu verletzen. Nicht ein einziges liebevolles, gnädiges und nettes Wort kommt von ihnen, ständig kritisieren sie unaufrichtig und bitter. Werden sie nach einer Lösung zu einem Thema gefragt, welches sie kritisieren, greifen sie  auf die Demagogie zurück. Das einzige was sie in ihrer Lieblosigkeit machen, ihre schmerzende Plage, ist angeblich die Menschen verletzen zu wollen. Alle Aktivitäten, die sie aufgrund ihres hässlichen Charakters ausüben, lässt Allah ihnen selbst widerfahren,  und am Ende erleiden sie den meisten Schmerz.
 
Denn Lieblosigkeit ist etwas, die die Seele zerstört wie es der Krebs am Körper ausübt. Dieser innere Schmerz, dieses zerfressen werden und die Verkümmerung äußern sich als Unfreundlichkeit und Verachtung im Gesicht. Der Körper dieser Person erleidet einen rasanten Zerfall, der der  Lieblosigkeit, Zorn, Wut und Eifersucht nicht mehr standhält und dadurch seinen Anteil an Zerstörung erfährt.   

Jedoch hat Allah die Welt für die Liebe erschaffen. Nur der Glaube ist die einzig wahre Kraft, die dem Menschen die Liebe verschaffen kann. Der Glaube bringt die Liebe zu Allah mit sich. Die Liebe zu Allah verübt einen sehr schönen und positiven Einfluss auf den Menschen. Daher versucht die Person einen schönen Charakter aufzuzeigen, um Allah´s Zufriedenheit gewinnen zu können. Man liebt ohne die Erwartung auf ein Nutzen, mit einer aufrichtigen Absicht, empfindet Güte, zeigt Barmherzigkeit, wird ein Freund  nur um Allah´s Zufriedenheit zu erlangen. Man weiß, dass Allah die Menschen erschaffen hat, und sie eine Manifestation Allah´s sind. Und dass die zu Allah empfundene Zuneigung sich auch in der Liebe zu seinen Erscheinungen widerspiegelt. Nun, eine Liebe, ein schöner Charakter, Güte, Barmherzigkeit, die auf die Moral des Koran basiert, und die Mehrheit der Gesellschaft beherrscht, da wetteifern die Menschen sozusagen in Wohltaten und Schönheiten. Unser bewundernswerter Prophet (Friede sei mit Ihm) erzählt in einem Hadith (Ebu Davud), die Wichtigkeit der Liebe Allah´s, wie folgt:

„ Es gibt manche Menschen unter den Untertanen Allah´s, die weder Propheten noch Märtyrer sind. Aber bedingt durch ihre Position auf Allah´s Ebene, werden die Propheten und auch die Märtyrer ihnen nacheifern.“

Sie, die weder miteinander verwandt sind und obwohl ihnen auch gar kein materieller Nutzen zu Grunde liegt, lieben sich nur um Allah´s Willen.

Bei Allah, ihre Gesichter sind eine Herrlichkeit, zweifellos sie werden sich in Herrlichkeit befinden. Sie werden sich nicht fürchten, wenn Menschen sich fürchten; sie werden nicht traurig sein, wenn andere traurig sind.


Danach hat er folgenden Vers aufgesagt: Wisset, dass über Allah´s Freunde keine Furcht kommt und dass sie nicht traurig sein werden. (Sura Jonas, Vers 62)

Jeder Mensch sollte sich vor Lieblosigkeit und vor dem Geist des hochmütigen Pharaos zu Allah wenden. Man sollte nicht denken, dass die Pharaos der Vergangenheit angehören. Dies bedeutet, es können im 21. Jahrhundert zahllose kleine Pharaos leben, vor denen wir Zuflucht bei Allah suchen sollten.

 

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