Harun Yahya

Der ungerechtfertigte Aufruhr


Der ungerechtfertigte Aufruhr



Die kürzliche Anti-Korruption Operation und anschließende Regierungsmaßnahmen haben die Türkei in den Fokus gestellt. Infolgedessen sind die Welt Medien voller Spekulationen über die möglichen Auswirkungen dieser Ereignisse auf die zukünftliche Türkei-Politik.

Der Fall wird derzeit untersucht und diejenigen, die wegen Korruption angeklagt sind, befinden sich hinter den Gittern. Der Rücktritt einiger Minister - deren Angehörige beschuldigt werden - soll den Medienkurs geändert und Gerüchte bezüglich der türkischen Regierung eingestellt haben.

Es macht keinen  Sinn dieses Problem als ein einzigartiges Phänomen der Türkei zu projizieren. Vorfälle wie dieser, an denen hochkarätige Figuren teilnehmen, finden auf der ganzen Welt statt. Solche Skandale haben selten den Sturz einer Regierung verursacht, dessen herausragende Leistung nicht mal von ihren Gegnern in Frage gestellt werden kann.

Es war jedoch die Reaktion des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan´s  auf die Geheimoperation, die zum Futter der Weltmedien und Klatschkolumnisten wurde. Die anschließende Umbesetzung bei der Polizeibehörde schob noch mehr Öl ins Feuer.

Die Reaktion der Regierung kann leicht gerechtfertigt werden, wenn man die Situation in einem größeren Zusammenhang betrachtet. Die Maßnahmen sind im Wesentlichen Vorsichtsmaßnahmen, um das Böse im Keim zu ersticken, wie im letzten Jahr bei den Gezi Protesten, die noch sehr frisch im nationalen Gedächtnis der Türkei sind. Es ist schwierig diese Tage zu vergessen, als bestimmte Elemente ganz eingestellt wurden, um diese Proteste für ihre eigenen teuflichen Konstuktionen zu überfallen. Der Taksim-Platz wurde zum Mittelpunkt der Anti-Demokratie und der kommunistischen Gruppen.

Aufgrund der Angst vor ähnlichen Gruppen, die gegen die Türkei verschwören, übernahm die Regierung schnell Präventivmaßnahmen, um die Kräfte der Anti-Demokratie zu biegen, die die Türkei zu den alten schlechten Tagen zurück führen wollten. Offenbar war es das Tempo der Maßnahmen, genommen von der Regierung, die die Meinungen der Öffentlichkeit und Medien spaltete. Leider blies eine Seite der Kluft die gesamte Episode außer Verhältnis und bei den Menschen außerhalb der Türkei wurde der Eindruck erweckt, dass die türkische Regierung in die Sackgasse getroffen hätte und es keinen Weg aus der politischen Morast gäbe.

Menschen, - in der Regel nicht vertraut mit der politischen Dynamik- werden leicht zum Opfer und fallen in die Gerüchte, dass die Ereignisse die Regierung und Wirtschaft destablilisieren würde. Es braucht viel mehr, um eine starke, demokratisch gewählte Regierung zu beeinträchtigen.

Zusätzlich dazu, dass die türkische Öffentlichkeit immer eine Stabilität will, hat sie in Abstimmungen immer die Mitte-Rechts unterstützt. In der Geschichte der türkischen Republik war das Hauptziel der Massen den demokratischen Charakter einer religiösen Gesellschaft zu bewahren. Der aktuelle demokratische Aufbau stellt die wahren Bestrebungen der Massen dar, und vielleicht ist dies der Grund, warum es nie einen Spielraum gibt, um interne Elemente rückgängig zu machen, was es für türkische Menschen während der letzten zehn Jahre getan hat.

Unter Berücksichtigung der wahren Natur der türkischen Nation wäre es nicht übertrieben den Sieg der Gerechtigkeit und Entwicklungspartei (AKP) - die größte Partei der Mitte-Rechts des politischen Spektrums - in den Kommunalwahlen im März voraus zu verkünden.

Das Hauptthema, das mehr Aufmerksamkeit braucht, ist der Zwiespalt der Regierung und der Gülen - Bewegung, geführt von Fetullah Gülen. Beide Seiten haben so viel gemeinsam, dass ein Auftauen in naher Zukunft ist, sofern sie Entschlossenheit und Geduld im Umgang mit der Situation zeigen.

Es ist zwingend notwendig, für die Mitglieder der Gülen-Bewegung nicht als Geisel der Willkür und Wünsche gewisser Elemente innerhalb der Gemeinschaft zu spielen, die durch ungebrachte Angaben unter Verwendung harte Worte einen Keil zwischen Brüdern zu teiben versuchen.

Die Menschen müssen nicht im Schatten einer kleinen Minderheit bleiben, die Wut, Fragmentierung und Trennung schüren will. Es ist im Allgemeinen für die Türken und insbesondere für Gülen-Mitglieder sehr wichtig, keinen Wert auf solche Hassprediger zu schenken, stattdessen müssen sie sich auf die Förderung der Brüderlichkeit konzentrieren und versuchen, das Problem einvernehmlich zu lösen.

Wir sind alle bemüht, die Spannungen zwischen beiden Seiten zu entschärfen und haben zu einem großen Teil Beitrag geleistet. Die Situation beruhigt sich und die Türkei wird bald einen Weg herausfinden, denn die türkischen Menschen kennen die Bedeutung der Stabilität.

Ein ruhiger und moderater Zustand des Geistes ist wesentlich, um als Individuum und als Nation zu gedeihen. Hass- und Wutgefühle werden nur zur Zerstörung führen. Solche Ereignisse werden unwahrscheinlich das Wachstum der Türkei als ein Land behindern, die immer die Schwachen verteidigt und immer den Unschuldigen in Schutz genommen hat.

Adnan Oktar (Harun Yahya)

Dieser Artikel wurde übersetzt: http://www.arabnews.com/news/505496

 

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