Harun Yahya

Das Problem ist nicht das Kopftuch, sondern die Freiheit


Das Problem ist nicht das Kopftuch, sondern die Freiheit

In letzter Zeit wird das Recht der Frauen ein Hijab oder Burka in öffentlichen Stellen  zu tragen in vielen Ländern der Welt zum Gegenstand von Diskussionen: Die Türkei ist eine von ihnen.

In den letzten Wochen traten zum ersten Mal in der Geschichte der 90-jährigen türkischen Republik drei weibliche Abgeordnete in das Parlement mit Kopftuch ein und sind nicht auf irgendwelche Reaktionen der Oppositionsparteien gestoßen. Auf diese Weise wurde das jahrelang knöchertes Problem durch einen politischen Konsens gelöst.

Jedoch wurde ein ähnlicher Versuch eines Abgeordneten im Jahre 1999 mit einer starken Reaktion der Opposition protestiert,sie wurde aus dem Parlament vertrieben und dies verursachte bundesweit große Spannungen.

Allerdings hat sich durch die AKP-Regierung in der Türkei vieles geändert und den Frauen die Freiheit gewährt ein Hijab sowohl in öffentlichen Stellen als auch in den Universitäten zu tragen. Heutzutage sind in Singapur ähnliche Diskussionen im Gange. 

Über die Forderung der islamischen Gruppen, dass Frauen, die in öffentlichen Stellen wie z.B  Polizeiarbeit, Krankenpflege und Sicherheitsdienst arbeiten, einen Uniform anfordern, auch das Recht gewährt werden sollte, ein Kopftuch zu tragen; es dauern die Besprechungen zwischen den Regierungsbeamten und islamischen Gruppen weiterhin. Auf der einen Seite  gibt es Leute, die eine solche Praxis als Verletzung der Gefühle der Gleichheit und Grechtigkeit ansehen, auf der anderen Seite diejenigen, die diese im Zusammenhang mit Freiheit des Glaubens gleichstellen.

Ich habe keinen Zweifel daran, dass Singapur, das mehrere religiöse Gruppen und ethnische  Gemeinschaften unterbringt, dieses Problem leicht überwinden wird. Denn die muslimische Minderheit, die 15% der gesamten Bevölkerung ausmacht, lebt seit Jahrzehnten in diesem Land frei ohne einen Zwang oder Unterdrückung.

Allerdings ist dieses Problem nicht nur auf die Türkei und Singapur beschränkt. Sowohl in den islamischen als auch in den westlischen Ländern ist das Thema Hijab und Burka immer noch ein wichtiges Diskussionsthema.

Zum Beispiel ist es in Iran obligatorisch ein Hijab zu tragen und in den meisten arabischen Fluglinien müssen die Hostessen einen Kopftuch tragen, egal ob sie Atheisten sind oder einer anderen Religion angehören.

In Saudi-Arabien ist es verboten, dass Frauen einen Fahrzeug fahren. In Europa finden oft heiße Diskussionen über dieses Thema statt.

In Ländern wie Frankreich, Belgien, Italien, und Deutschland gibt es Einschränkungen bezüglich des Tragen eines Hijabs oder Burka sowohl in Arbeitsplätzen, die zum öffentlichen Dienst gehören, als auch in der Öffentlichkeit. Insbesondere in Frankreich, wo 5 Millionen Muslimen leben, bestehen sehr strenge und ernste Einschränkungen zu diesem Thema. Aus diesem Grunde haben eine Mehrheit der bedeckten Frauen sich von dem gesellschaftlichen Leben völlig distanziert.

Eigentlich ist eine der wichtigsten Gründe für diese Spannung, die Begrenzung dieser Diskussionen an das Tragen des Kopftuchs. Wenn wir dies als eine Frage der Freiheit ansehen würden, bestünde kein Zweifel und die Lösung wäre viel einfacher. Wenn die Menschen, die das Recht der Frauen am Kopftuch verteidigen, auch die Rechte von Frauen, die feizügige Kleider anziehen verteidigen würden oder umgekehrt, würden diese Probleme in kürzester Zeit gelöst.

Dass die Frauen mit tief ausgeschnittenen Kleidern als Bürger zweiter Klasse behandelt, belästigt und durch Fanatiker als "schmutzig und sündig" angesehen werden, uns stört, empfinden wir das Gleiche auch für die Frauen mit Kopftuch, die von ihrem Recht auf Bildung beraubt und nicht arbeiten können, wo sie wollen.Wir müssen die Rechte aller Frauen im Rahmen der Religionsfreiheit betrachten, auch die Rechte der Muslime, Nicht-Muslime, Atheisten und Buddhisten. 

Der Weg die Angelegenheit bezüglich Kopftuch vor einer künstlichen Spannung zu befreien, ist nicht das Öffnen von Diskussionen,diejenigen, die kein Kopftuch tragen zu marginalisieren, eine sprituelle Druckatmosphäre herbeizuführen, sondern die Freiheit so viel wie möglich zu unterstützen.

Es ist wichtig nicht zu vergessen, dass das Kopftuch nicht das einzige Problem der Frauen auf der ganzen Welt ist.

Zum Beispiel wird eine von drei Frauen auf der ganzen Welt zu irgendeinem Zeitpunkt ihres Lebens der Gewalt ausgesetzt; alle 90 Sekunden wird eine Frau vergewaltigt und es gibt Millionen von Frauen , die von ihren Ehemännern getötet werden; jede zweite Frau in der arabischen Welt  ist analphabet; Frauen sind in den Ländern wie Iran  zur Scheidung nicht berechtigt; 80% der Zuwanderer auf der Welt sind Frauen; und es gibt hunderte von Probleme der Frauen wie diese.Wenn wir die muslimischen Länder betrachten, sehen wir, dass diese Probleme viel tiefer verwurzelt sind.

Demnach muss der falsche Ansatz, dass das einzige Problem der Frauen das Tragen eines Kopftuchs sei, verhindert und eine Änderung der Mentalität, die den Frauen den wahren Wert, den sie verdienen gibt, gestrebt werden. Vor allem in der muslimischen Welt, wo Frauen immer noch als Bürger zweiter Klasse gelten und sogar mit Tieren gleichgesetzt werden, dass die Muslime nur auf eine Debatte über Kopftuch fokussiert sind, ist nichts  anderes als die Augen vor Realität zu schließen.

Lasst uns zunächst die gesamte Menschheit über "Respekt, Liebe und Mitgefühl" gegen Frauen belehren und ihnen " die Wichtigkeit der Behandlung von Frauen wie eine Blume", wie es im Quran offenbart wird, erklären.

Gemeinsam wollen wir die Mentalität, die die Frauen unter Berufung auf Aberglauben in islamsichen Quellen als Beweis demütigen, beseitigen.

Lassen sie uns der gesamten Welt zeigen, dass Frauen und Männer in Quran in jeder Hinsicht gleichberechtigt sind. Wenn wir diese schiefe Mentalität, die sich in einem System der Unterdrückung von Frauen wandelte, durch eine Zusammenarbeit und mit dem Geist des Islam ändern, so bestünde kein Zweifel daran, dass Debatten wie die Frage des Kopftuchs von selbst verschwinden. 8.November 2013

Harun Yahya hat mehr als 300 Bücher in 73 Sprachen verfasst über politische,wissenschaftliche und Glaubensthemen.

Dieser Artikel wurde übersetzt: http://www.themalaysianinsider.com/sideviews/article/the-headscarf-is-not-the-issue-freedom-is-harun-yahya

 

 

 

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