Harun Yahya

Boston hat uns gelehrt!


  http://english.alarabiya.net/en/views/news/2013/04/27/Lessons-from-Boston.html

                                   Boston hat uns gelehrt!

                                                 

                                                      CEYLAN ÖZBUDAK

Szenen mit Explosionen, Kummer, Leid, Trauma und Tragödien waren Szenen, welche unschuldige Menschen am 15. April 2013 in den USA in der Stadt Boston erlebt haben. Wenn wir, im mittleren Osten lebende Menschen, von diesen Handlungen hören, sind wir zutiefst erschüttert und traurig. Zu gut kennen wir diese Szenen. Wir sind traurig, weil Menschen verstorben sind oder Ihr Leben zerstört wurde. Traurig ist nicht nur das Chaos und der Grad der Zerstörung, sondern die Angst, die diese Menschen erleben mussten. Wir kennen nämlich ihre Angst. Wir kennen diesen Schmerz. Klar haben wir den Schmerz und die Angst in den Augen gesehen als wir die Videos angeschaut haben. Diese Tragödie hat uns daran erinnert, dass die USA ähnliche Dinge erlebt wie wir. In einer immer kleiner werdenden und global vernetzten Welt, war es für uns eine Gelegenheit uns selbst von Außen zu betrachten.

War es Beirut? War es Ankara? War es Kabul oder sogar Tel Aviv? Spielt das wirklich eine Rolle? Ein Medizinstudent aus China, ein Restaurantmanager, ein acht Jahre altes Kind, sie alle haben Ihr Leben verloren. Unzählige andere waren verwundet. Für viele wird es nie wieder wie zuvor sein. Ob jemand in Damaskus niedergeschossen wird oder in Boston, während er diesen Menschen dient, ermordet wird, ist doch das Gleiche. Eine Menschentragödie ist eine Menschentragödie. Wir, welche im mittleren Osten leben, kennen den ideologisch geprägten Terrorismus von dem wir auch bedroht werden. Denn die Türkei selbst wurde bis vor kurzem und in der Vergangenheit von marxistischen Verbänden geplagt, nämlich durch die PKK Bewegung. Aber auch durch die AL- Kaida ist der mittlere Osten ein Schauplatz des Terrorismus und deshalb kennen wir die Angst. Immer, wenn eine Bombe in einer Menschenmenge explodiert, sind es dort keine Juden, Christen, Muslime oder Atheisten, sondern es sind dort Menschen. Eine Erfahrung, die wir teilen, eine Geschichte, die wir teilen und eine Tragödie, die wir teilen.

 

Limitierte Aufmerksamkeitsspanne

Manche argumentieren, es ist jetzt nicht die beste Zeit in die USA zu gehen, um der Öffentlichkeit zu sagen „dass diese Handlungen nicht den Islam reflektieren„. Aber genau dies sollte man als eine muslimische Frau tun. Warum? Weil die Aufmerksamkeitsspanne gegenüber dem Isalm und den Muslimen limitiert ist, traurig aber wahr, weil eben diese satanistischen Handlungen passieren. Ich spreche für die überwiegende Mehrheit der Muslime auf der Welt. Meine Religion hat diese Taten nicht begangen und ist frei von solchen Zielen. Wir Muslime sind die grössten Feinde von Al Kaida, und sie haben mehr Muslime ermordet als Nichtmuslime. Also muss der Kampf gegen den Radikalismus und dem Terrorismus ein gemeinsames Zeil der Menschheit sein.

Was würde passieren, wenn „Christen“ weisse Laken über ihre Gesichter ziehen (die KKK) und Kreuze verbrennen mitten in den Gärten von anderen Menschen? Oder, wenn irische Katholiken in Nordirland Menschen ermorden im Namen der katholischen Kirche? Wir würden nicht den Vatikan dafür beschuldigen.

Denkt an einen jugendlichen Muslim, aufgewachsen in der westlichen Welt. Diese/r junge Frau oder Mann möchte ein erfolgreiches Leben, möchte heiraten und Kinder bekommen und einfach nur ein glückliches Leben führen. Nun möchten sie lernen, wie sie ihre Religion in ein erfolgreiches Leben und in eine moderne Gesellschaft integrieren. Das Problem, das diese Menschen haben, ist, dass es nur ein paar wenige islamische Organisationen gibt, die gut zugänglich sind, wo sie lernen können was sie über den Islam wissen möchten. Diese Menschen wollen wirklich mehr über ihren Glauben lernen. Traurigerweise versuchen manche ihre Religion willkürlich von extremistischen Geistlichen zu erlernen, welche ihre Videobotschaften auf YouTube stellen; ein Beispiel dafür sind die Tzarnaev Brüder.

 

Den Islam verurteilen

Was verspricht eine langfristige Annäherung? Erstens: der Westen sollte den Islam nicht mit fanatischen Randgruppen Meinungen verurteilen. Es gibt eine Hauptrichtung, die der Islam seit 1400 Jahren folgt, die Religionsfreiheit, welche ein Weg für eine pluralistische Gesellschaft eingeleitet hat. In dieser Zeit hat Europa Hexen verbrannt und Kriege im Namen der Religion geführt.

Zum Beispiel, was viele Muslime nicht wissen, die erste echte pluralistische Gesellschaft wurde in Medina gegründet, nach islamischer Zeitrechnung im Jahre 622. Diese Konstutition hat anerkannt, dass Muslime, Juden und Christen eine „Ummah„ bilden. Regierungen handeln so wie das Volk, das sie regieren, es möchte. Wenn diese historischen Fakten von zivilen Oraganisationen selbst erkannt wären, gäbe es dann ein Raum für „Muslime“ „Jihad“ gegen Christen und Juden in Amerika zu führen?

Es gibt kompetente Lehrer, die den authentischen Islam an viele interessierte junge Muslime lehren könnten, nämlich den Islam, der mit dem Koran übereinstimmt und welcher auch vom Propheten Muhammed (fsai) gelehrt wurde. Muslime, die ihre Loyalität zu Gott zeigen möchten, können produktiv in der Gesellschaft aggieren, wenn sie zum Beispiel bei NGO´s und anderen sozialen Institutionen zusammen ihre Mitgliedschaft verstärken. Sie können dort lernen, in welcher Weise Sie den Islam leben können und würden dem Land, in dem Sie leben, den Islam richtig vermitteln. Die herrschende Angst unter den Menschen ist, dass die islamische Erziehung in ferner dazu führt, dass diese Menschen radikalisiert werden. Das ist nicht richtig. Die Anführer und ihre Soldaten, welche Terror aüsüben, sind nicht religiös erzogen. Zum Beispiel war Bin Laden ein Maschienenbauer, Zawahiri war ein Arzt. Die meisten Selbstmordattentäter hatten keine Seminare besucht, aber eine sekuläre Institution.

 

Ladentheken Terrorismus

Wir leben in einem Zeitalter, indem Informationen in Lichtgeschwindigkeit überbracht werden. Ein religiöser Gelehrter, der gegen die Radikalisierung kämpft, hat nicht immer die Mittel seine Botschaft zu verkünden. Vielleicht auch, weil es so viele gibt, die mit ihren radikalen Botschaften das Netzwerk überfluten und somit an unzufriedene junge Menschen weltweit appellieren. Religiöse Gelehrte, die gegen fanatisch radikale Interpretationen ankämpfen, können zum Beispiel mit moralischer Unterstützung und Geld verstärkt werden. Es ist weitaus weniger kostenaufwendig Frieden zu fördern als F-16 Kampfjets oder Dronen zu kaufen. Und wirkt bestimmt auch effektiv für einen friedvollen Boston Marathonlauf 2014.

Diese Idee wird in westlichen Ländern, wie zum Beispiel in Grossbritanien bereits ausgeführt. Nach den Bombadierungen in 2005, hat die britische Regierung das CONTEST-Programm, mit Muslimen zusammen gegen den Ladentheken Terrorismus gegründet. Erst kürzlich haben die Briten Vorträge von bekannten muslimischen Gelehrten, die gegen die Radikalisierung sind, gesponsert. Wir brauchen mehr solcher Art von Weiterbildungsmaßnahmen.

Terror hat keine Religion, keine Rasse und keine Hautfarbe. Es gibt ein Morgen, gefüllt von Träumen unserer jungen Menschen, für eine friedvolle Zukunft, nicht nur für einen von uns , sondern für ALLE. Wir sind mehr, als nur ein Teil unserer Summe, und mehr als das was uns unterscheidet. Wir fühlen Kummer, Tragödie, Erfolg und Sieg miteinander. Wir müssen diesen Moment ergreifen. Wir haben im Fall Boston wieder Erkenntnisse gemacht. Leben, bürgerliche Freiheitsrechte und das Streben nach Zufriedenheit ist das gemeinsame Ziel von uns Allen. Wir können das Beste nur dann erreichen, wenn wir den Weg gemeinsam gehen.

 

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