Harun Yahya

Die Wärme der Erde


Auf dem ersten Blick sind die wichtigsten Voraussetzungen, die für das Leben nötig sind, die Wärme und das Klima. Der blaue Planet hat eine Temperatur, von der die Lebewesen, und besonders die, die äußerst komplex sind, wie wir, leben können und eine Atmosphäre, in der wir atmen können. Jedoch werden diese Wirkungsmittel von ideal festgelegten Werten, der zwei  äußerst verschiedenen Faktoren verwirklicht.

Eines davon ist die Entfernung der Sonne von der Erde. Wäre die Erde der Sonne so nahe wie die Venus oder so weit entfernt wie der Jupiter, so gäbe es keine Temperatur, die das Leben ermöglicht hätte. Auf Karbon basierende organische Moleküle können, wie wir vorhin schon darauf hingedeutet haben, bei Wärmeunterschiede zwischen 120° C bis -20°C entstehen. Der einzige Planet in dem Sonnensystem, der diese Temperatur hat, ist die Erde. Wenn wir uns das ganze Universum vorstellen, können wir sehen, dass die Temperatur, welche zum Überleben nötig ist, in Wirklichkeit eine sehr schwer zu erreichende ist. Denn die Temperaturen im Universum können sich von den fürchterlichen Milliarden von Grad Celsius im inneren der heißen Sterne, bis zum „absolutem Nullpunkt“, nämlich -273.15° C  ändern.  In diesem riesigen Temperaturbereich ist die Lücke, die das Leben der Karbon-basierenden ermöglicht, eine sehr enge Lücke. Doch die Erde besitzt genau diesen Temperaturbereich.

Die Erde besitzt, im Gegensatz zu all den bekannten Himmelskörpern, eine Klima, die dem Leben günstig ist. Bei den anderen 63 Himmelskörpern des Sonnensystems gibt es in keinem Wasser, welches der Grundbaustein des Lebens ist. Die Erde ist jedoch dreiviertel mit Wasser bedeckt.

Die amerikanischen Geologen Frank Press und Raymond Siever deuten auf die Wärme der Erdoberfläche an. Nach ihren Angaben ist „das Leben nur in sehr geringen Temperaturunterschieden möglich… und dieser Temperaturunterschied, zwischen der Temperatur der Sonne und dem absoluten Nullpunkt, macht einen Anteil von einem Prozent aus. Die Wärme der Erde ist in genau dieser Lücke.“ (1)

Das Beibehalten dieser Lücke der Wärme hat sowohl mit der Entfernung von der Sonne zur Erde, als auch mit der Energie, die die Sonne ausbreitet. Nach Berechnungen wäre die Erde mit einer Dicke von mehreren Metern mit Eis bedeckt, wenn die Energie, die von der Sonne auf die Erde trifft, um 10 % geringer wäre. Wenn die Energie ein bisschen höher wäre, so würden alle Lebewesen verbrennend sterben.

Zudem ist es auch sehr wichtig, dass die ideale Temperatur der Erde auf dem Planeten gleichmäßig verteilt ist. Um dieses Gleichgewicht zu gewährleisten, wurden einige sehr spezifische Maßnahmen getroffen.

Als ein Beispiel hindert die Neigung der Erde mit 23° 27' die hohe Wärme, welche ein Hindernis für das Zustandekommen der Atmosphäre zwischen der Pole und Äquator sein könnte. Wenn es diese Neigung nicht gäbe, wäre der Temperaturunterschied zwischen der Bereiche der Pole und Äquator viel größer und das Dasein einer erträglichen Atmosphäre wäre unmöglich.

Auch die Geschwindigkeit der Erde, um seine eigene Achse, leistet eine Hilfe zu dieser ausgeglichenen Verteilung der Temperatur. Die Erde läuft um seine eigene Achse in nur 24 Stunden herum, dadurch dauern die Nächte und Tage sehr kurz. Da sie kurz dauern, sind die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sehr klein. Die Wichtigkeit dieser Ausgeglichenheit kann man besser verstehen, wenn man dies mit dem Merkur vergleicht, in dem der Tag länger als das Jahr ist und deswegen der Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht bis zu 1000° C beträgt.

Die unabhängige Faktoren, wie die Entfernung der Erde von der Sonne, die Rotationsgeschwindigkeit der Erde, die Neigung der Achse und die Formen der Erdoberfläche sorgen für die nötige Wärme des Planeten zum Leben und, dass die Wärme ausgeglichen auf dem Planeten verteilt wird.

Die Flächen der Erdoberfläche leisten auch eine Hilfe zum Ausgleichen der Wärme. Zwischen dem Äquator und der Pole gibt es einen Temperaturunterschied von fast 100° C. Wenn dieser Temperaturunterschied auf einer Oberfläche, die nicht so uneben ist stattfinden würde, würden Stürme, die mit der Geschwindigkeit bis zu 1000 km in der Stunde wären, die Erde total verwüsten. Doch die Erdoberfläche ist gegen vermutlich erscheinenden Stürme mit Hindernissen aufgerüstet, die solche blocken würden. Diese Unebenheiten sind einerseits Berge, in China fangt es an mit den Himalayas, in den Anatolien geht es weiter mit der Taurusgebirge und in Europa mit den Alpen und verbindet sich im Westen mit  dem Atlantik, im Osten mit dem Pazifik. In den Ozeanen wird der Überschuss an Wärme, die am Äquator erzeugt wird, durch das Ausgleichen der Flüssigkeiten in Richtung Norden und Richtung Süden überliefert.

Nebenbei gibt es auch Systeme, die die Temperaturen der Erdatmosphäre ständig automatisch ausgleichen. Wenn zum Beispiel ein Bereich zu viel erwärmt wird, steigt die Verdunstung und die Wolken vermehren sich. Diese Wolken verhindern einen Teil der Strahlen, die von der Sonne kommen und verhindern somit, dass die Erdoberfläche überhitzt wird.

1 F. Press, R. Siever, Earth, New York: W. H. Freeman, 1986, s. 4

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