Harun Yahya

DER ISLAM: DAS LICHT, DAS DIE WELT ERLEUCHTET

Wer die Zivilisationen von heute betrachtet, wird eines feststellen:

In Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur und auch der Kunst sind die westlichen Gesellschaften fortgeschrittener als andere.

Die eindrucksvollsten Städte der Welt liegen im Westen.

Neue Entwicklungen in Wissenschaft und Technologie entstehen meistens im Westen.

Manche Menschen aus anderen Teilen der Welt beneiden den Westen nicht nur wegen seiner Kultur und Zivilisation, sondern auch wegen seiner Philosophie und des Glaubens.

Doch wenn sie die historischen Tatsachen kennen würden, könnten sie nicht so leicht in die Irre geführt werden.

Wenn wir die Geschichte der vergangenen zweitausend Jahre untersuchen, so sieht das Bild vollständig anders aus. Der Islam war Ursache und Antrieb der größten kulturellen und wissenschaftlichen Fortschritte der menschlichen Geschichte.

Zu einer Zeit, als der Westen noch in tiefer Dunkelheit lag, begründete der Islam die fortschrittlichste Zivilisation der Welt. Der Islam brachte Licht in die dunkle Welt.

Vor vierzehn Jahrhunderten wurde auf der Arabischen Halbinsel eine neue Religion geboren.

Diese Religion brachte der gewaltsamen, barbarischen und unwissenden arabischen Nation Frieden, Vernunft und Zivilisation.

Neben den Arabern wurden viele andere Nationen durch diese neue Religion erleuchtet.

Kultur, Philosophie und die Künste entwickelten sich mit ungeheurer Geschwindigkeit.

Diese Religion war der Islam: Gottes’ Religion, die als Rechtleitung für die Menschheit gesandt worden war…

DER ISLAM: DAS LICHT, DAS DIE WELT ERLEUCHTET

Im 7. Jahrhundert war Arabien eine der unruhigsten Regionen der Welt.

Es war die Heimat einer ganzen Reihe von Stammesgemeinschaften, von denen jede andere Götzen anbetete.

Sie bekämpften einander wegen dieser Götzen, vergossen Blut und töteten sogar ihre Kinder.

Ein perverser Sinn für Moral herrschte vor: Hass statt Liebe, und Grausamkeit statt Mitgefühl.

Doch auf wunderbare Weise, in wenigen Jahrzehnten, sollte sich diese dunkle und blutige Welt völlig verändern.

Dieses große Wunder war der Quran, den Gott der Menschheit als Rechtleitung sandte…

Gott offenbarte den Quran dem letzten Propheten, Muhammad (s.a.w.s) - möge Gott ihn segnen und ihm Frieden gewähren.

Die erste Offenbarung Gottes überkam den Propheten, als dieser sich in einer Höhle aufhielt:

Lies! Im Namen deines Herrn, Der erschuf – Er schuf den Menschen aus einem sich Anklammernden. Lies! Denn dein Herr ist gütig, der durch die (Schreib-)Feder gelehrt hat - Den Menschen gelehrt hat, was er nicht wusste. (Quran, 96:1-5)

Mit diesem Gebot wurden die Araber, gefangen in einem Teufelskreis aus Unwissenheit und Gewalt, zum ersten Mal aufgefordert, zu lesen....

Und zu denken....

Dies sollte der Beginn der bemerkenswertesten kulturellen Entwicklung in der Geschichte der Menschheit sein.

DIE ZERSTÖRUNG DER GÖTZEN

Der Prophet Muhammad (s.a.w.s) begann, den Islam in Mekka zu predigen, in der größten Stadt Arabiens.

Die Einwohner von Mekka waren die Wächter der Kaaba, jener Moschee, die von Abraham zur Anbetung Gottes gebaut worden, aber inzwischen an einem Punkt angekommen war, an dem sie zu einem Tempel des Götzenkults verkam.

Die Hunderte von Götzen, die dem Schmuck der Kaaba dienen sollten, waren sowohl Symbole der entarteten Religion der Einheimischen als auch ihre Einkommensquelle.

Sie opferten diesen Götzen, tanzten um sie herum und sangen, wobei sie hofften, durch diese Rituale ihre Götzen gnädig zu stimmen.

Doch es war vollständig vernunftwidrig, die behauenen Steinklötze und geschnitzten Holzstücke anzubeten, die sie sich selbst gemacht hatten. Gott spricht im Quran:

O ihr Menschen! Ein Gleichnis ist für euch geprägt worden; so hört es: Siehe jene, die ihr neben Allah anruft, nie können sie jemals eine Fliege erschaffen, selbst wenn sie sich zusammentun. Und wenn ihnen die Fliege etwas raubte, könnten sie es ihr nicht wegnehmen. Schwach sind der Bittende und der Gebetene. (Quran, 22: 73)

Die Elite von Mekka drehte dieser Wahrheit den Rücken zu und entwickelte Wut und Feindschaft dem Propheten (s.a.w.s) gegenüber, der ihnen diese Wahrheit gebracht hatte. Man verabredete zuerst, ihn einzuschüchtern, um ihn zu zwingen, von seinem Weg abzugehen, und schließlich sogar, ihn zu ermorden.

Viele Muslime, die an den Propheten glaubten, wurden Opfer von nächtlichen Überfällen auf ihre Häuser, und die meisten starben den Märtyrertod.

Dann wies Gott den Muslimen einen Weg in die Sicherheit. Dreizehn Jahre nach der ersten Offenbarung, zu einer Zeit, da die Muslime schlimmster Unterdrückung ausgesetzt waren, luden die Führer von Yathrib, einer Stadt im Norden von Mekka, die Muslime zu ihnen ein. Der Prophet (s.a.w.s) nahm die Einladung an und wanderte in diese Stadt aus.

Diese Stadt, später Medina genannt, sollte die neue Hauptstadt des Islams werden. Der Prophet schloß einen Vertrag mit den Juden, Christen, und jenen Arabern, die keine Muslime waren, eine gerechte Ordnung einsetzend, durch die alle verschiedenen religiösen Gemeinschaften in Frieden miteinander leben würden.

In den folgenden fünf Jahren wurden drei Kriege zwischen den Muslimen von Medina und den Götzen-Anbetern von Mekka ausgefochten. Die Heiden von Mekka griffen an und hatten vor, jeden einzelnen Muslim zu töten und den Islam von der Erde zu vertilgen. Die Muslime kämpften, um sich und ihre Religion zu retten. Sie vertrauten auf Gott und suchten nichts als Sein Wohlgefallen …

In diesen Kriegen achteten die Muslime darauf, den Unschuldigen kein Leid zuzufügen. Sie benachteiligten niemals irgendjemanden, weil Gott dies verbietet:

Und bekämpft auf Allahs Pfad, wer euch bekämpft, doch übertretet nicht. Siehe, Allah liebt nicht die Übertreter. (Quran, 2: 190)

Nach arabischer Tradition musste jeder Kriegsgefangene getötet werden, doch der Prophet, nach den Geboten Gottes in den Offenbarungen handelnd, befahl den Muslimen, die Gefangenen gut zu behandeln und ihnen von ihrem eigenen Essen zu geben. Das einzige, was von ihnen verlangt wurde, war, dass die des Lesens und Schreibens kundigen Gefangenen die Analphabeten unter den Muslimen unterrichteten.

Wahrscheinlich zum ersten Mal in Tausenden von Jahren waren Mitgefühl, Vergebung und zivilisiertes Verhalten auf arabischem Boden anzutreffen.

Wie die Jahre vergingen, verbreiteten sich die Gerechtigkeit des Islams und hohe moralische Standards in Arabien. Die Fairness der Muslime, ihre Integrität und Entschlossenheit beeindruckten viele arabische Stämme und veranlassten sie, dem Islamischen Glauben beizutreten.

Die Armee des Islam wurde unaufhaltbar und marschierte 630 auf Mekka.

Die Heiden von Mekka fürchteten Vergeltung wegen der Grausamkeiten, die sie den Muslimen zugefügt hatten. Sie flohen voller Entsetzen beim Anblick der Islamischen Armee. Die arabische Tradition verlangte, dass die Männer der besiegten Armee dem Schwert überantwortet und die Frauen und Kinder versklavt wurden. Die Heiden von Mekka waren sicher, dass dies ihr Schicksal sein würde.

Doch die Handlungen des Propheten spiegelten die unendliche Gnade Gottes. Er verkündigte öffentlich, dass keine Rache genommen werden würde und dass niemand zur Annahme des Islamischen Glaubens gezwungen werden würde.

Dieser große Akt der Vergebung und der Toleranz beeindruckte westliche Historiker:

Als Muhammad (s.a.w.s) in Mekka einmarschierte, und dort nicht nur keine blutige Rache nahm, sondern die Mekkaner umarmte, die ihn drei Jahre bekämpft und versucht hatten, ihn zu vernichten, war das für die Menschen jener Zeit und jenes Milieus unerhört. So findet man bei der Begründung einer Religion Episoden großer Wohltätigkeit und oft außergewöhnliche Taten der Güte und Barmherzigkeit.

Michael Sells, Haverford Universität, USA

Der Prophet (s.a.w.s) war nicht gekommen, um die Bewohner von Mekka zu bestrafen, sondern um sie von ihrem falschen Glauben zu befreien. Als die muslimische Armee die Stadt eingenommen hatte, marschierte sie sofort zur Kaaba. Der Prophet ging in die heilige Stätte hinein und zerstörte dort alle Götzen, einen nach dem anderen.

Mit ihnen wurden alle Grausamkeit, Ungerechtigkeit, Barbarei und in ihrem Namen begangene Gewalt beseitigt.

Mit der Ausbreitung der Werte des Quran in Arabien verschwanden alle Ungerechtigkeit, Unterdrückung und Fehden aus den Zeiten der Unwissenheit. Es entstand eine Ordnung, begründet auf Rücksicht, Liebe, Mitgefühl und Gerechtigkeit unter den Menschen.

Darum nannte man dieses Zeitalter später "die gesegnete Zeit".

TOLERANZ, GERECHTIGKEIT UND MITGEFÜHL IM ISLAM

Der Islam setzte nach dem Tod des Propheten Muhammad (s.a.w.s) seinen Aufstieg fort. In wenigen Jahrzehnten breitete er sich in ganz Mesopotamien, Nordafrika und im Osten aus, er reichte bald bis Indien.

Die Araber, die nur ein paar Jahrzehnte vorher Hirten in den Wüsten Arabiens gewesen waren, wurden die Herrscher eines riesigen Reiches, aufgrund der überlegenen Erkenntnis, der Kultur und des Bewusstseins, die sie dank des Islam erwarben. In nur einhundert Jahren war ihr Reich über ein Gebiet ausgebreitet worden, das größer war als das römische Reich, und die Herrschaft, die sie errichteten, war stabiler.

Es gab eine ganze Reihe verschiedener Religionen innerhalb dieses Reiches, besonders das Judentum und das Christentum. Die Muslime waren zu den verschiedenen religiösen Gruppierungen in den Ländern die sie eroberten, sehr tolerant. Niemand wurde gezwungen, seine Religion zu ändern, und jedermanns Glaube wurde respektiert. Synagogen und Kirchen wurden geschützt zu einer Zeit, als die erzwungene Änderung der Religion üblich war. Die Toleranz der Muslime war einzigartig.

Eines der bemerkenswertesten Beispiele der Islamischen Toleranz wurde während der Eroberung Jerusalems 638 durch die Armeen des Islam, geführt von Khalifen Omar gegeben. Der Patriarch der Kirche des Heiligen Grabes fürchtete, dass die Muslime die Kirche zerstören würden. Omar machte einen freundlichen Besuch in der Kirche und sagte ihm, dass nichts zu befürchten sei. Als die Zeit für sein Gebet gekommen war, verabschiedete sich Omar von dem Patriarchen, verließ die Kirche, und führte seine Gebete in der Nähe durch.

Später sollte die Al Aqsa Moschee an der Stelle erbaut werden, an der Omar seine ersten Gebete in Jerusalem verrichtet hatte. Die Muslime gaben Jerusalem eines der sensationellsten Werke in der Welt der Architektur. Der Felsendom wurde auf dem Felsen gebaut, von dem geglaubt wird, dass Muhammad (s.a.w.s) von ihm aus zum Himmel auffuhr. Mit seinen einzigartigen Dekorationen und der Blattgold-Kuppel veranschaulichte der Felsendom den Sinn des Islams, seine Kunst und seine Zivilisation.

Europa wurde in dieser Zeit von der Barbarei beherrscht. Die katholische Kirche unterdrückte die Juden und sogar Christen, die anderen Kirchen angehörten. Die erzwungene Konvertierung, Folter und Hinrichtungen im Namen der Religion waren allgemeine Praxis im Westen.

Die Muslime andererseits behandelten die Völker der Schrift, Juden und Christen, mit Toleranz und Mitgefühl, wie Gott ihnen im Quran befahl. Die Kirche des heiligen Johannes in Damaskus in Syrien ist ein Beispiel dafür. Die Muslime, die das Gebiet eroberten, begannen, ihre Freitagsgebete in dieser Kirche durchzuführen, doch die Kirche gehörte weiterhin den Christen, die Sonntags an ihrer eigenen Messe teilnahmen. Die Mitglieder zweier Religionen teilten in Frieden dieselbe heilige Stätte.

Als die Zahl der Muslime in der Stadt zunahm, kauften die Muslimischen Behörden die Kirche mit der Zustimmung der Christlichen Gemeinschaft. Sie bauten eine Moschee neben der Kirche, und die Dekorationen ihres Hofs wurden durch Islamische Motive bereichert. Auf den von Byzanz ererbten Säulen wurden beeindruckende Beispiele der frühen Islamischen Kunst gebaut.

Die Toleranz der Muslime gegenüber Juden und Christen dauerte an in der Geschichte des Islam; Juden, die vor der Tyrannei der Inquisition in Spanien flohen, fanden Unterschlupf und Toleranz in osmanischen Ländern.

Die Quelle der Toleranz des Islam gegenüber Juden und Christen ist die Moral des Quran. Gott befahl den Muslimen, die Völker der Schrift gut zu behandeln:

Und streitet nicht mit dem Volk der Schrift, es sei denn auf beste Art und Weise, außer mit jenen von ihnen, die unrecht handeln. Und sprecht: "Wir glauben an das, was zu uns herabgesandt wurde und was zu euch herabgesandt wurde. Unser Gott und euer Gott ist ein und derselbe. Und Ihm sind wir ergeben."  (Quran, 29: 46)

DER ISLAM: DIE QUELLE DER MODERNEN WISSENSCHAFT

Eine der Erleuchtungen der Menschheit durch den Islam ist das wissenschaftliche Denken. Die vorislamischen arabischen und nahöstlichen Gesellschaften hatten sich mit Fragen über das Universum nicht befasst, auch nicht damit, wie die Natur entstand und wie sie funktionierte. Sie lernten über diese Fragen nachzudenken und ihre Antworten im Quran zu suchen. Im Quran befiehlt Gott der Menschheit, zu erforschen, wie Himmel und Erde entstanden sind. Dies trieb den Fortschritt der Wissenschaft in der islamischen Zivilisation an. Es war eine einzigartige wissenschaftliche Entwicklung in der Geschichte der Welt.

Bagdad wurde zur Hauptstadt der Wissenschaft des islamischen Reiches, sowie zu seiner Verwaltungszentrale.

Wissenschaftler, Philosophen, und Forscher strömten aus allen Winkeln der islamischen Welt nach Bagdad und trafen sich dort im berühmten Haus der Weisheit, um die Mysterien des Universums zu enträtseln, das Gott geschaffen hatte.

Das Bewusstsein der muslimischen Wissenschaftler, das auf den Quran zurückzuführen war, bewirkte den größten Fortschritt der Wissenschaft, der jemals erreicht worden war. Eine andere von den Muslimen im Quran geforderte Tugend ist Aufgeschlossenheit. Erst sie ermöglichte es ihnen, wissenschaftliche Erkenntnisse anderer Zivilisationen ohne Vorurteil zu untersuchen.

Muslimische Arbeiten enthielten einen beträchtlichen Beitrag an Forschung, Beobachtung, Experimenten und Berechnungen.

Das dezimale Zahlensystem, das heute überall auf der Welt verwendet wird, wurde von Muslimischen Mathematikern entwickelt.

Muslimische Wissenschaftler maßen der astronomischen Beobachtung große Bedeutung bei. Die moderne Astronomie sollte sich auf der Grundlage ihrer Beobachtungen entwickeln.

Muslimische Wissenschaftler entwickelten mathematische Formeln und berechneten die Bahn des Mondes um die Erde.

Algebra und Trigonometrie sind die Erfindungen von Muslimischen Mathematikern. Die beeindruckende Architektur überall in der Islamischen Welt wurde erst durch die Entwicklung dieser wissenschaftlichen Infrastruktur möglich gemacht.

Einige der bemerkenswertesten Ergebnisse der Muslime waren auf dem Feld der Medizin zu verzeichnen. Zu einer Zeit, als die Europäer glaubten, Krankheiten würden durch Dämonen verursacht, war medizinische Therapie ein Begriff, der im Vokabular der europäischen Sprachen nicht zu finden war.

Muslimische Wissenschaftler andererseits fanden aufgrund intensiver Forschung heraus, dass Krankheiten von Wesen verursacht werden, die zu klein sind, als dass man sie sehen könnte und dass Patienten isoliert von der gesunden Bevölkerung behandelt werden müssen. So wurden die ersten modernen Krankenhäuser der Welt gegründet. Die Patienten wurden dort eingewiesen und durch wissenschaftliche Methoden in getrennten Abteilungen gemäß dem Typ der Krankheit behandelt, unter der sie litten. Patienten, die unter Geisteskrankheiten litten, wurden mit Musik-Therapie behandelt, als man in Europa Geisteskranke als angebliche Diener des Teufels lebendig verbrannte.

Die Beobachtungen der Anatomie des Menschen durch Muslimische Ärzte waren so akkurat, dass man sie über sechshundert Jahre lang in Lehrbüchern der europäischen medizinischen Fakultäten verwendete.

Ein BBC Dokumentarfilm über die Welt des Islam von Terry Jones sagt folgendes über die hohen wissenschaftlichen Standards des Islam:

Ein Philosoph aus der Stadt Harran zum Beispiel hatte bereits die Entfernung von der Erde zum Mond richtig berechnet. Ein anderer hatte postuliert, wenn man das Atom teilen könne, würde man genug Kraft freisetzen, eine Stadt von der Größe Bagdads zu zerstören. In dieser medizinischen Hochschule, 1154 gebaut hier in Damaskus, lehrten Ärzte bereits Jahrhunderte vor Harvey Anatomie, präventive Medizin, hygienische Chirurgie und den Blutkreislauf.

Terry Jones, BBC

Muslimische Ärzte maßen den Puls der Patienten bei ihren Untersuchungen, Jahrhunderte bevor die Europäer überhaupt vom Blutkreislauf wussten. Frauen gebaren unter den in dieser Zeit bestmöglichen hygienischen Bedingungen. Bücher aus jener Zeit zeigen von muslimischen Chirurgen verwendete Instrumente, an denen erkennbar ist, wie fortgeschritten ihre medizinischen Kenntnisse waren.

Auch Frauen waren an den Universitäten der Islamischen Welt zugelassen und trugen ihren Anteil zum Fortschritt der Wissenschaft bei.

Muslimische Wissenschaftler machten bedeutende Entdeckungen auf dem Gebiet der Optik. Der Erste, der die Anatomie des Auges detailliert beschrieb, war der Optiker Ibn al-Haitham, dessen mit Jubel begrüßte Forschungsarbeit über Linsen den Weg für die Erfindung der Kamera bereitete. Muslimische Ärzte entdeckten auch die Ursachen von Sehkraft-Schwächungen und führten erfolgreiche Operationen des grauen Stars aus, eintausend Jahre vor den Europäern.

Das wissenschaftliche Erbe des Islam wurde zur Quelle der europäischen Renaissance, die im 15. Jahrhundert begann. Christliche Wissenschaftler starteten Europas wissenschaftliche Entwicklung mit den von ihren Muslimischen Kollegen erworbenen Kenntnissen.

So hat der Islam auch sie erleuchtet.

DIE HOHE ZIVILISATION DES ISLAM

Eine der im Islam verwurzelten Qualitäten, die die Muslime von anderen Menschen unterscheidet, ist ihr großer Sinn für Kunst und Ästhetik. Das im Quran geschilderte Paradies ist ein Ort höchster Qualität, feinsten Geschmacks und einer betäubenden Großartigkeit. Muslime, die diesen Sinn für die Kunst in ihren Herzen trugen, schufen phantastische Kunstwerke, und die Länder, über die sie herrschten, wurden zu den modernsten und fortgeschrittensten in der Welt.

Als der Islam sich nach dem Tod des Propheten (s.a.w.s) von Arabien aus weiter in alle Richtungen ausbreitete, brachte er Entwicklung und Reichtum mit sich.

Wohin auch immer sie gingen, brachten die Muslime die Zivilisation mit sich. In Tunesien zum Beispiel entwarfen sie ein geniales Wasserreinigungssystem, um die Trinkwasser-Bedürfnisse zu erfüllen. Zwei große, miteinander verbundene Becken wurden gebaut, in denen man das Wasser stehen ließ. Die Verschmutzungen sanken entweder als Sedimente zu Boden oder trieben an der Oberfläche, von wo sie entfernt wurden. Das nunmehr saubere Wasser wurde in Rohren zur Stadt geleitet.

Muslimische Ingenieure bauten Mühlen, um Wasser zu den Städten zu leiten.

Die Hauptstadt Bagdad war die modernste und erstaunlichste Stadt der Welt. Ihre Anlage und Architektur waren unerreicht. Ein Reisender, der die Stadt besuchte, schrieb:

Alle Alleen Bagdads sind von Gärten, Parks, Villen und Plätzen, eindrucksvollen Einkaufspassagen und türkischen Bädern gesäumt. Diese wunderbare Stadt erstreckt sich meilenweit entlang beiden Seiten des Flusses.

Ein anderes wichtiges Zentrum des Islam lag in Spanien. Die muslimische Nation Andalusien war das modernste Land in Europa. Die Hauptstadt Cordoba war eine herrliche Stadt mit ihrer Architektur von regelmäßigen, gut beleuchteten Straßen, Bibliotheken, Krankenhäusern und Palästen.

Zur selben Zeit waren die größten Städte in Europa, London und Paris, schmutzig, dunkel und ungeordnet. Deshalb war jeder Europäer, der Cordoba besuchte, durch die Großartigkeit der Kultur und der Kunst, die er in dieser Stadt genießen konnte, tief beeindruckt.

Die Stadt Cordoba des 9. und 10. Jahrhunderts war eine der größten und aufregendsten in Europa. Wir haben Beschreibungen durch Besucher, die von all den Blumen überall in den Straßen sprechen und von der wunderbaren Straßenbeleuchtung. Die Städte des Nordens waren dunkel. Die Häuser in Cordoba hatten fliessendes Wasser. Die Menschen lebten in großen Häusern. Im Gegensatz dazu lebte man in Paris in Hütten am Fluss.

Sheila Blair, Boston College, USA

Eines von den wenigen erhaltenen herrlichen Meisterwerken der Architektur ist die katholische Kathedrale im Stadtzentrum. Sie war eine Moschee gewesen, und wurde später in eine Kirche umgewandelt. Der Innenraum der Moschee war ästhetisch überwältigend, und die Christen, die nach Cordoba kamen, bewunderten ihre Schönheit.

Im 10. Jahrhundert gab es eine sächsische Nonne mit dem unaussprechlichen Namen Roswitha, die das mittelalterliche Cordoba die Zierde der Welt nannte. Sie war voller Bewunderung für diesen Ort. Und sehen Sie, sie war eine christliche Nonne.

Carole Hillenbrand, Edinburgh University

Eines der herrlichsten Werke der Architektur in Andalusien war der Alhambra Palast, ein großartiges Beispiel der Kunst des Islams und seiner Ästhetik. In dem erhabenen Stil des Palastes konnte man die Hochstimmung fühlen, die der Islam in den Menschen erweckte. Die Gärten der Alhambra hatten Springbrunnen, die sich die Gravitationskraft zunutze machten. Die muslimischen Designer der Alhambra wurden durch die Beschreibungen des Paradieses im Quran inspiriert.

Außer in der Architektur waren die Muslime auch die fortschrittlichsten Menschen auf der Erde in Bezug auf den Stil und die Qualität der Kleidung, die sie trugen. Die feinsten, luxuriösesten Stoffe, die die Welt vorher noch nie gesehen hatte, wurden auf den Webstühlen von Muslimen gewebt. Die Stoffe und von den Muslimen hergestellten Gewänder waren Statussymbole unter Europas Elite, und die Muslime bestimmten die Mode der Welt.

Die Europäer lernten sogar das Bad und die Seife von den Muslimen kennen. Die hohe Kultur, der feine Geschmack und das fundierte Denken, dass Gott die Menschheit im Quran lehrt, erleuchteten die ganze Welt.

Wir sahen, dass der Islam, vom allerersten Moment der Offenbarung an den Propheten, den Weg zur Wahrheit und Schönheit bereitete. Die Muslime, erleuchtet durch die Werte des Quran, brachten Toleranz, Vernunft, Wissenschaft, Ästhetik, Hygiene und Reichtum mit, wohin auch immer sie gingen. Während Europa in der dunklen Welt des Fundamentalismus und der Barbarei gefangen war, war die Welt des Islams die fortgeschrittenste und modernste Zivilisation auf der Erde.

Die Werte und Erkenntnisse, die die Europäer von den Muslimen erworben hatten, spielten eine sehr wichtige Rolle bei der späteren Entwicklung der europäischen Zivilisation.

Andererseits wurde die nachfolgende Stagnation in der Muslimischen Welt dadurch verursacht, dass man der Vernunft, der Aufgeschlossenheit und der Ehrlichkeit, die der Quran lehrt, verlustig ging.

Wir dürfen nie vergessen, dass Muslime die Vertreter einer großen Religion sind, die eine der größten Zivilisationen der Welt aus dem Nichts schuf.

Die Quelle dieser Religion ist der Quran. Er ist das führende Prinzip, das die Menschen von der Finsternis ans Licht bringt.
Wie Gott Seinem Gesandten sagte:

Dies ist ein Buch, das Wir zu dir hinabgesandt haben, damit du die Menschen mit deines Herrn Erlaubnis aus den Finsternissen zum Lichte führst, auf den Weg des Mächtigen, des Preiswürdigen. (Quran, 14:1)


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